Wadenbeinfraktur: Ursachen, Symptome und Behandlung
Eine Wadenbeinfraktur ist ein Knochenbruch des Wadenbeins (Fibula). Sie entsteht häufig durch Umknicken, Stürze oder direkte Gewalteinwirkung und äußert sich durch Schmerz, Schwellung und eingeschränkte Beweglichkeit.
Wissenswertes über "Wadenbeinfraktur"
Eine Wadenbeinfraktur ist ein Knochenbruch des Wadenbeins (Fibula). Sie entsteht häufig durch Umknicken, Stürze oder direkte Gewalteinwirkung und äußert sich durch Schmerz, Schwellung und eingeschränkte Beweglichkeit.
Was ist eine Wadenbeinfraktur?
Eine Wadenbeinfraktur (medizinisch: Fibulafraktur) bezeichnet einen Knochenbruch des Wadenbeins (Fibula), dem dünneren der beiden Unterschenkelknochen. Das Wadenbein verläuft parallel zum Schienbein (Tibia) auf der Außenseite des Unterschenkels und ist wesentlich am Aufbau des oberen Sprunggelenks beteiligt. Frakturen dieses Knochens gehören zu den häufigsten Knochenverletzungen im Beinbereich.
Ursachen
Wadenbeinfrakturen entstehen durch verschiedene Mechanismen:
- Umknicken des Fußes (Supinationstrauma): Die häufigste Ursache, besonders beim Sport
- Stürze aus größerer Höhe oder beim Gehen auf unebenem Untergrund
- Direkte Gewalteinwirkung, z. B. bei Verkehrsunfällen
- Ermüdungsfrakturen (Stressfrakturen) durch wiederholte Überlastung, besonders bei Läufern und Leistungssportlern
- Osteoporose: Erhöhtes Frakturrisiko bei verminderter Knochendichte, insbesondere bei älteren Menschen
Symptome
Die typischen Beschwerden bei einer Wadenbeinfraktur umfassen:
- Schmerzen im Bereich des Wadenbeins oder Sprunggelenks, oft verstärkt bei Belastung
- Schwellung und Hämatom (Bluterguss) am betroffenen Bereich
- Druckschmerz entlang des Wadenbeins
- Eingeschränkte Beweglichkeit des Sprunggelenks oder des Kniegelenks
- Mögliche Fehlstellung des Knochens bei verschobenen Frakturen
- Geh- und Belastungsunfähigkeit im schweren Fall
Klassifikation
Wadenbeinfrakturen werden nach verschiedenen Kriterien eingeteilt. Eine wichtige Klassifikation ist die Weber-Klassifikation für Sprunggelenksfrakturen:
- Weber A: Fraktur unterhalb der Syndesmose (das Band zwischen Schienbein und Wadenbein); die Syndesmose ist intakt
- Weber B: Fraktur auf Höhe der Syndesmose; die Syndesmose kann verletzt sein
- Weber C: Fraktur oberhalb der Syndesmose; die Syndesmose ist in der Regel verletzt
Zusätzlich wird unterschieden, ob es sich um eine stabile oder instabile, eine isolierte oder kombinierte (z. B. mit Verletzung des Innenknöchels) sowie eine geschlossene oder offene Fraktur handelt.
Diagnose
Die Diagnose einer Wadenbeinfraktur erfolgt durch:
- Klinische Untersuchung: Ertasten von Druckschmerz, Beurteilung von Schwellung und Beweglichkeit
- Röntgenaufnahmen in zwei Ebenen: Standardverfahren zur Darstellung der Fraktur und zur Klassifikation
- Computertomografie (CT): Bei komplexen Frakturen oder zur genauen OP-Planung
- Magnetresonanztomografie (MRT): Bei Verdacht auf Bandverletzungen oder Stressfrakturen
Behandlung
Konservative Therapie
Stabile, nicht oder wenig verschobene Frakturen (insbesondere Weber-A- und viele Weber-B-Frakturen) werden häufig konservativ behandelt:
- Ruhigstellung mit einem Unterschenkelgips oder einer Orthese (Sprunggelenksschiene)
- Entlastung an Unterarmgeh-Stützen für mehrere Wochen
- Schmerztherapie mit Schmerzmitteln (z. B. Ibuprofen, Paracetamol)
- Hochlagern des betroffenen Beins zur Reduktion der Schwellung
- Kühlung in der Akutphase
Operative Therapie
Instabile, verschobene oder komplexe Frakturen erfordern oft eine Operation:
- Osteosynthese: Stabilisierung des Knochens mit Schrauben, Platten oder Nägeln
- Stellschraube bei Verletzung der Syndesmose zur Wiederherstellung der Gelenkstabilität
Rehabilitation
Nach der Ruhigstellung folgt eine physiotherapeutische Behandlung zur Wiederherstellung von Kraft, Beweglichkeit und Koordination. Die vollständige Heilung dauert je nach Schwere der Fraktur 6 bis 12 Wochen, bei komplexen Verletzungen auch länger.
Komplikationen
Mögliche Komplikationen einer Wadenbeinfraktur sind:
- Fehlheilung oder verzögerte Knochenbruchheilung
- Sprunggelenksinstabilität bei übersehenen Bandverletzungen
- Arthrose des Sprunggelenks als Spätfolge
- Thrombose durch Immobilisierung
- Wundheilungsstörungen nach Operationen
Quellen
- Ruchholtz S., Wirtz D.C. (Hrsg.): Orthopädie und Unfallchirurgie essentials. 3. Auflage, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2019.
- Danis R.: Classification of ankle fractures (Weber-Klassifikation). In: Unfallchirurg, Springer Medizin, 2022.
- Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU): S2k-Leitlinie Sprunggelenksfrakturen. AWMF-Registernummer 012-003, 2020. Verfügbar unter: www.awmf.org
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