Wehenabstand: Bedeutung & Tipps zur Geburt
Der Wehenabstand beschreibt die Zeitspanne zwischen zwei aufeinanderfolgenden Wehen. Er ist ein wichtiger Hinweis auf den Fortschritt der Geburt.
Wissenswertes über "Wehenabstand"
Der Wehenabstand beschreibt die Zeitspanne zwischen zwei aufeinanderfolgenden Wehen. Er ist ein wichtiger Hinweis auf den Fortschritt der Geburt.
Was ist der Wehenabstand?
Der Wehenabstand (auch Wehenintervall genannt) bezeichnet die Zeitspanne, die zwischen dem Beginn einer Wehe und dem Beginn der nächsten Wehe liegt. Er ist ein zentrales Kriterium, um den Verlauf und Fortschritt einer Geburt zu beurteilen. Je kürzer der Abstand zwischen den Wehen wird, desto weiter ist die Geburt in der Regel fortgeschritten.
Bedeutung des Wehenabstands während der Geburt
Während der Geburt verändern sich Intensität, Dauer und Abstand der Wehen kontinuierlich. Der Wehenabstand gibt Hebammen und Gebürtshelfern wichtige Informationen darüber, in welcher Geburtsphase sich die Gebärende befindet.
- Frühe Eröffnungsphase: Wehen treten alle 10–20 Minuten auf und dauern etwa 20–30 Sekunden.
- Aktive Eröffnungsphase: Die Wehen kommen alle 3–5 Minuten und dauern 45–60 Sekunden.
- Pressphase (Austreibungsphase): Die Wehen folgen alle 2–3 Minuten und sind besonders intensiv und lang.
Wann sollte man ins Krankenhaus?
Eine wichtige Faustregel ist die sogenannte 4-1-1-Regel oder 5-1-1-Regel: Wehen kommen alle 4–5 Minuten, dauern jeweils etwa 1 Minute und dieser Rhythmus hält seit mindestens 1 Stunde an. In diesem Fall empfehlen die meisten Geburtsmediziner, sich in die Geburtsklinik zu begeben.
Bei folgenden Zeichen sollte man umgehend ärztliche Hilfe suchen, unabhängig vom Wehenabstand:
- Blasensprung
- Starke vaginale Blutungen
- Deutliche Abnahme der Kindsbewegungen
- Plötzliche starke Schmerzen ohne Pause (mögliche Zeichen einer Plazentaloslsung)
Wehenabstand bei Übungswähen (Braxton-Hicks-Kontraktionen)
Nicht alle Kontraktionen während der Schwangerschaft sind echte Geburtswähen. Sogenannte Übungswähen (Braxton-Hicks-Kontraktionen) treten unregelmäßig auf, haben keinen festen Rhythmus und werden in der Regel nicht stärker. Echte Geburtswähen hingegen werden regelmäßiger, intensiver und der Wehenabstand verkürzt sich zunehmend.
Wie misst man den Wehenabstand?
Der Wehenabstand kann einfach mit einer Stoppuhr oder einer speziellen Wehen-App gemessen werden. Dabei wird die Zeit vom Beginn einer Wehe bis zum Beginn der nächsten Wehe gestoppt. Gleichzeitig sollte auch die Wehendauer (die Länge der einzelnen Wehe) erfasst werden, da beide Werte zusammen die Geburtsphase charakterisieren.
Medizinische Überwachung des Wehenabstands
In der Geburtsklinik wird der Wehenabstand durch eine Kardiotokografie (CTG) überwacht. Das CTG misst gleichzeitig die Wehentätigkeit und die Herzfrequenz des Kindes. So können Auffälligkeiten im Wehenabstand, wie zu häufige oder zu seltene Wehen, frühzeitig erkannt und behandelt werden.
Quellen
- World Health Organization (WHO): WHO recommendations for augmentation of labour. Geneva, 2014. Verfügbar unter: https://www.who.int/publications/i/item/9789241507363
- Schneider H, Husslein P, Schneider KTM: Die Geburtshilfe. 5. Auflage. Springer Medizin Verlag, Berlin Heidelberg, 2016.
- American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG): Approaches to Limit Intervention During Labor and Birth. Committee Opinion No. 766. Obstet Gynecol. 2019;133(2):e164–e173.
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