Weiße Flecken auf der Haut – Ursachen & Behandlung
Weiße Flecken auf der Haut können viele Ursachen haben, von harmlosen Pigmentstörungen bis hin zu behandlungsbedürftigen Hauterkrankungen. Frühzeitige Abklärung ist empfehlenswert.
Wissenswertes über "Weiße Flecken auf der Haut"
Weiße Flecken auf der Haut können viele Ursachen haben, von harmlosen Pigmentstörungen bis hin zu behandlungsbedürftigen Hauterkrankungen. Frühzeitige Abklärung ist empfehlenswert.
Was sind weiße Flecken auf der Haut?
Weiße Flecken auf der Haut sind aufgehellte oder pigmentlose Hautstellen, die sich in Größe, Form und Verteilung stark unterscheiden können. Sie entstehen, wenn die Melanozyten – die pigmentproduzierenden Zellen der Haut – fehlen, geschädigt sind oder weniger Melanin produzieren. Melanin ist der natürliche Farbstoff, der Haut, Haaren und Augen ihre Farbe verleiht und die Haut vor UV-Strahlung schützt.
Ursachen
Weiße Flecken auf der Haut können durch eine Vielzahl von Erkrankungen und Zuständen ausgelöst werden:
- Vitiligo: Eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die eigenen Melanozyten angreift und zerstört. Es entstehen scharf begrenzte, milchweiße Flecken, die sich über den Körper ausbreiten können.
- Pityriasis versicolor: Eine häufige Pilzerkrankung der Haut, verursacht durch den Hefepilz Malassezia. Sie führt zu hellen oder dunkleren Flecken, häufig am Rumpf.
- Pityriasis alba: Leicht aufgehellte, oft schuppige Flecken, die vor allem bei Kindern und Jugendlichen vorkommen und mit Neurodermitis in Verbindung stehen können.
- Narbengewebe: Verheilte Wunden oder Entzündungen können zu lokal verminderter Pigmentierung führen (postinflammatorische Hypopigmentierung).
- Idäopathische Guttate-Hypomelanose: Kleine, weißliche Flächen, die typischerweise bei älteren Menschen an sonnenexponierten Hautarealen auftreten.
- Angeborene Hypopigmentierung: Dazu gehören Erkrankungen wie Albinismus (fehlende Melaninproduktion im gesamten Körper) oder einzelne depigmentierte Muttermale (Nävi depigmentosi).
- Tinea corporis: Ringelförmige Pilzinfektion, die gelegentlich zu Aufhellung der Haut führen kann.
Symptome und Erscheinungsbild
Das Erscheinungsbild weißer Flecken hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab:
- Scharf begrenzte, milchweiße Areale (typisch bei Vitiligo)
- Leicht aufgehellte, unscharf begrenzte Stellen mit feiner Schuppung (typisch bei Pityriasis alba)
- Kleine, runde, gleichmäßige Flecken (typisch bei idiopathischer Guttate-Hypomelanose)
- Flächen mit Juckreiz oder Schuppung (möglich bei Pilzinfektionen)
- Flecken an sonnenbeschienenen Stellen, die sich nach dem Sonnenbad besonders abzeichnen
Diagnose
Die Diagnose weißer Hautflecken erfolgt in erster Linie durch eine dermatologische Untersuchung. Folgende Methoden kommen zum Einsatz:
- Wood-Lampe (UV-Licht): Unter ultraviolettem Licht leuchten vitiliginöse Areale weiß-blau auf, während Pilzinfektionen eine charakteristische Fluoreszenz zeigen können.
- Dermatoskopie: Vergrößerte Betrachtung der Hautstruktur.
- Haut-Abstrich oder -Biopsie: Bei Verdacht auf Pilzinfektion oder zur histologischen Abklärung.
- Blutuntersuchungen: Zum Ausschluss von Autoimmunerkrankungen (z. B. Schilddrüsenerkrankungen bei Vitiligo).
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Grunderkrankung:
Vitiligo
- Kortikosteroide (lokale Cremes) zur Unterdrückung der Immunreaktion
- Calcineurin-Inhibitoren (z. B. Tacrolimus) als Alternative zu Kortikosteroiden
- Schmalband-UV-B-Therapie (Phototherapie)
- JAK-Inhibitoren (neue Wirkstoffklasse, z. B. Ruxolitinib-Creme, seit 2022 zugelassen)
- Camouflage-Make-up zum Ästhetischen Ausgleich
Pityriasis versicolor
- Antimykotische Shampoos, Cremes oder Tabletten (z. B. Ketoconazol, Fluconazol)
Pityriasis alba
- Feuchtigkeitspflege und milde Kortikosteroide; meist selbstlimitierend
Postinflammatorische Hypopigmentierung
- Häufig spontane Rückbildung; Lichtschutz empfohlen
Wann zum Arzt?
Ein Arztbesuch ist empfehlenswert, wenn:
- neue weiße Flecken auftreten oder bestehende sich vergrößern
- Juckreiz, Schmerzen oder Schuppung hinzukommen
- die Flecken im Gesicht oder an sichtbaren Stellen auftreten und als belastend empfunden werden
- zusätzliche Symptome wie Müdigkeit oder Schilddrüsenprobleme bestehen
Quellen
- Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG): Leitlinie Vitiligo, 2022. Verfügbar unter: www.awmf.org
- Ezzedine K et al. - Vitiligo. The Lancet, 2015; 386(9988):74–84. doi:10.1016/S0140-6736(14)60763-7
- Hay RJ et al. - Skin Diseases. In: Harrison's Principles of Internal Medicine, 21st edition. McGraw-Hill, 2022.
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