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Wehen – Arten, Ursachen & Schmerzlinderung

Wehen sind rhythmische Kontraktionen der Gebärmutter, die die Geburt einleiten und vorantreiben. Sie sind ein natürlicher Teil des Geburtsprozesses.

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Wissenswertes über "Wehen"

Wehen sind rhythmische Kontraktionen der Gebärmutter, die die Geburt einleiten und vorantreiben. Sie sind ein natürlicher Teil des Geburtsprozesses.

Was sind Wehen?

Wehen sind rhythmische, unwillkürliche Kontraktionen (Zusammenziehungen) der Gebärmuttermuskulatur. Sie spielen eine zentrale Rolle beim Geburtsvorgang, da sie dazu beitragen, den Muttermund zu öffnen und das Kind durch den Geburtskanal zu schieben. Wehen können unterschiedliche Formen annehmen – von harmlosen Übungswehen während der Schwangerschaft bis hin zu den eigentlichen Geburtswehn unter der Geburt.

Arten von Wehen

Vorwehen (Braxton-Hicks-Kontraktionen)

Diese sogenannten Übungswehen treten bereits ab der Mitte der Schwangerschaft auf. Sie sind in der Regel unregulär, schmerzvarm und bereiten die Gebärmutter auf die eigentliche Geburt vor. Sie führen nicht zur Eröffnung des Muttermundes.

Senkwehen

Senkwehen treten kurz vor der Geburt auf und bewirken, dass das Kind tiefer in das Becken der Mutter sinkt. Dadurch kann es zu einer Erleichterung des Drucks auf das Zwerchfell kommen, gleichzeitig erhöht sich jedoch der Druck auf die Blase.

Eröffnungswehen

Eröffnungswehen markieren den Beginn der aktiven Geburtsphase. Sie sind regelmäßig, werden mit der Zeit stärker und treten häufiger auf. Ihr Ziel ist es, den Muttermund vollständig zu eröffnen (auf etwa 10 cm).

Presswehen

Presswehen treten in der Austreibungsphase auf, wenn der Muttermund vollständig geöffnet ist. Sie sind besonders stark und animieren die Mutter, aktiv mitzupressen, um das Kind zu gebären.

Nachgeburtswehen

Nach der Geburt des Kindes helfen Nachgeburtswehen, die Plazenta auszustossen und die Blutgefäße der Gebärmutter zu verschließen, um übermäßigen Blutverlust zu verhindern.

Ursachen und auslösende Faktoren

Der genaue Mechanismus, der Wehen auslöst, ist komplex und noch nicht vollständig erforscht. Folgende Faktoren spielen eine wichtige Rolle:

  • Hormonelle Veränderungen: Ein Anstieg von Oxytocin und Prostaglandinen fördert die Kontraktionen der Gebärmutter.
  • Dehnung der Gebärmutter: Mit zunehmendem Wachstum des Kindes wird die Gebärmuttermuskulatur ger streckt, was die Empfindlichkeit gegenüber wehenstimulierenden Hormonen erhöht.
  • Reifung des Kindes: Signale vom Kind selbst, insbesondere über hormonelle Achsen, tragen zur Einleitung der Wehen bei.
  • Zervixreifung: Die Reifung des Gebärmutterhalses (Zervix) ist ein wichtiger Schritt vor dem Einsetzen der Wehen.

Symptome und Erkennen echter Wehen

Echte Geburtswehn lassen sich von Vor- und Übungswehen durch folgende Merkmale unterscheiden:

  • Regelmäßigkeit: Die Abstände zwischen den Wehen werden kürzer.
  • Zunehmende Intensität: Die Wehen werden stärker und dauern länger an.
  • Lokalisation: Der Schmerz beginnt häufig im Rücken und strahlt in den Bauch aus.
  • Keine Linderung durch Bewegung oder Lageänderung.
  • Begleiterscheinungen wie Abgang des Schleimpfropfes oder Blasensprung können auftreten.

Diagnose und Überwachung

Während der Geburt werden Wehen mit einem sogenannten Kardiotokographen (CTG) überwacht. Dieses Gerät zeichnet gleichzeitig die Herzfrequenz des Kindes und die Wehentätigkeit der Mutter auf, um die Sicherheit von Mutter und Kind zu gewährleisten. Zusätzlich kann der Geburtsfortschritt durch vaginale Untersuchungen beurteilt werden.

Behandlung und Schmerzlinderung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, mit Wehenschmerzen umzugehen:

Nicht-medikamentöse Methoden

  • Atemtechniken und Entspannungsübungen
  • Wärmeapplikation (z.B. warme Bäder, Wärmflaschen)
  • Bewegung und bestimmte Körperpositionen
  • Massage und Akupunktur
  • Geburt im Wasser (Wassergeburt)

Medikamentöse Methoden

  • Periduralanästhesie (PDA): Eine häufig genutzte Form der rückenmarknahen Betäubung, die effektiv Schmerzen lindert, ohne das Bewusstsein zu beeinträchtigen.
  • Opioide: Schmerzlindernde Medikamente wie Pethidin können unter ärztlicher Aufsicht eingesetzt werden.
  • Lachgas: In einigen Kliniken wird Lachgas (Distickstoffmonoxid) zur Schmerzlinderung angeboten.

Weheneinleitung und Wehenhemmung

In bestimmten medizinischen Situationen kann es notwendig sein, Wehen künstlich einzuleiten (z.B. bei Übertragung oder einem vorzeitigen Blasensprung). Dies geschieht häufig mit Oxytocin oder Prostaglandinen. Umgekehrt können bei Frühgeburtsbestrebungen wehenhemmende Medikamente (Tokolytika) eingesetzt werden, um eine Frühgeburt zu verzögern.

Quellen

  1. Stiefel, A. et al. (Hrsg.): Hebammenkunde – Lehrbuch für Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Beruf. 5. Auflage. Hippokrates Verlag, Stuttgart 2013.
  2. World Health Organization (WHO): WHO Recommendations: Intrapartum Care for a Positive Childbirth Experience. Geneva: WHO, 2018. Verfügbar unter: https://www.who.int/publications/i/item/9789241550215
  3. Cunningham, F.G. et al.: Williams Obstetrics. 25th Edition. McGraw-Hill Education, New York 2018.

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