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Verdauungsenzymersatz bezeichnet die medizinische Zufuhr von Enzymen, die der Körper selbst nicht ausreichend produziert, um Nahrung zu verdauen und Nährstoffe aufzunehmen.
Verdauungsenzymersatz bezeichnet die medizinische Zufuhr von Enzymen, die der Körper selbst nicht ausreichend produziert, um Nahrung zu verdauen und Nährstoffe aufzunehmen.
Der Verdauungsenzymersatz (auch Pankreasenzymersatztherapie oder Enzymsubstitutionstherapie) bezeichnet die gezielte Gabe von Verdauungsenzymen, die der menschliche Körper nicht mehr in ausreichender Menge selbst herstellen kann. Verdauungsenzyme sind biologisch aktive Eiweißstoffe, die im Magen-Darm-Trakt komplexe Nahrungsbestandteile – wie Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate – in kleinere, resorbierbare Moleküle aufspalten. Fehlen diese Enzyme, können Nährstoffe nicht richtig aufgenommen werden, was zu Mangelernährung und weiteren Beschwerden führt.
Ein Mangel an Verdauungsenzymen kann verschiedene Ursachen haben:
Ein unbehandelter Mangel an Verdauungsenzymen äußert sich typischerweise durch:
Die Diagnose einer exokrinen Pankreasinsuffizienz (EPI) – dem häufigsten Grund für eine Enzymersatztherapie – erfolgt durch verschiedene Untersuchungen:
Die Standardtherapie bei exokriner Pankreasinsuffizienz ist die orale Einnahme von Pankreatin, einem Gemisch aus Lipase, Amylase und Proteasen, das aus Schweinepankreas gewonnen wird. Die Präparate sind magensaftresistent verkapselt, damit die Enzyme erst im Dünndarm freigesetzt werden und nicht durch die Magensäure zerstört werden.
Die Dosierung richtet sich nach dem Fettgehalt der Mahlzeit und dem individuellen Bedarf des Patienten. Als Richtwert gelten mindestens 40.000–50.000 IE Lipase pro Hauptmahlzeit und etwa die Hälfte davon pro Zwischenmahlzeit. Die genaue Dosis wird vom behandelnden Arzt individuell angepasst.
Wichtig ist, dass die Enzymkapseln zu Beginn der Mahlzeit eingenommen werden, damit die Enzyme gleichzeitig mit der Nahrung im Dünndarm ankommen. Bei Bedarf können Kapseln auch während der Mahlzeit eingenommen werden.
Verdauungsenzympräparate werden in der Regel gut vertragen. Mögliche Nebenwirkungen umfassen:
Bei Kindern mit Mukoviszidose ist die Enzymtherapie ein essenzieller Bestandteil der Behandlung. Die Dosierung wird hier in der Regel nach Körpergewicht und Fettgehalt der Nahrung berechnet. Für Personen, die keine tierischen Produkte verwenden möchten, existieren auch pflanzliche oder mikrobielle Enzympräparate, die jedoch vorwiegend als Nahrungsergänzungsmittel angeboten werden und nicht als gleichwertiger Ersatz für Pankreatin bei schwerer exokriner Pankreasinsuffizienz gelten.
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