Variektomie: Krampfadern operativ entfernen
Die Variektomie ist ein chirurgisches Verfahren zur Entfernung von Krampfadern. Sie wird bei Venenerkrankungen eingesetzt und verbessert Durchblutung sowie Lebensqualität.
Wissenswertes über "Variektomie"
Die Variektomie ist ein chirurgisches Verfahren zur Entfernung von Krampfadern. Sie wird bei Venenerkrankungen eingesetzt und verbessert Durchblutung sowie Lebensqualität.
Was ist eine Variektomie?
Die Variektomie (auch Varizektomie genannt) bezeichnet einen operativen Eingriff zur Entfernung von Krampfadern (Varizen). Krampfadern sind krankhaft erweiterte, geschlängelte Venen, die vor allem an den Beinen auftreten. Sie entstehen, wenn die Venenklappen nicht mehr richtig funktionieren und das Blut nicht ausreichend in Richtung Herz zurücktransportiert wird. Die Variektomie gehört zu den klassischen Behandlungsmöglichkeiten bei fortgeschrittener Varikosis und wird häufig in Kombination mit anderen Verfahren wie dem Stripping oder der Miniphlebektomie durchgeführt.
Ursachen und Indikationen
Eine Variektomie wird empfohlen, wenn Krampfadern Beschwerden verursachen oder das Risiko von Komplikationen wie tiefen Venenthrombosen oder Ulcus cruris (Unterschenkelgeschwur) besteht. Häufige Indikationen sind:
- Ausgepägte Varikosis mit Schwellungen, Schmerzen oder Schweregefühl in den Beinen
- Chronisch-venöse Insuffizienz (CVI)
- Oberflächliche Venenthrombose (Thrombophlebitis)
- Kosmetische Störungen durch stark sichtbare Krampfadern
- Hautveränderungen oder Ekzeme durch venösen Rückstau
Risikofaktoren für die Entstehung von Krampfadern sind genetische Veranlagung, langes Stehen oder Sitzen, Übergewicht, Schwangerschaft sowie zunehmendes Alter.
Ablauf des Eingriffs
Die Variektomie wird in der Regel unter Lokal-, Regional- oder Vollnarkose durchgeführt. Der genaue Ablauf hängt vom Ausmaß der Venenerkrankung und der gewählten Methode ab:
- Klassische Phlebektomie: Über kleine Hautschnitte werden die betroffenen Venensegmente mit speziellen Haken herausgezogen.
- Miniphlebektomie (Ambulante Phlebektomie): Minimalinvasives Verfahren mit sehr kleinen Stichinzisionen, bei dem Venensegmente schrittweise entfernt werden.
- Kombination mit Stripping: Dabei wird zusätzlich die große oder kleine Rosenvene (Vena saphena magna oder parva) vollständig herausgezogen.
Der Eingriff dauert je nach Umfang zwischen 30 Minuten und zwei Stunden und kann ambulant oder stationär erfolgen.
Nachsorge und Heilungsverlauf
Nach der Variektomie sind folgende Maßnahmen typisch:
- Tragen von Kompressionsstrümpfen für mehrere Wochen
- Regeln mäßige körperliche Bewegung (z. B. Spazierengänge) zur Förderung der Durchblutung
- Vermeidung von langem Stehen oder Sitzen
- Kontrolle der Wundheilung durch den behandelnden Arzt
Leichte Blutergüsse, Schwellungen und Schmerzen an den Einstichstellen sind in den ersten Tagen nach dem Eingriff normal und klingen in der Regel innerhalb weniger Wochen ab.
Risiken und mögliche Komplikationen
Wie jeder chirurgische Eingriff birgt auch die Variektomie gewisse Risiken:
- Infektionen oder Wundheilungsstörungen
- Nachblutungen oder Hämatome
- Nervenschäden mit vorübergehenden Taubheitsgefühlen
- Narbenbildung
- Rückfall (Rezidiv) von Krampfadern
Schwere Komplikationen sind selten. Das Risiko wird durch sorgfältige Operationsplanung und fachkundige Durchführung minimiert.
Alternativen zur Variektomie
Je nach Schweregrad und Lokalisation der Krampfadern gibt es verschiedene Behandlungsalternativen:
- Sklerotherapie (Verödung): Injektion eines Verödungsmittels in die betroffene Vene
- Endovenöse Laserbehandlung (EVLA): Verschluss der Vene mittels Laserenergie
- Radiofrequenzablation (RFA): Thermische Verödung der Vene durch Hochfrequenzwellen
- Konservative Therapie: Kompressionsstrümpfe und Bewegungstherapie bei leichter Varikosis
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Phlebologie (DGP) - Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Varikosis (2019). Verfügbar unter: www.phlebologie.de
- Rabe E, Pannier F. - Klinische Epidemiologie der chronisch venösen Insuffizienz. Phlebologie (2022).
- Eklof B et al. - Revision of the CEAP classification for chronic venous disorders: Consensus statement. Journal of Vascular Surgery (2004).
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