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Das Von-Hippel-Lindau-Czermak-Syndrom ist eine seltene erbliche Erkrankung, die zur Bildung von Tumoren und Zysten in verschiedenen Organen führt. Betroffen sind vor allem Gehirn, Rückenmark, Augen und Nieren.
Das Von-Hippel-Lindau-Czermak-Syndrom ist eine seltene erbliche Erkrankung, die zur Bildung von Tumoren und Zysten in verschiedenen Organen führt. Betroffen sind vor allem Gehirn, Rückenmark, Augen und Nieren.
Das Von-Hippel-Lindau-Czermak-Syndrom (kurz: VHL-Syndrom) ist eine seltene, genetisch bedingte Erkrankung aus der Gruppe der hereditären Tumorerkrankungen. Sie wird durch eine Mutation im VHL-Tumorsuppressorgen auf Chromosom 3 verursacht und autosomal-dominant vererbt. Das bedeutet, dass bereits eine veränderte Genkopie ausreicht, um die Erkrankung auszulösen. Die Erkrankung ist nach den Ärzten Eugen von Hippel, Arvid Lindau und Johann Nepomuk Czermak benannt, die wesentliche Beiträge zu ihrer Beschreibung leisteten.
Das Syndrom führt zur unkontrollierten Bildung von gutartigen und bösartigen Tumoren sowie Zysten in zahlreichen Organen. Besonders charakteristisch sind sogenannte Hämangioblastome – stark durchblutete Gefäßtumoren – im Zentralnervensystem und in der Netzhaut des Auges.
Die Ursache liegt in einer Keimbahnmutation des VHL-Gens. Dieses Gen kodiert für ein Protein, das unter normalen Umständen das Zellwachstum reguliert und die Bildung neuer Blutgefäße (Angiogenese) kontrolliert. Fällt diese Funktion aus, kommt es zu unkontrolliertem Zellwachstum und übermäßiger Gefäßneubildung.
Die Symptome des VHL-Syndroms sind vielfältig und hängen davon ab, welche Organe betroffen sind. Die Erkrankung manifestiert sich meist im jungen Erwachsenenalter, kann aber auch im Kindesalter auftreten.
Die Diagnose des VHL-Syndroms erfolgt klinisch und molekulargenetisch. Folgende Untersuchungen sind relevant:
Bei familiärer Belastung wird eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung ab dem Kindesalter empfohlen.
Eine ursächliche Behandlung der genetischen Mutation ist bisher nicht möglich. Die Therapie zielt darauf ab, Komplikationen zu verhindern und Tumoren frühzeitig zu behandeln.
Aufgrund der Multiorgan-Beteiligung ist eine lebenslange, interdisziplinäre Nachsorge essenziell. Empfohlen werden regelmäßige Kontrolluntersuchungen durch Neurologen, Ophthalmologen, Urologen, Endokrinologen und Humangenetiker.
Die Prognose des VHL-Syndroms ist stark vom Zeitpunkt der Diagnose und der konsequenten Nachsorge abhängig. Durch frühzeitige Erkennung und regelmäßige Kontrollen kann die Lebensqualität erheblich verbessert und lebensbedrohliche Komplikationen können vermieden werden. Das Nierenzellkarzinom ist die häufigste Todesursache bei betroffenen Personen, wenn es nicht rechtzeitig behandelt wird.
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