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Wundinfektion: Ursachen, Symptome und Behandlung

Eine Wundinfektion entsteht, wenn Krankheitserreger in eine offene Wunde eindringen und sich vermehren. Sie kann Heilung verzögern und ohne Behandlung ernsthafte Komplikationen verursachen.

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Wissenswertes über "Wundinfektion"

Eine Wundinfektion entsteht, wenn Krankheitserreger in eine offene Wunde eindringen und sich vermehren. Sie kann Heilung verzögern und ohne Behandlung ernsthafte Komplikationen verursachen.

Was ist eine Wundinfektion?

Eine Wundinfektion liegt vor, wenn Bakterien, Pilze oder andere Krankheitserreger in eine Wunde eindringen und sich dort vermehren. Das Immunsystem reagiert darauf mit einer Entzündungsreaktion. Wundinfektionen können nach Verletzungen, Operationen oder bei chronischen Wunden auftreten und die natürliche Heilung erheblich verzögern. Ohne rechtzeitige Behandlung besteht das Risiko einer Ausbreitung der Infektion auf umliegendes Gewebe oder in den gesamten Körper.

Ursachen

Wundinfektionen entstehen durch das Eindringen von Erregern in offene oder schlecht verheilende Wunden. Begünstigende Faktoren sind:

  • Mangelnde Wundhygiene oder unsachgemäße Wundversorgung
  • Geschwächtes Immunsystem (z. B. bei Diabetes mellitus, HIV oder Chemotherapie)
  • Schlechte Durchblutung des Gewebes
  • Fremdkörper in der Wunde (z. B. Splitter, Schmutz)
  • Tiefe oder stark verschmutzte Verletzungen
  • Postoperative Wunden mit unzureichender Sterilität
  • Chronische Erkrankungen wie periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)

Häufige Erreger

Die häufigsten Verursacher von Wundinfektionen sind Bakterien. Dazu zählen:

  • Staphylococcus aureus (einschließlich MRSA)
  • Streptococcus pyogenes
  • Escherichia coli und andere gramnegative Bakterien
  • Pseudomonas aeruginosa (besonders bei chronischen Wunden)
  • Anaerobier wie Clostridium-Arten (z. B. bei Gasbrand oder Tetanus)

Symptome

Typische Zeichen einer Wundinfektion sind die klassischen Entzündungszeichen:

  • Rötung (Rubor) der Wundumgebung
  • Schwellung (Tumor) des betroffenen Gewebes
  • Wärme (Calor) an der Wundstelle
  • Schmerz (Dolor) oder zunehmende Druckempfindlichkeit
  • Eitriges oder übelriechendes Wundsekret
  • Allgemeines Krankheitsgefühl, Fieber oder Schüttelfrost bei systemischer Beteiligung
  • Verzögerte oder ausbleibende Wundheilung

Diagnose

Die Diagnose einer Wundinfektion erfolgt zunächst klinisch durch die Beurteilung des Wundbildes. Folgende Untersuchungen können ergänzend eingesetzt werden:

  • Wundabstrich mit mikrobiologischer Kultur zur Erregeridentifikation und Resistenzprüfung
  • Blutuntersuchungen (z. B. CRP, Leukozyten, Procalcitonin) zur Einschätzung der systemischen Entzündungsreaktion
  • Bildgebende Verfahren (Ultraschall, MRT) bei Verdacht auf tiefe Gewebsinfektionen oder Abszessbildung

Behandlung

Lokale Wundbehandlung

Die Basis jeder Behandlung ist die gründliche Wundreinigung und Entfernung von abgestorbenem Gewebe (Debridement). Nekrotisches Gewebe und Fremdkörper werden entfernt, da sie die Heilung hemmen und als Nährboden für Erreger dienen.

Antiseptische Wundauflagen

Je nach Erreger und Schweregrad der Infektion werden antiseptische Wundspüllösungen (z. B. Polihexanid, Octenidin) oder spezielle Wundauflagen eingesetzt, die antimikrobiell wirken.

Antibiotika

Bei bakteriellen Infektionen mit systemischer Beteiligung oder tiefer Gewebsinfiltration ist eine antibiotische Therapie notwendig. Die Auswahl des Antibiotikums richtet sich nach dem nachgewiesenen Erreger und dessen Resistenzprofil. Häufig eingesetzte Wirkstoffe sind Penicilline, Cephalosporine oder Clindamycin.

Chirurgische Maßnahmen

Abszesse müssen chirurgisch eröffnet und drainiert werden. Bei schweren Infektionen wie Nekrotisierender Fasziitis oder Gasbrand ist eine sofortige operative Sanierung lebensrettend.

Prävention

Wundinfektionen lassen sich durch geeignete Maßnahmen weitgehend verhindern:

  • Sofortige und fachgerechte Wundversorgung bei Verletzungen
  • Steriles Arbeiten bei operativen Eingriffen
  • Regelmäßige Wundkontrollen und Verbandswechsel
  • Optimale Einstellung von Grunderkrankungen (z. B. Blutzucker bei Diabetes)
  • Tetanus-Schutzimpfung bei tiefen oder kontaminierten Wunden

Quellen

  1. Robert Koch-Institut (RKI): Prävention postoperativer Wundinfektionen. Bundesgesundheitsblatt, 2018.
  2. World Health Organization (WHO): Global Guidelines for the Prevention of Surgical Site Infection. WHO Press, 2016.
  3. Dissemond J. et al.: Moderne Wundversorgung - Praxiswissen Wundbehandlung. Springer Medizin Verlag, 2021.

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