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Tumorinfiltrierende Lymphozyten (TIL) sind Immunzellen, die in Tumorgewebe eindringen und dort eine zentrale Rolle bei der körpereigenen Abwehr gegen Krebs spielen.
Tumorinfiltrierende Lymphozyten (TIL) sind Immunzellen, die in Tumorgewebe eindringen und dort eine zentrale Rolle bei der körpereigenen Abwehr gegen Krebs spielen.
Tumorinfiltrierende Lymphozyten (kurz: TIL) sind weiße Blutkörperchen, die aus dem Blutkreislauf in das Gewebe eines Tumors einwandern. Sie gehören zum adaptiven Immunsystem und umfassen hauptsächlich T-Lymphozyten (T-Zellen), aber auch B-Lymphozyten und natürliche Killerzellen (NK-Zellen). Ihr Vorhandensein im Tumorgewebe gilt als Zeichen einer aktiven Immunantwort des Körpers gegen den Tumor.
TIL spielen eine entscheidende Rolle bei der Tumorbekämpfung durch das Immunsystem. Sie erkennen tumorspezifische Antigene – also körperfremde Eiweißstrukturen auf der Oberfläche von Krebszellen – und können diese gezielt abtöten. Die Dichte und Zusammensetzung der TIL im Tumorgewebe liefern wichtige Hinweise auf den Krankheitsverlauf:
Diese Zellen sind in der Lage, Tumorzellen direkt abzutöten. Sie gelten als die wichtigste Untergruppe der TIL und sind ein positiver prognostischer Marker bei vielen Krebsarten.
Regulatorische T-Zellen dämpfen die Immunantwort und können dazu beitragen, dass der Tumor einer Erkennung durch das Immunsystem entgeht. Eine hohe Anzahl von Tregs im Tumor ist oft mit einer schlechteren Prognose verbunden.
B-Zellen im Tumorgewebe können Antikörper gegen Tumorantigene produzieren und sind an der Ausbildung sogenannter tertiärer lymphoider Strukturen (TLS) beteiligt, die als lokale Immunreaktionszentren fungieren.
NK-Zellen können Tumorzellen ohne vorherige Sensibilisierung abtöten und spielen eine unterstützende Rolle bei der Tumorabwehr.
Die Beurteilung von TIL erfolgt in der Regel durch eine histologische Untersuchung von Tumorbiopsien. Dabei werden die Lymphozyten unter dem Mikroskop gezählt und nach internationalen Leitlinien (z. B. nach den Empfehlungen der International TILs Working Group) klassifiziert. TIL-Analysen sind heute besonders bei folgenden Krebsarten von Bedeutung:
Ein hoher TIL-Wert kann als prädiktiver Biomarker dienen, also als Hinweis darauf, wie gut ein Patient auf bestimmte Therapien – insbesondere Immuntherapien – ansprechen wird.
Die TIL-Therapie ist ein innovativer Ansatz der adoptiven Zelltherapie. Dabei werden tumorinfiltrierende Lymphozyten direkt aus dem Tumorgewebe des Patienten entnommen, im Labor vermehrt und anschließend in großer Anzahl zurück in den Körper des Patienten infundiert. Ziel ist es, die körpereigene Immunantwort gegen den Tumor zu verstärken.
Im Jahr 2024 wurde mit Lifileucel (Amtagvi) die erste TIL-Therapie von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA für die Behandlung des fortgeschrittenen malignen Melanoms zugelassen. Weitere klinische Studien laufen für andere Krebsarten.
TIL sind eng mit modernen Immuncheckpoint-Inhibitoren verbunden. Medikamente wie PD-1- oder CTLA-4-Inhibitoren wirken unter anderem, indem sie die Aktivität der TIL im Tumorgewebe reaktivieren, die durch den Tumor in einen inaktiven Zustand versetzt worden waren. Ein höherer TIL-Gehalt im Tumor kann daher auch das Ansprechen auf Checkpoint-Inhibitoren verbessern.
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