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Wachstumsstörung – Ursachen, Symptome & Therapie

Eine Wachstumsstörung bezeichnet eine Abweichung vom normalen Körperwachstum bei Kindern und Jugendlichen. Ursachen können hormonell, genetisch oder ernährungsbedingt sein.

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Wissenswertes über "Wachstumsstörung"

Eine Wachstumsstörung bezeichnet eine Abweichung vom normalen Körperwachstum bei Kindern und Jugendlichen. Ursachen können hormonell, genetisch oder ernährungsbedingt sein.

Was ist eine Wachstumsstörung?

Eine Wachstumsstörung liegt vor, wenn das Körperwachstum eines Kindes oder Jugendlichen deutlich vom alters- und geschlechtstypischen Normbereich abweicht. Dies kann sich als Kleinwuchs (zu geringes Wachstum) oder seltener als Großwuchs (übermäßiges Wachstum) äußern. Wachstumsstörungen betreffen sowohl die Körpergröße als auch das Gewicht und können auf vielfältige Ursachen zurückgeführt werden.

Ursachen

Wachstumsstörungen entstehen durch ein breites Spektrum an Ursachen, die in verschiedene Kategorien eingeteilt werden können:

Hormonelle Ursachen

  • Wachstumshormonmangel: Eine unzureichende Produktion des Wachstumshormons (Somatotropin) durch die Hypophyse ist eine häufige Ursache für Kleinwuchs.
  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose): Schilddrüsenhormone sind essenziell für normales Wachstum; ein Mangel kann das Wachstum erheblich beeinträchtigen.
  • Cushing-Syndrom: Ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel hemmt das Wachstum.

Genetische Ursachen

  • Chromosomale Erkrankungen: Zum Beispiel Turner-Syndrom oder Down-Syndrom gehen häufig mit Wachstumsstörungen einher.
  • Familiärer Kleinwuchs: Ein konstitutionell bedingter, erblicher Kleinwuchs ohne zugrundeliegende Erkrankung.
  • Skelettdysplasien: Genetisch bedingte Störungen der Knochen- und Knorpelentwicklung, wie z. B. Achondroplasie.

Ernährungsbedingte und chronische Ursachen

  • Mangelernährung: Ein Mangel an essenziellen Nährstoffen wie Proteinen, Zink oder Vitamin D kann das Wachstum hemmen.
  • Chronische Erkrankungen: Erkrankungen wie Zöliakie, entzündliche Darmerkrankungen, Nierenerkrankungen oder angeborene Herzfehler können das Wachstum beeinflussen.

Psychosoziale Ursachen

  • Chronischer Stress und emotionale Vernachlässigung können in seltenen Fällen zu einem sogenannten psychosozialen Kleinwuchs führen.

Symptome

Das Leitsymptom einer Wachstumsstörung ist eine deutliche Abweichung der Körpergröße vom altersgemäßen Durchschnitt. Weitere Hinweiszeichen können sein:

  • Verlangsamtes oder stagnierendes Längenwachstum (geringe Wachstumsgeschwindigkeit)
  • Körpergröße unterhalb der 3. Perzentile für das jeweilige Alter und Geschlecht
  • Verzögerte Knochenreife (retardiertes Knochenalter)
  • Verzögerte Pubertätsentwicklung
  • Bei Überproduktion von Wachstumshormon: übermäßiges Wachstum (Gigantismus im Kindesalter, Akromegalie im Erwachsenenalter)

Diagnose

Die Diagnose einer Wachstumsstörung umfasst mehrere Schritte:

  • Auxiologie: Regelmäßige Messung und Dokumentation von Körpergröße, Gewicht und Wachstumsgeschwindigkeit sowie Einordnung in Wachstumskurven (Perzentilenkurven).
  • Knochenalterbestimmung: Röntgenaufnahme der linken Hand zur Bestimmung des Skelettalters im Vergleich zum chronologischen Alter.
  • Laboruntersuchungen: Bestimmung von IGF-1 (Insulin-like Growth Factor 1), Schilddrüsenhormonen, Blutbild, Entzündungsmarkern und weiteren relevanten Werten.
  • Wachstumshormon-Stimulationstest: Zur Überprüfung der Wachstumshormonsekretion der Hypophyse.
  • Genetische Diagnostik: Bei Verdacht auf chromosomale oder genetische Ursachen.
  • Bildgebung: MRT der Hypophyse bei Verdacht auf strukturelle Ursachen.

Behandlung

Die Therapie richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache:

Hormontherapie

  • Wachstumshormontherapie: Bei nachgewiesenem Wachstumshormonmangel oder bestimmten genetischen Erkrankungen (z. B. Turner-Syndrom, Prader-Willi-Syndrom) wird synthetisches Wachstumshormon (Somatropin) subkutan injiziert.
  • Schilddrüsenhormonersatz: Bei Hypothyreose wird Levothyroxin gegeben, um den Hormonspiegel zu normalisieren.

Behandlung der Grunderkrankung

  • Bei chronischen Erkrankungen wie Zöliakie oder entzündlichen Darmerkrankungen führt die Behandlung der Grunderkrankung oft zu einer Normalisierung des Wachstums.

Ernährungstherapie

  • Bei Mangelernährung steht die gezielte Nährstoffversorgung im Vordergrund, gegebenenfalls ergänzt durch diätetische Maßnahmen oder Nahrungsergänzung.

Psychosoziale Unterstützung

  • Kinder mit psychosozialem Kleinwuchs oder psychischen Belastungen durch ihre Wachstumsstörung profitieren von psychologischer Betreuung und familientherapeutischen Maßnahmen.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf einer Wachstumsstörung hängt stark von der Ursache und dem Zeitpunkt des Therapiebeginns ab. Frühzeitig erkannte und behandelte Störungen, insbesondere hormoneller Natur, haben oft eine gute Prognose. Genetisch bedingte Wachstumsstörungen sind häufig nicht vollständig korrigierbar, können aber durch gezielte Therapien positiv beeinflusst werden. Regelmäßige Verlaufskontrollen durch einen Kinderspezialisten (Pädiater) oder Kinderendokrinologen sind essenziell.

Quellen

  1. Ranke, M. B. & Wit, J. M. (Hrsg.) - Growth Hormone Deficiency in Children. Karger Publishers, 2011.
  2. Laron, Z. & Bondy, C. (2003). Growth hormone and growth factors: clinical aspects. Endocrine Reviews, 24(3), 328-375. Verfügbar über PubMed.
  3. World Health Organization (WHO) - WHO Child Growth Standards. Verfügbar unter: https://www.who.int/tools/child-growth-standards

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