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Die Urothelzellschutztherapie schützt die empfindliche Schleimhaut der Harnwege vor Reizung und Schädigung. Sie wird häufig begleitend zur Chemotherapie oder bei chronischen Blasenerkrankungen eingesetzt.
Die Urothelzellschutztherapie schützt die empfindliche Schleimhaut der Harnwege vor Reizung und Schädigung. Sie wird häufig begleitend zur Chemotherapie oder bei chronischen Blasenerkrankungen eingesetzt.
Die Urothelzellschutztherapie bezeichnet medizinische Maßnahmen, die darauf abzielen, die Zellen des Urothels – der spezialisierten Schleimhaut, die die Harnwege auskleidet – vor Schädigung zu bewahren. Das Urothel bedeckt die Innenwand der Harnblase, der Harnleiter und der Harnröhre und bildet eine wichtige Schutzbarriere gegen chemische, mechanische und infektiöse Einflüsse.
Eine Schädigung des Urothels kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden, unter anderem durch bestimmte Chemotherapeutika, wiederkehrende Harnwegsinfektionen oder chronisch-entzündliche Erkrankungen der Blase. Die Urothelzellschutztherapie setzt gezielt an diesen Mechanismen an.
Die Urothelzellschutztherapie wird in verschiedenen klinischen Situationen eingesetzt:
Der Schutz des Urothels erfolgt über verschiedene Mechanismen, je nach eingesetztem Wirkstoff oder Verfahren:
Der am besten untersuchte Mechanismus ist die Neutralisierung von Acrolein durch Mesna. Mesna wird nach der intravenösen Gabe rasch über die Nieren ausgeschieden und bindet in der Blase direkt an Acrolein, wodurch ein unschädliches Produkt entsteht und das Urothel geschützt wird.
Die innere Oberfläche des Urothels ist mit einer Schutzschicht aus Glykosaminoglykanen (GAG) bedeckt, die als Barriere gegen Reizstoffe und Bakterien wirkt. Bei geschädigtem Urothel kann diese Schicht durch intravesikale Instillation von Substanzen wie Hyaluronsäure oder Chondroitinsulfat wiederhergestellt werden.
In der Forschung werden zusätzlich antioxidative Substanzen und entzündungshemmende Wirkstoffe untersucht, die oxidativen Stress im Urothel reduzieren und die Zellregeneration fördern sollen.
Die Art der Verabreichung hängt vom jeweiligen Therapieansatz ab:
Die Urothelzellschutztherapie ist im Allgemeinen gut verträglich. Bei der Anwendung von Mesna können in seltenen Fällen folgende Nebenwirkungen auftreten:
Intravesikale Instillationen können gelegentlich kurzfristige Blasenreizungen, Brennen beim Wasserlassen oder einen verstärkten Harndrang verursachen. Schwerwiegende Komplikationen sind selten.
Die Urothelzellschutztherapie ist ein wesentlicher Bestandteil moderner onkologischer und urologischer Behandlungskonzepte. Besonders im Rahmen der Chemotherapie mit alkylierenden Substanzen gilt die prophylaktische Gabe von Mesna als Standardmaßnahme und ist in internationalen Leitlinien fest verankert. Die Wiederherstellung der GAG-Schicht gewinnt zudem in der Behandlung chronischer Blasenschmerzsyndrome zunehmend an Bedeutung.
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