Weber-Fraktur: Typen A, B, C – Symptome & Therapie
Die Weber-Fraktur ist ein Knochenbruch am Außenknöchel des Sprunggelenks. Sie wird nach dem Schweizer Chirurgen Bernhard Georg Weber klassifiziert und in drei Typen eingeteilt.
Wissenswertes über "Weber-Fraktur"
Die Weber-Fraktur ist ein Knochenbruch am Außenknöchel des Sprunggelenks. Sie wird nach dem Schweizer Chirurgen Bernhard Georg Weber klassifiziert und in drei Typen eingeteilt.
Was ist eine Weber-Fraktur?
Die Weber-Fraktur bezeichnet einen Bruch des Außenknöchels (Fibula) im Bereich des oberen Sprunggelenks. Die Klassifikation wurde vom Schweizer Orthopäden Bernhard Georg Weber entwickelt und ist heute weltweit die gängigste Einteilung von Sprunggelenksfrakturen. Sie orientiert sich am Verlauf der Frakturlinie in Relation zur Syndesmose – dem Bandapparat, der Schien- und Wadenbein (Tibia und Fibula) miteinander verbindet.
Klassifikation: Weber A, B und C
Die Weber-Klassifikation unterscheidet drei Typen:
- Weber A: Die Fraktur liegt unterhalb der Syndesmose. Die Syndesmose selbst ist intakt. Dieser Typ gilt als stabil und wird meist konservativ behandelt.
- Weber B: Die Fraktur befindet sich auf Höhe der Syndesmose. Die Syndesmose kann intakt oder teilweise verletzt sein. Je nach Stabilität ist eine operative oder konservative Therapie möglich.
- Weber C: Die Fraktur liegt oberhalb der Syndesmose. Die Syndesmose ist in der Regel verletzt. Dieser Typ ist instabil und erfordert häufig eine operative Versorgung.
Ursachen und Entstehung
Weber-Frakturen entstehen typischerweise durch:
- Umknicken des Fußes nach innen oder außen (Inversions- oder Eversionsreaktion)
- Sportunfälle, besonders bei Fußball, Basketball, Ski fahren oder Laufen
- Sturz aus geringer oder mittlerer Höhe
- Verkehrsunfälle
Besonders häufig betroffen sind sportlich aktive Menschen sowie ältere Personen mit erhöhtem Sturzrisiko.
Symptome
Typische Beschwerden bei einer Weber-Fraktur umfassen:
- Starke Schmerzen im Bereich des Außenknöchels, besonders bei Belastung
- Schwellung und Hämatom (Bluterguss) rund ums Sprunggelenk
- Druck- und Klopfschmerz am Wadenbein
- Eingeschränkte Beweglichkeit des Sprunggelenks
- Geh- oder Standunfähigkeit bei schweren Formen
Diagnose
Die Diagnose einer Weber-Fraktur erfolgt durch:
- Körperliche Untersuchung: Abtasten des Knöchels und des Wadenbeins, Prüfung der Stabilität des Syndesmosenbands
- Röntgenaufnahme: Standardmäßig in zwei Ebenen (a.p. und seitlich) sowie als „Mortise View“ (20°-Innenrotation). Ermöglicht die Zuordnung zum Weber-Typ A, B oder C.
- MRT oder CT: Bei unklaren Befunden, Verdacht auf Bandverletzungen oder komplexen Frakturen
Behandlung
Konservative Therapie
Weber-A-Frakturen und stabile Weber-B-Frakturen können häufig ohne Operation behandelt werden:
- Ruhigstellung im Unterschenkelgips oder in einer Orthese für 4–6 Wochen
- Teilbelastung mit Unterarmgehstützen in der Anfangsphase
- Kühlung und Hochlagerung zur Reduktion der Schwellung
- Physiotherapie zur Wiederherstellung von Kraft und Stabilität
Operative Therapie
Instabile Weber-B-Frakturen und nahezu alle Weber-C-Frakturen werden operiert:
- Osteosynthese: Fixierung der Fraktur mit Platten und Schrauben (meist Drittelrohrplatte)
- Stellschraube: Bei Syndesmosenverletzung wird zusätzlich eine temporäre Stellschraube eingebracht, die nach 6–12 Wochen entfernt wird
- Nachbehandlung: Physiotherapie und schrittweiser Belastungsaufbau
Prognose und Heilungsverlauf
Bei korrekter Behandlung ist die Prognose der Weber-Fraktur in der Regel gut. Die vollständige Heilung dauert je nach Typ und Behandlung 6–12 Wochen. Eine konsequente Physiotherapie ist entscheidend, um die volle Funktion des Sprunggelenks wiederherzustellen und Folgeschäden wie eine Sprunggelenksarthrose zu vermeiden. Komplikationen können bei unzureichender Stabilisierung oder vorzeitiger Belastung auftreten.
Quellen
- Müller-Mai, C. & Ekkernkamp, A. (Hrsg.): Frakturen – Klassifikation und Behandlungsoptionen. Springer Medizin Verlag, 2. Auflage (2015).
- Rammelt, S. & Zwipp, H.: Frakturen und Luxationen am Sprunggelenk. Der Chirurg, 84(12), 1059–1076 (2013). DOI: 10.1007/s00104-013-2595-0
- Dettwyler, M. et al.: Weber Fracture. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing (2024). PMID: 31869173
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