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Ulkusprophylaxe: Magengeschwür vorbeugen

Die Ulkusprophylaxe umfasst Maßnahmen zur Vorbeugung von Magengeschwüren. Sie schützt besonders Risikogruppen vor schmerzhaften Schleimhautschäden.

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Wissenswertes über "Ulkusprophylaxe"

Die Ulkusprophylaxe umfasst Maßnahmen zur Vorbeugung von Magengeschwüren. Sie schützt besonders Risikogruppen vor schmerzhaften Schleimhautschäden.

Was ist die Ulkusprophylaxe?

Die Ulkusprophylaxe bezeichnet alle vorbeugenden Maßnahmen, die verhindern sollen, dass sich ein Magengeschwür (Ulcus ventriculi) oder ein Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) entwickelt. Ein Ulkus entsteht, wenn die schützende Schleimhaut des Magens oder des Dünndarms durch Magensäure oder andere Faktoren angegriffen und dauerhaft geschädigt wird. Die Prophylaxe ist besonders wichtig für Patientinnen und Patienten, die ein erhöhtes Risiko für die Entstehung eines Geschwürs haben.

Ursachen und Risikofaktoren

Bevor präventive Maßnahmen eingeleitet werden, ist es wichtig, die häufigsten Ursachen und Risikofaktoren für ein Magengeschwür zu kennen:

  • Helicobacter pylori: Eine Infektion mit diesem Bakterium ist eine der häufigsten Ursachen für die Entstehung von Magengeschwüren.
  • Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR): Schmerzmittel wie Ibuprofen, Diclofenac oder Acetylsalicylsäure hemmen die Bildung von schützenden Prostaglandinen in der Magenschleimhaut und erhöhen das Geschwürrisiko erheblich.
  • Kortikosteroide: Die gleichzeitige Einnahme von Kortison-Präparaten und NSAR steigert das Ulkusrisiko zusätzlich.
  • Stress: Schwere Erkrankungen, Operationen oder intensivmedizinische Behandlungen können sogenannte Stressulzera verursachen.
  • Rauchen und Alkohol: Beide Substanzen schädigen die Magenschleimhaut und fördern die Säureproduktion.
  • Hohes Lebensalter: Ältere Menschen haben eine dünnere und empfindlichere Magenschleimhaut.

Wer benötigt eine Ulkusprophylaxe?

Nicht jeder Mensch benötigt eine medikamentöse Ulkusprophylaxe. Folgende Personengruppen gelten als Hochrisikogruppen und profitieren besonders von präventiven Maßnahmen:

  • Patientinnen und Patienten, die dauerhaft NSAR einnehmen (z. B. bei Arthritis oder chronischen Schmerzen)
  • Personen über 65 Jahre, die Schmerzmittel benötigen
  • Patientinnen und Patienten mit einer früheren Ulkus-Erkrankung in der Vorgeschichte
  • Personen, die gleichzeitig NSAR und Kortikosteroide oder Antikoagulanzien (Blutverdünner) einnehmen
  • Schwer kranke Patientinnen und Patienten auf Intensivstationen (Stressulkus-Prophylaxe)
  • Personen mit nachgewiesener Helicobacter-pylori-Infektion

Maßnahmen der Ulkusprophylaxe

Medikamentöse Prophylaxe

Die wichtigste medikamentöse Maßnahme ist die Einnahme eines Protonenpumpenhemmers (PPI) wie Omeprazol, Pantoprazol oder Esomeprazol. PPIs senken die Säureproduktion im Magen wirksam und schützen so die Schleimhaut. Sie gelten als Mittel der ersten Wahl bei der Ulkusprophylaxe im Zusammenhang mit NSAR-Einnahme. Alternativ können auch H2-Blocker (z. B. Famotidin) eingesetzt werden, die ebenfalls die Säureproduktion hemmen, jedoch etwas weniger wirksam sind als PPIs.

Helicobacter-pylori-Eradikation

Bei nachgewiesener Infektion mit Helicobacter pylori wird eine Eradikationstherapie durchgeführt. Dabei werden in der Regel zwei Antibiotika zusammen mit einem Protonenpumpenhemmer über 7 bis 14 Tage eingenommen, um das Bakterium abzutöten und so das Rückfallrisiko zu senken.

Lebensstil-Maßnahmen

Neben Medikamenten spielen auch Veränderungen des Lebensstils eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung von Magengeschwüren:

  • Verzicht auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum
  • Vermeidung von unnötiger oder zu hoher NSAR-Dosierung
  • Stressreduktion durch Entspannungsübungen oder psychologische Unterstützung
  • Ausgewogene Ernährung und Vermeidung von stark reizenden Speisen
  • Einnahme von Medikamenten zu den Mahlzeiten, um die Magenbelastung zu reduzieren

Nebenwirkungen und Risiken der medikamentösen Prophylaxe

Die Langzeiteinnahme von Protonenpumpenhemmern ist in der Regel gut verträglich, kann jedoch mit bestimmten Risiken verbunden sein. Dazu gehören ein erhöhtes Risiko für Magnesiummangel, Vitamin-B12-Mangel, Darminfektionen (z. B. durch Clostridium difficile) sowie ein leicht erhöhtes Risiko für Knochenfrakturen bei Langzeitanwendung. Daher sollte die Indikation für eine dauerhafte PPI-Einnahme regelmäßig ärztlich überprüft werden.

Quellen

  1. Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS): Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der NSAR-assoziierten Gastropathie (2022).
  2. Malfertheiner P. et al. - Management of Helicobacter pylori infection: the Maastricht VI/Florence Consensus Report. Gut, 2022.
  3. Sostres C., Gargallo C. J., Lanas A. - Nonsteroidal anti-inflammatory drugs and upper and lower gastrointestinal mucosal damage. Arthritis Research and Therapy, 2013.

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