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Vorzeitige Ovarialinsuffizienz (POI) bezeichnet den Funktionsverlust der Eierstöcke vor dem 40. Lebensjahr. Sie führt zu Hormonstörungen und kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.
Vorzeitige Ovarialinsuffizienz (POI) bezeichnet den Funktionsverlust der Eierstöcke vor dem 40. Lebensjahr. Sie führt zu Hormonstörungen und kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.
Die Vorzeitige Ovarialinsuffizienz (englisch: Premature Ovarian Insufficiency, kurz POI) ist eine Erkrankung, bei der die Eierstöcke (Ovarien) vor dem 40. Lebensjahr ihre normale Funktion verlieren. Die Ovarien produzieren dann nicht mehr ausreichend Hormone – insbesondere Östrogen – und die Anzahl der Eibläschen (Follikel) nimmt stark ab. Dies führt zu unregelmäßigen oder ausbleibenden Menstruationszyklen und kann die Fruchtbarkeit erheblich einschränken. POI betrifft schätzungsweise 1 % aller Frauen unter 40 Jahren und ist von einer normalen Menopause zu unterscheiden, da sie deutlich früher eintritt und andere Ursachen hat.
In vielen Fällen bleibt die genaue Ursache unbekannt – man spricht dann von einer idiopathischen POI. Bekannte Ursachen umfassen:
Die Symptome der vorzeitigen Ovarialinsuffizienz ähneln jenen der natürlichen Menopause und entstehen hauptsächlich durch den Östrogenmangel:
Langfristig erhöht der Östrogenmangel das Risiko für Osteoporose (Knochenschwund) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Die Diagnose der POI wird anhand klinischer Kriterien und Laboruntersuchungen gestellt:
Eine kurative Therapie, die die Eierstockfunktion vollständig wiederherstellt, existiert bislang nicht. Die Behandlung zielt daher auf den Ausgleich des Hormonmangels und die Vermeidung von Langzeitfolgen ab.
Die Hormonersatztherapie ist die wichtigste Behandlungsoption bei POI. Durch die Gabe von Östrogen (ggf. in Kombination mit Gestagen bei vorhandenem Uterus) werden Symptome gelindert und das Risiko für Osteoporose sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gesenkt. Die Therapie wird in der Regel bis zum natürlichen Menopausealter (ca. 51 Jahre) empfohlen.
Bei bestehendem Kinderwunsch sollte eine spezialisierte reproduktionsmedizinische Beratung erfolgen. In einigen Fällen können spontane Schwangerschaften eintreten, da die Ovarialfunktion bei POI intermittierend sein kann. Möglichkeiten wie die Eizellspende oder die Nutzung kryokonservierter Eizellen können besprochen werden.
Die Diagnose POI ist für viele Frauen emotional belastend, insbesondere in Bezug auf den unerfüllten Kinderwunsch. Psychologische Beratung und Selbsthilfegruppen können eine wichtige Unterstützung bieten.
Regelmäßige Kontrollen der Knochendichte (Osteodensitometrie), ausreichende Kalzium- und Vitamin-D-Zufuhr sowie körperliche Aktivität sind empfehlenswert, um Langzeitfolgen zu minimieren.
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