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Weihrauch ist ein Pflanzenharz aus dem Boswellia-Baum mit entzündungshemmenden Eigenschaften. Er wird traditionell und in der modernen Medizin bei Gelenkerkrankungen und Entzündungen eingesetzt.
Weihrauch ist ein Pflanzenharz aus dem Boswellia-Baum mit entzündungshemmenden Eigenschaften. Er wird traditionell und in der modernen Medizin bei Gelenkerkrankungen und Entzündungen eingesetzt.
Weihrauch (botanisch: Boswellia, auch bekannt als Olibanum) ist ein Harz, das aus verschiedenen Baumarten der Gattung Boswellia gewonnen wird, insbesondere aus Boswellia serrata (Indischer Weihrauch) und Boswellia sacra (Arabischer Weihrauch). Das Harz entsteht durch Einschnitte in die Baumrinde und wird seit Jahrtausenden in religiösen, kulturellen und medizinischen Kontexten verwendet. In der modernen Phytotherapie und Nahrungsergänzungsmittelkunde wird Weihrauch vor allem wegen seiner entzündungshemmenden Wirkung geschätzt.
Die medizinische Wirkung von Weihrauch wird hauptsächlich auf seine Boswelliasäuren zurückgeführt, insbesondere auf die Acetyl-11-keto-beta-Boswelliasäure (AKBA). Diese Verbindungen hemmen gezielt das Enzym 5-Lipoxygenase (5-LOX), das eine Schlüsselrolle bei der Bildung von Leukotrienen spielt. Leukotriene sind entzündungsfördernde Botenstoffe, die an der Entstehung und Aufrechterhaltung chronischer Entzündungen beteiligt sind.
Weihrauch hat eine jahrtausendealte Geschichte als Heil- und Ritualmittel. In der ayurvedischen Medizin wurde Boswellia serrata traditionell bei Gelenkerkrankungen, Atemwegsbeschwerden und Verdauungsproblemen eingesetzt. In der arabischen und afrikanischen Volksmedizin fand das Harz Anwendung bei Wunden, Hauterkrankungen und als Schmerzmittel. Im religiösen Kontext wurde Weihrauchrauch in vielen Kulturen zur Reinigung der Luft und zur spirituellen Praxis eingesetzt.
Das am besten untersuchte Anwendungsgebiet von Weihrauch ist die Behandlung von Arthrose (Osteoarthritis) und rheumatoider Arthritis. Klinische Studien zeigen, dass Boswellia-Extrakte Schmerzen reduzieren, die Gelenkbeweglichkeit verbessern und entzündliche Schwellungen lindern können. Ein standardisierter Boswellia-serrata-Extrakt mit erhöhtem AKBA-Gehalt (Handelsnamen z.B. 5-Loxin, Aflapin) hat in Studien besonders positive Ergebnisse bei Kniearthrose gezeigt.
Weihrauchextrakte wurden in klinischen Studien bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa untersucht. Die entzündungshemmenden Eigenschaften der Boswelliasäuren könnten zur Reduktion von Darmentzündungen beitragen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat Boswellia-serrata-Trockenextrakt als traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur symptomatischen Behandlung leichter Knieschmerzen anerkannt.
Aufgrund der hemmenden Wirkung auf Leukotriene wird Weihrauch auch bei Asthma bronchiale diskutiert, da Leukotriene an der Entstehung von Bronchialkrämpfen beteiligt sind. Einige kleine klinische Studien zeigten eine Verbesserung der Lungenfunktion und eine Reduktion von Asthmaanfällen unter Boswellia-Einnahme.
In der Krebsforschung wird Weihrauch auf seine potenziell apoptosefördernden (zelltodinduzierende) und antiproliferativen Eigenschaften untersucht, insbesondere bei Hirntumoren. Es handelt sich jedoch bislang überwiegend um Laborstudien und kleinere klinische Pilotstudien. Eine abschließende Empfehlung als Krebstherapie kann derzeit nicht gegeben werden.
Die empfohlene Tagesdosis von Boswellia-Extrakten variiert je nach Extrakt und Indikation. Übliche Dosierungen in klinischen Studien lagen bei 300–500 mg standardisiertem Extrakt (mit mindestens 30–65 % Boswelliasäuren), 2–3-mal täglich eingenommen. Für optimale Ergebnisse sollte Weihrauch mit einer fetthaltigen Mahlzeit eingenommen werden, da die Boswelliasäuren fettlöslich sind und die Bioverfügbarkeit so deutlich erhöht wird. Für eine genaue Dosierungsempfehlung sollte immer ein Arzt oder Apotheker konsultiert werden.
Weihrauchextrakte gelten bei bestimmungsgemäßer Anwendung allgemein als gut verträglich. Gelegentlich können folgende Nebenwirkungen auftreten:
Wichtige Sicherheitshinweise:
Die wissenschaftliche Forschung zu Weihrauch ist vielversprechend, jedoch noch nicht abgeschlossen. Die stärkste Evidenz besteht für die Anwendung bei Kniearthrose und Gelenkschmerzen. Weitere Forschung ist notwendig, um die optimale Dosierung, Langzeitsicherheit und Wirksamkeit bei anderen Erkrankungen (z.B. Krebs, entzündliche Darmerkrankungen) besser zu verstehen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) stuft Boswellia serrata als traditionelles pflanzliches Heilmittel ein.
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