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Die Umwelttoxindiagnostik erfasst und bewertet Schadstoffbelastungen im menschlichen Körper. Sie hilft, gesundheitliche Risiken durch Umweltgifte frühzeitig zu erkennen.
Die Umwelttoxindiagnostik erfasst und bewertet Schadstoffbelastungen im menschlichen Körper. Sie hilft, gesundheitliche Risiken durch Umweltgifte frühzeitig zu erkennen.
Die Umwelttoxindiagnostik ist ein medizinisches Fachgebiet, das sich mit dem Nachweis, der Messung und der Bewertung von Schadstoffen und Giftstoffen aus der Umwelt im menschlichen Körper befasst. Ziel ist es, gesundheitliche Belastungen durch Umweltgifte – sogenannte Umwelttoxine – zu identifizieren und deren Auswirkungen auf den Organismus einzuschätzen. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für gezielte Therapie- und Präventionsmaßnahmen.
Umwelttoxine können über Luft, Wasser, Nahrung oder Hautkontakt in den Körper gelangen und sich dort in verschiedenen Geweben und Organen anreichern. Typische Substanzen, die im Rahmen der Umwelttoxindiagnostik untersucht werden, umfassen Schwermetalle (z. B. Blei, Quecksilber, Cadmium, Arsen), organische Verbindungen (z. B. Pestizide, polychlorierte Biphenyle, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) sowie Weichmacher (z. B. Phthalate, Bisphenol A).
Eine Umwelttoxindiagnostik kann bei einer Vielzahl von Beschwerden und Situationen sinnvoll sein. Typische Indikationen sind:
Die Umwelttoxindiagnostik bedient sich verschiedener diagnostischer Verfahren, abhängig von der vermuteten Substanz und dem Ausmaß der Exposition:
Bluttests ermöglichen den direkten Nachweis von Schwermetallen und bestimmten organischen Verbindungen im Blutserum oder in den Erythrozyten (roten Blutkörperchen). Besonders geeignet für den Nachweis akuter oder aktueller Belastungen, z. B. mit Blei oder Quecksilber.
Der Urin eignet sich hervorragend zur Ausscheidungsmessung wasserlöslicher Toxine. Häufig wird ein provozierter Urintest eingesetzt, bei dem zuvor ein Chelatbildner verabreicht wird, der gespeicherte Schwermetalle mobilisiert und deren Ausscheidung messbar macht.
Die Haaranalyse liefert Informationen über eine Langzeitbelastung durch Schwermetalle, da sich Toxine über Monate im Haargewebe einlagern. Sie ist besonders nützlich zur Verlaufskontrolle und Langzeitbewertung.
Über den Stuhl können bestimmte fettlösliche Toxine und Metabolite nachgewiesen werden. Diese Methode gibt zusätzlich Aufschluss über die Darmgesundheit und die enterale Ausscheidungskapazität.
In speziellen Fällen können Biopsien aus Fettgewebe oder anderen Organen entnommen werden, um die Einlagerung fettlöslicher Schadstoffe wie polychlorierter Biphenyle (PCB) oder Dioxine direkt zu messen.
Die Befundinterpretation erfolgt anhand etablierter Referenzwerte, wie sie etwa vom Umweltbundesamt (UBA), der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) oder der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegt wurden. Dabei wird unterschieden zwischen biologischen Grenzwerten (BGW), HBM-I-Werten (Basiswert, ab dem Handlungsbedarf geprüft wird) und HBM-II-Werten (Wert, ab dem eine gesundheitliche Beeinträchtigung möglich ist).
Eine kompetente Auswertung berücksichtigt stets individuelle Faktoren wie Alter, Geschlecht, Ernährungsgewohnheiten, Berufsfeld und Wohnumgebung des Patienten.
Abhängig vom Ergebnis der Umwelttoxindiagnostik können verschiedene therapeutische Maßnahmen eingeleitet werden:
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