Wirbelkörperfraktur: Ursachen, Symptome & Behandlung
Eine Wirbelkörperfraktur ist ein Knochenbruch an einem oder mehreren Wirbelkörpern der Wirbelsäule. Sie entsteht häufig durch Unfälle, Osteoporose oder Tumoren.
Wissenswertes über "Wirbelkörperfraktur"
Eine Wirbelkörperfraktur ist ein Knochenbruch an einem oder mehreren Wirbelkörpern der Wirbelsäule. Sie entsteht häufig durch Unfälle, Osteoporose oder Tumoren.
Was ist eine Wirbelkörperfraktur?
Eine Wirbelkörperfraktur bezeichnet einen Knochenbruch eines oder mehrerer Wirbelkörper der Wirbelsäule. Die Wirbelsäule besteht aus 24 beweglichen Wirbelkörpern, die in Hals-, Brust- und Lendenwirbelbereich unterteilt sind, sowie dem Kreuzbein und dem Steißbein. Wirbelkörperfrakturen können stabil oder instabil sein und gehen in schweren Fällen mit einer Verletzung des Rückenmarks einher, was neurologische Schäden verursachen kann.
Ursachen
Die häufigsten Ursachen einer Wirbelkörperfraktur sind:
- Trauma: Sturz aus großer Höhe, Verkehrsunfälle oder sportliche Verletzungen können zu einem Bruch führen.
- Osteoporose: Bei verminderter Knochendichte können Wirbelkörper bereits durch geringe Belastung, z. B. beim Husten oder Bücken, brechen. Diese sogenannten osteoporotischen Kompressionsfrakturen sind besonders bei älteren Menschen häufig.
- Tumoren und Metastasen: Knochenmetastasen oder primäre Knochentumoren schwächen den Wirbelkörper und erhöhen das Frakturrisiko.
- Entzündliche Erkrankungen: Erkrankungen wie Morbus Bechterew können die Stabiltät der Wirbelsäule verringern.
Symptome
Die Symptome hängen von der Schwere und dem Ort der Fraktur ab. Typische Beschwerden sind:
- Akute oder chronische Rückenschmerzen, oft plötzlich einsetzend
- Schmerzvestärkung bei Bewegung, Belastung oder Druck auf die betroffene Stelle
- Körpergrößenverlust und Rundrückenbildung (Kyphose) bei mehrfachen osteoporotischen Frakturen
- Ausstrahlende Schmerzen in Arme oder Beine bei Nervenkompression
- Taubheitsgefühle, Lähmungserscheinungen oder Blasen- und Darmstörungen bei Rückenmarksbeteiligung (medizinischer Notfall)
Diagnose
Die Diagnose einer Wirbelkörperfraktur erfolgt durch verschiedene bildgebende Verfahren:
- Röntgenaufnahme: Erste Methode der Wahl zur Erkennung von Frakturen und Veränderungen der Wirbelform.
- Computertomographie (CT): Liefert detailliertere Bilder der Knochenstrukturen und hilft, die Stabilität der Fraktur zu beurteilen.
- Magnetresonanztomographie (MRT): Wichtig zur Beurteilung von Rückenmark, Nervenwurzeln und Weichteilgewebe sowie zur Unterscheidung frischer von alten Frakturen.
- Knochendichtemessung (DXA): Bei Verdacht auf Osteoporose wird die Knochendichte gemessen.
Behandlung
Konservative Therapie
Stabile Wirbelkörperfrakturen ohne neurologische Ausfälle werden häufig konservativ behandelt:
- Schmerztherapie mit Schmerzmitteln (Analgetika)
- Ruhigstellung und Schonung
- Tragen eines Stützkorsetts oder einer Orthese
- Physiotherapie zur Stärkung der Rückenmuskulatur
- Behandlung der Grunderkrankung (z. B. Osteoporose-Therapie)
Minimal-invasive Verfahren
Bei osteoporotischen Frakturen kommen häufig minimal-invasive Methoden zum Einsatz:
- Vertebroplastie: Einspritzen von speziellem Knochenzement in den gebrochenen Wirbelkörper zur Stabilisierung.
- Kyphoplastie: Zunächst wird ein Ballon in den Wirbelkörper eingebracht und aufgeblasen, um die Höhe wiederherzustellen, dann wird Knochenzement injiziert.
Operative Therapie
Instabile Frakturen oder solche mit neurologischen Ausfällen erfordern oft einen operativen Eingriff:
- Dekompression des Rückenmarks oder der Nerven
- Stabilisierung mit Schrauben, Stäben oder Platten (Spondylodese)
- Wiederherstellung der normalen Wirbelkörperform
Prognose und Vorbeugung
Die Prognose einer Wirbelkörperfraktur ist stark von der Schwere der Verletzung, dem Alter des Patienten und möglichen Begleiterkrankungen abhängig. Stabile Frakturen heilen in der Regel innerhalb von 6 bis 12 Wochen. Zur Vorbeugung osteoporotischer Frakturen empfehlen sich ausreichende Kalzium- und Vitamin-D-Zufuhr, regelmäßige körperliche Aktivität und eine medikamentöse Osteoporose-Behandlung bei Bedarf.
Quellen
- World Health Organization (WHO): Guidelines for the Management of Osteoporosis, WHO Press, Genf.
- Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU): S2k-Leitlinie Wirbelkörperfrakturen, AWMF-Registernummer 012-001, 2022.
- Pfeifer M. et al.: Osteoporotische Wirbelkörperfraktur – Diagnostik und Therapie. Deutsches Ärzteblatt International, 2009; 106(34-35): 563–571.
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