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Vitamin-K-Mangel: Ursachen, Symptome & Behandlung

Vitamin-K-Mangel bezeichnet eine unzureichende Versorgung mit Vitamin K, die zu Blutgerinnungsstörungen und Knochenproblemen führen kann. Betroffen sind vor allem Neugeborene, ältere Menschen und Personen mit Malabsorptionsstörungen.

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Wissenswertes über "Vitamin-K-Mangel"

Vitamin-K-Mangel bezeichnet eine unzureichende Versorgung mit Vitamin K, die zu Blutgerinnungsstörungen und Knochenproblemen führen kann. Betroffen sind vor allem Neugeborene, ältere Menschen und Personen mit Malabsorptionsstörungen.

Was ist Vitamin-K-Mangel?

Vitamin-K-Mangel liegt vor, wenn der Körper nicht ausreichend mit Vitamin K versorgt wird. Vitamin K ist ein fettlösliches Vitamin, das in zwei Hauptformen vorkommt: Vitamin K1 (Phyllochinon), das hauptsächlich in grünem Blattgemüse enthalten ist, und Vitamin K2 (Menachinon), das von Darmbakterien produziert wird und in fermentierten Lebensmitteln sowie tierischen Produkten vorkommt. Vitamin K spielt eine zentrale Rolle bei der Blutgerinnung und der Knochengesundheit.

Ursachen

Ein Vitamin-K-Mangel kann durch verschiedene Faktoren entstehen:

  • Unzureichende Nahrungsaufnahme: Eine einseitige Ernährung mit wenig grünem Gemüse kann den Bedarf nicht decken.
  • Malabsorptionsstörungen: Erkrankungen wie Morbus Crohn, Zöliakie oder chronische Pankreatitis beeinträchtigen die Aufnahme fettlöslicher Vitamine im Darm.
  • Langzeitanwendung von Antibiotika: Antibiotika können die Darmflora schädigen und damit die körpereigene Produktion von Vitamin K2 reduzieren.
  • Lebererkrankungen: Da Vitamin K in der Leber verarbeitet wird, können Lebererkrankungen zu einem funktionellen Mangel führen.
  • Einnahme von Vitamin-K-Antagonisten: Medikamente wie Warfarin oder Phenprocoumon blockieren die Wirkung von Vitamin K gezielt.
  • Neugeborene: Neugeborene haben sehr geringe Vitamin-K-Speicher und erhalten daher nach der Geburt routinemäßig eine Vitamin-K-Prophylaxe.

Symptome

Die wichtigsten Symptome eines Vitamin-K-Mangels stehen im Zusammenhang mit einer gestörten Blutgerinnung:

  • Verstärkte oder verlängerte Blutungen (z. B. nach Wunden oder Operationen)
  • Leichte Bildung von Hämatomen (blaue Flecken)
  • Nasenbluten und Zahnfleischbluten
  • Blut im Urin oder Stuhl
  • Bei Neugeborenen: lebensbedrohliche Vitamin-K-Mangelblutung (VKDB), auch als hämorrhagische Erkrankung des Neugeborenen bekannt
  • Langfristig: reduzierte Knochendichte und erhöhtes Risiko für Osteoporose

Diagnose

Die Diagnose eines Vitamin-K-Mangels erfolgt in der Regel durch folgende Untersuchungen:

  • Prothrombinzeit (PT) und INR: Diese Bluttests messen die Gerinnungsfähigkeit des Blutes. Ein verlängerter Wert weist auf einen möglichen Vitamin-K-Mangel hin.
  • Messung des PIVKA-II-Spiegels: PIVKA-II (Protein Induced by Vitamin K Absence) ist ein empfindlicher Marker für einen Vitamin-K-Mangel.
  • Bestimmung des Vitamin-K-Serumspiegels: Direkte Messung des Vitamin-K-Gehalts im Blut, obwohl dieser Test weniger häufig eingesetzt wird.

Risikogruppen

Bestimmte Personengruppen haben ein erhöhtes Risiko, einen Vitamin-K-Mangel zu entwickeln:

  • Neugeborene und Säuglinge (besonders gestillte Kinder)
  • Ältere Menschen mit eingeschränkter Ernährung
  • Personen mit chronischen Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn, Zöliakie)
  • Patienten nach bariatrischen Operationen (Magenverkleinerung)
  • Personen mit chronischen Lebererkrankungen
  • Patienten unter Langzeitantibiotikabehandlung

Behandlung

Die Behandlung eines Vitamin-K-Mangels richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad:

  • Ernährungsumstellung: Erhöhter Verzehr von Vitamin-K-reichen Lebensmitteln wie Spinat, Grünkohl, Brokkoli, Petersilie und fermentierten Produkten (z. B. Natto).
  • Orale Supplementierung: Einnahme von Vitamin-K-Präparaten (K1 oder K2), häufig in Dosen von 1 bis 10 mg täglich, abhängig von der Indikation.
  • Intravenöse oder intramuskuläre Gabe: Bei akuten Blutungen oder schwerer Malabsorption kann Vitamin K parenteral verabreicht werden.
  • Neugeborenenvorsorge: Standardmäßige Gabe von Vitamin K (meist 2 mg oral oder 1 mg intramuskulär) kurz nach der Geburt zur Vorbeugung einer VKDB.
  • Behandlung der Grunderkrankung: Bei Malabsorption oder Lebererkrankung muss die zugrunde liegende Erkrankung behandelt werden.

Empfohlene Zufuhr

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) beträgt der Referenzwert für die tägliche Vitamin-K-Zufuhr bei Erwachsenen 70 bis 80 Mikrogramm pro Tag (60–70 µg für Frauen, 70–80 µg für Männer). Die WHO empfiehlt ähnliche Werte. Eine Toxizität durch Vitamin K aus natürlichen Quellen ist sehr selten; für synthetisches Menadion (Vitamin K3) sind jedoch unerwünschte Wirkungen beschrieben.

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr - Vitamin K. Bonn, 2023. Verfügbar unter: https://www.dge.de
  2. Shearer MJ, Fu X, Booth SL. Vitamin K nutrition, metabolism, and requirements: current concepts and future research. Advances in Nutrition. 2012;3(2):182-195.
  3. World Health Organization (WHO): Vitamin and Mineral Requirements in Human Nutrition, 2nd edition. Geneva: WHO Press, 2004.

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