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Weichteilsarkome sind seltene bösartige Tumoren des Bindegewebes. Erfahre mehr über Symptome, Diagnose, Behandlungsmöglichkeiten und neue Ansätze wie die TRAPTRAP-Studie.
Weichteilsarkome sind seltene bösartige Tumoren des Bindegewebes.
Ein Weichteilsarkom ist ein bösartiger Tumor, der aus dem mesenchymalen Gewebe der Weichteile entsteht – dazu gehören Binde-, Fett-, Muskel-, Nerven-, Gefäß- und Sehnenscheidengewebe. Diese Tumorart ist selten, macht aber etwa 1 % aller malignen Tumoren bei Erwachsenen aus. Es existieren über 50 histologische Subtypen, die sich in Wachstum, Metastasierung und Ansprechen auf Therapien stark unterscheiden können.
Häufige Weichteilsarkome sind:
Liposarkom (Fettgewebe)
Leiomyosarkom (glatte Muskulatur)
Synovialsarkom (Gelenknahe Weichteile)
Angiosarkom (Gefäße)
Undifferenziertes pleomorphes Sarkom (UPS)
Frühsymptome fehlen oft, weshalb Weichteilsarkome häufig erst spät erkannt werden.
Typische Anzeichen sind:
Schmerzlose, progrediente Schwellung oder Knoten
Bewegungseinschränkungen, wenn Gelenke oder Nerven betroffen sind
Schmerzen oder Missempfindungen, bei zunehmender Ausbreitung
Allgemeinsymptome wie Müdigkeit, Gewichtsverlust oder Fieber sind selten
Die meisten Weichteilsarkome entstehen sporadisch, ohne klare Ursache. Mögliche Risikofaktoren:
Vorangegangene Strahlentherapie
Genetische Syndrome (z. B. Li-Fraumeni-Syndrom, Neurofibromatose Typ 1)
Chronische Entzündung oder Gewebeschäden
CD13-Expression, relevant für zielgerichtete Therapien
Bildgebung (MRT, CT): zur Beurteilung der Größe, Lage und möglicher Metastasen
Biopsie: zur histologischen und molekularen Subtypisierung
Staging-Untersuchungen (Thorax-CT, ggf. PET-CT): zum Ausschluss von Lungenmetastasen
Die Behandlung erfolgt meist in spezialisierten Sarkomzentren und ist abhängig vom Tumortyp, Stadium und Lokalisation:
Chirurgische Resektion mit Sicherheitsabstand ist die wichtigste Therapie
Strahlentherapie zur lokalen Kontrolle
Chemotherapie, v. a. bei Hochrisikotumoren oder Metastasen
Targeted Therapy in molekulargenetisch definierten Subtypen
Kombinationstherapien in klinischen Studien (z. B. TRABTRAP Studie)
Diese untersucht die Zusatztherapie mit tTF-NGR, einem Fusionsprotein, das über CD13 tumorversorgende Gefäße gezielt verschließt
Die Prognose hängt stark vom Tumortyp, der Tumorgröße, dem Resektionsstatus und der Metastasierung ab.
Frühzeitig erkannt und komplett operiert: gute Heilungschancen
Metastasierte oder aggressive Subtypen: schlechtere Prognose, aber zunehmend durch innovative Therapien behandelbar
Literaturhinweise:
Gronchi, A. et al. (2017). "Soft tissue sarcomas: ESMO–EURACAN Clinical Practice Guidelines." Annals of Oncology.
Deutsche Sarkom-Stiftung (2023). "Patientenleitfaden Weichteilsarkome."
Mesters, R. et al. (2022). "TRAPTRAP-Studie – Targeted vascular infarction in soft tissue sarcoma." Journal of Clinical Oncology.