β-CrossLaps: Knochenabbaumarker einfach erklärt
β-CrossLaps sind Abbauprodukte des Knochenkollagens und dienen als Labormarker zur Beurteilung des Knochenabbaus. Erhöhte Werte weisen auf einen gesteigerten Knochenstoffwechsel hin.
Wissenswertes über "β-CrossLaps"
β-CrossLaps sind Abbauprodukte des Knochenkollagens und dienen als Labormarker zur Beurteilung des Knochenabbaus. Erhöhte Werte weisen auf einen gesteigerten Knochenstoffwechsel hin.
Was sind β-CrossLaps?
β-CrossLaps (auch βCTX oder β-C-terminales Telopeptid des Kollagens Typ I genannt) sind spezifische Fragmente, die beim Abbau von Kollagen Typ I entstehen. Da Kollagen Typ I das häufigste Strukturprotein des Knochens ist, gelten β-CrossLaps als etablierter Knochenresorptionsmarker im Blut oder Urin. Sie werden im Rahmen der Diagnostik von Knochenerkrankungen wie Osteoporose eingesetzt.
Entstehung und Wirkmechanismus
Beim natürlichen Knochenumbau (Remodeling) bauen spezialisierte Zellen, die sogenannten Osteoklasten, Knochengewebe ab. Dabei wird Kollagen Typ I enzymatisch gespalten. Die dabei entstehenden C-terminalen Telopeptidfragmente werden in der ß-Form (beta-isomerisiert) freigesetzt und gelangen über das Blut in die Nieren, wo sie mit dem Urin ausgeschieden werden. Die β-Isomerisierung ist ein Zeichen für gereiftes, älteres Knochenkollagen und unterscheidet diesen Marker von anderen Kollagenabbauprodukten.
Klinische Bedeutung
β-CrossLaps spiegeln die aktuelle Rate des Knochenabbaus wider. Erhöhte Werte können auf folgende Zustände hinweisen:
- Osteoporose: Verminderung der Knochendichte durch übermäßigen Abbau
- Morbus Paget: Lokale Störung des Knochenumbaus
- Knochenmetastasen: Zerstörung von Knochengewebe durch Tumorzellen
- Hyperparathyreoidismus: Überaktivität der Nebenschilddrüse mit erhöhtem Knochenabbau
- Hyperthyreose: Schilddrüsenüberfunktion mit gesteigertem Knochenstoffwechsel
Diagnose und Messung
Die Bestimmung von β-CrossLaps erfolgt in der Regel aus dem nüchternen Blutserum, da die Werte tageszeit- und nahrungsabhängig schwanken. Die Blutabnahme sollte morgens nüchtern erfolgen, um vergleichbare und zuverlässige Messwerte zu erhalten. Der Test wird mittels Elektrochemilumineszenz-Immunoassay (ECLIA) oder ELISA durchgeführt.
Referenzwerte
Die Referenzwerte sind abhängig von Geschlecht und Alter:
- Prämenopausale Frauen: bis ca. 0,573 ng/ml
- Postmenopausale Frauen: bis ca. 1,008 ng/ml
- Männer (30–50 Jahre): bis ca. 0,584 ng/ml
- Männer (über 70 Jahre): bis ca. 0,854 ng/ml
Die genauen Referenzwerte können je nach Labor leicht variieren.
Therapiekontrolle
β-CrossLaps eignen sich besonders gut zur Verlaufskontrolle bei der Behandlung von Osteoporose. Unter einer antiresorptiven Therapie (z.B. mit Bisphosphonaten, Denosumab oder Raloxifen) sollten die Werte innerhalb von 3–6 Monaten deutlich abfallen. Ein fehlender Rückgang kann auf eine unzureichende Therapieadhärenz oder Wirksamkeit hindeuten.
Einflussfaktoren auf den Messwert
Folgende Faktoren können den β-CrossLaps-Spiegel beeinflussen:
- Tageszeit (höchste Werte frühmorgens, Nadir am Mittag)
- Nahrungsaufnahme (Essen senkt den Wert kurzfristig)
- Körperliche Aktivität
- Nierenfunktion (bei eingeschränkter Nierenfunktion können Werte erhöht sein)
- Immobilisation (führt zu erhöhtem Knochenabbau)
Quellen
- Garnero P, Delmas PD. - Biochemical markers of bone turnover in osteoporosis. In: Marcus R et al. (Hrsg.), Osteoporosis, 3. Aufl., Academic Press, 2008.
- Eastell R et al. - Diagnosis of endocrine disease: Bone turnover markers: are they clinically useful? European Journal of Endocrinology, 178(1):R19–R31, 2018. DOI: 10.1530/EJE-17-0585
- Deutsche Gesellschaft für Osteologie (DGO) - Leitlinie Osteoporose, 2023. Verfügbar unter: https://www.dg-osteologie.org
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