Vasodilatatoren: Wirkung, Anwendung & Nebenwirkungen
Vasodilatatoren sind Medikamente oder Substanzen, die Blutgefäße erweitern und so den Blutdruck senken. Sie kommen bei Bluthochdruck, Herzinsuffizienz und weiteren Herz-Kreislauf-Erkrankungen zum Einsatz.
Wissenswertes über "Vasodilatatoren"
Vasodilatatoren sind Medikamente oder Substanzen, die Blutgefäße erweitern und so den Blutdruck senken. Sie kommen bei Bluthochdruck, Herzinsuffizienz und weiteren Herz-Kreislauf-Erkrankungen zum Einsatz.
Was sind Vasodilatatoren?
Vasodilatatoren (auch Vasodilatantien genannt) sind Substanzen oder Arzneimittel, die eine Erweiterung der Blutgefäße bewirken. Der Begriff setzt sich aus den lateinischen Wörtern vas (Gefäß) und dilatare (erweitern) zusammen. Durch die Gefäßerweiterung wird der Widerstand in den Blutgefäßen gesenkt, was zu einer verbesserten Durchblutung und einer Reduktion des Blutdrucks führt.
Wirkmechanismus
Vasodilatatoren wirken auf die glatte Muskulatur in den Gefäßwänden. Durch Entspannung dieser Muskeln erweitern sich die Gefäße. Je nach Wirkstoffklasse geschieht dies auf unterschiedlichen Wegen:
- Direkte Vasodilatatoren: Wirken direkt auf die glatte Gefäßmuskulatur, z. B. Hydralazin oder Minoxidil.
- Kalziumkanalblocker: Hemmen den Einstrom von Kalziumionen in die Muskelzellen, was zur Entspannung der Gefäße führt (z. B. Amlodipin, Nifedipin).
- ACE-Hemmer und AT1-Antagonisten: Hemmen das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) und bewirken dadurch eine Gefäßerweiterung (z. B. Ramipril, Losartan).
- Nitrate: Werden im Körper zu Stickstoffmonoxid (NO) umgewandelt, das die glatte Muskulatur entspannt (z. B. Nitroglycerin).
- Alpha-Blocker: Blockieren Alpha-Adrenozeptoren und verhindern so die gefäßverengende Wirkung von Adrenalin (z. B. Doxazosin).
- Phosphodiesterase-5-Hemmer: Erhöhen den cGMP-Spiegel und führen so zur Gefäßerweiterung (z. B. Sildenafil bei pulmonaler Hypertonie).
Anwendungsgebiete
Vasodilatatoren werden bei einer Vielzahl von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt:
- Bluthochdruck (arterielle Hypertonie): Die am häufigsten indizierte Anwendung.
- Herzinsuffizienz: Erleichterung der Herzarbeit durch Senkung von Vor- und Nachlast.
- Angina pectoris: Verbesserung der Durchblutung des Herzens.
- Pulmonale Hypertonie: Senkung des Blutdrucks in den Lungenarterien.
- Raynaud-Syndrom: Verbesserung der Durchblutung in den Extremitäten.
- Nierenerkrankungen: Schutz der Nieren durch Drucksenkung in den Nierenarteriolen.
Dosierung und Anwendung
Die Dosierung von Vasodilatatoren richtet sich nach dem genauen Wirkstoff, der Grunderkrankung sowie den individuellen Patientenfaktoren wie Alter, Nierenfunktion und Begleitmedikation. Die Einnahme erfolgt meist oral in Tablettenform; in Notfallsituationen (z. B. hypertensive Krise) können Vasodilatatoren auch intravenös verabreicht werden. Die Dosierung sollte stets von einem Arzt oder einer Ärztin festgelegt und regelmäßig überprüft werden.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel können Vasodilatatoren Nebenwirkungen hervorrufen. Häufige Nebenwirkungen umfassen:
- Kopfschmerzen durch die Gefäßerweiterung im Gehirn
- Schwindel und Schwäche, insbesondere bei zu starkem Blutdruckabfall (Hypotonie)
- Reflextachykardie: Erhöhte Herzfrequenz als kompensatorische Reaktion
- Wassereinlagerungen (Ödeme), besonders an den Knöcheln
- Flush (Hitzegefühl, Rötung der Haut)
- Orthostatische Hypotonie: Blutdruckabfall beim Aufstehen
Bei bestimmten Wirkstoffen, wie z. B. Minoxidil, kann vermehrter Haarwuchs auftreten. ACE-Hemmer können einen trockenen Reizhusten verursachen.
Kontraindikationen und Wechselwirkungen
Vasodilatatoren sind nicht für jeden Patienten geeignet. Kontraindikationen können je nach Wirkstoffklasse variieren und umfassen unter anderem schwere Hypotonie, bestimmte Herzrhythmusstörungen oder bekannte Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff. Wichtige Wechselwirkungen bestehen mit anderen blutdrucksenkenden Mitteln, Diuretika und bestimmten Herzmedikamenten. Eine gleichzeitige Einnahme von Nitraten und Phosphodiesterase-5-Hemmern (z. B. Sildenafil) ist wegen des Risikos eines schweren Blutdruckabfalls kontraindiziert. Die Einnahme sollte stets mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin abgesprochen werden.
Quellen
- Deutsche Herzstiftung: Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Medikamente. Frankfurt, 2023. Verfügbar unter: https://www.herzstiftung.de
- Aktories K., Förstermann U., Hofmann F. B., Starke K.: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. 12. Auflage. Urban & Fischer, München, 2021.
- Fauci A.S. et al.: Harrison's Principles of Internal Medicine. 21st Edition. McGraw-Hill, New York, 2022.
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