VKB-Revision: Ursachen, OP und Rehabilitation
Die VKB-Revision ist ein erneuter operativer Eingriff am vorderen Kreuzband nach einer vorangegangenen Rekonstruktion. Sie wird nötig, wenn das rekonstruierte Band erneut reißt oder die Erstoperation nicht erfolgreich war.
Wissenswertes über "VKB-Revision"
Die VKB-Revision ist ein erneuter operativer Eingriff am vorderen Kreuzband nach einer vorangegangenen Rekonstruktion. Sie wird nötig, wenn das rekonstruierte Band erneut reißt oder die Erstoperation nicht erfolgreich war.
Was ist die VKB-Revision?
Die VKB-Revision (auch Revisions-Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes genannt) bezeichnet einen erneuten operativen Eingriff am Kniegelenk, bei dem ein zuvor rekonstruiertes vorderes Kreuzband (VKB) erneut behandelt wird. Das vordere Kreuzband ist ein zentrales Stabilisierungsband im Knie, das häufig bei Sportverletzungen reißt. Wenn die Erstrekonstruktion versagt oder das neue Band erneut verletzt wird, ist eine Revisionsoperation notwendig.
Ursachen für eine VKB-Revision
Es gibt verschiedene Gründe, warum eine VKB-Revisionsoperation erforderlich werden kann:
- Erneuter Riss des Transplantats: Das verwendete Ersatzgewebe (Transplantat) kann durch ein neues Trauma oder übermäßige Belastung erneut reißen.
- Fehlerhafte Tunnelpositionierung: Wenn bei der Erstoperation die Knochenkanäle (Tunnel) nicht optimal platziert wurden, kann die Stabilität des Kniegelenks langfristig beeinträchtigt sein.
- Biologisches Versagen: Das Transplantat integriert sich nicht ausreichend in den Knochen (mangelhafte Osseointegration).
- Instabilität trotz Operation: Anhaltende Knieinstabilität durch begleitende Verletzungen, die bei der Erstoperation übersehen oder nicht mitbehandelt wurden (z. B. Meniskusverletzungen, Kollateralbänder).
- Infektionen oder Komplikationen: Postoperative Infektionen oder andere Komplikationen können das Transplantat schädigen.
Diagnose
Vor einer VKB-Revision erfolgt eine sorgfältige diagnostische Abklärung, um die genaue Ursache des Versagens zu identifizieren:
- Klinische Untersuchung: Tests wie der Lachman-Test oder der vordere Schubladentest prüfen die Stabilität des Kniegelenks.
- MRT (Magnetresonanztomographie): Liefert detaillierte Bilder des Transplantats, der Knochen und der umliegenden Strukturen.
- Röntgenaufnahmen: Zur Beurteilung der Tunnelposition und möglicher knöcherner Veränderungen.
- CT (Computertomographie): Ermöglicht eine genaue Analyse der Knochenstruktur und der Tunnelweitung.
Behandlung: Die Revisionsoperation
Die VKB-Revision ist technisch anspruchsvoller als die Erstrekonstruktion und erfordert erfahrene Kniespezialisten. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache des Versagens.
Wahl des Transplantats
Bei einer Revision wird häufig ein anderes Transplantat als bei der Erstoperation gewählt. Zu den gängigen Optionen gehören:
- Hamstring-Sehnen (Semitendinosus/Gracilis): Sehnen aus der Körnervorderseite des Oberschenkels
- Patellasehne (Bone-Patellar Tendon-Bone, BTB): Ein bewährtes autologes Transplantat
- Quadrizepssehne: Gewinnt zunehmend an Bedeutung bei Revisionen
- Allograft (Fremdgewebe): Gewebe von einem Spender, insbesondere wenn autologes Gewebe nicht verfügbar ist
Einstufiges vs. zweistufiges Vorgehen
Abhängig vom Ausmaß der Tunnelweitung kann die Revision in einem oder in zwei Schritten durchgeführt werden:
- Einstufig: Transplantatwechsel in einer einzigen Operation, wenn die Tunnel noch geeignet sind.
- Zweistufig: Im ersten Schritt werden die Tunnel mit Knochentransplantaten aufgefüllt und zur Aushärtung belassen; im zweiten Schritt erfolgt die eigentliche Revisions-Rekonstruktion.
Begleitende Eingriffe
Häufig werden bei der VKB-Revision zusätzliche Eingriffe durchgeführt, zum Beispiel:
- Meniskusrekonstruktion oder -nähung
- Knorpelbehandlung
- Laterale Kapselplastik (extra-artikuläre Augmentation) zur zusätzlichen Stabilisierung
Rehabilitation nach der VKB-Revision
Die Rehabilitation nach einer VKB-Revision ist langwierig und dauert in der Regel 9 bis 12 Monate oder länger. Sie umfasst:
- Physiotherapie zur Wiederherstellung von Beweglichkeit, Kraft und Koordination
- Schrittweiser Belastungsaufbau
- Sportspezifisches Training vor der Rückkehr zum Sport
- Regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchungen
Die Rückkehrrate zum Sport nach einer VKB-Revision ist im Vergleich zur Erstrekonstruktion etwas geringer, jedoch kann mit einer konsequenten Rehabilitation in vielen Fällen ein gutes funktionelles Ergebnis erzielt werden.
Quellen
- Getgood A, Bryant D, Litchfield R, et al. - Lateral Extra-articular Tenodesis Reduces Failure of Hamstring Tendon Autograft Anterior Cruciate Ligament Reconstruction. The American Journal of Sports Medicine, 2020.
- AWMF - S2k-Leitlinie: Versorgung von Verletzungen des vorderen Kreuzbandes, 2018. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften.
- Kamath GV, Redfern JC, Greis PE, Burks RT - Revision Anterior Cruciate Ligament Reconstruction. The American Journal of Sports Medicine, 2011.
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