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Xanthinoxidase ist ein Enzym im menschlichen Stoffwechsel, das beim Abbau von Purinen zu Harnsäure führt. Eine erhöhte Aktivität kann Gicht und Nierensteine begünstigen.
Xanthinoxidase ist ein Enzym im menschlichen Stoffwechsel, das beim Abbau von Purinen zu Harnsäure führt. Eine erhöhte Aktivität kann Gicht und Nierensteine begünstigen.
Die Xanthinoxidase (auch Xanthin-Oxidase oder Xanthinoxidoreduktase) ist ein Enzym, das eine zentrale Rolle im Purinstoffwechsel des menschlichen Körpers spielt. Es katalysiert die Oxidation von Hypoxanthin zu Xanthin und anschließend von Xanthin zu Harnsäure (Urat). Diese Reaktionen finden vor allem in der Leber und im Dünndarm statt.
Das Enzym gehört zur Familie der Molybdoflavoproteine und benötigt als Kofaktoren Molybdän, Eisen sowie die Vitamine FAD (Flavinadenindinukleotid). Es kommt in zwei funktionellen Formen vor: als Oxidase-Form (Xanthinoxidase) und als Dehydrogenase-Form (Xanthindehydrogenase).
Die Xanthinoxidase katalysiert die folgenden Reaktionen im Rahmen des Purinabbaus:
Bei diesen Reaktionen entstehen als Nebenprodukte reaktive Sauerstoffspezies (ROS), insbesondere Superoxidanionen und Wasserstoffperoxid. Diese freien Radikale können oxidativen Stress im Gewebe verursachen und werden mit verschiedenen Erkrankungen in Verbindung gebracht, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen und entzündliche Prozesse.
Eine übermäßig hohe Aktivität der Xanthinoxidase führt zu einer erhöhten Produktion von Harnsäure. Wenn die Harnsäurekonzentration im Blut zu hoch ist (Hyperurikämie), können sich Harnsäurekristalle in Gelenken und Geweben ablagern. Dies verursacht die schmerzhafte Erkrankung Gicht. Harnsäurekristalle können sich außerdem in den Nieren ablagern und Nierensteine bilden.
Die bei der Xanthinoxidase-Reaktion entstehenden reaktiven Sauerstoffspezies tragen zu oxidativem Stress bei. Erhöhte Enzymaktivität wird mit der Entstehung und dem Fortschreiten von Arteriosklerose, Herzinsuffizienz und weiteren kardiovaskulären Erkrankungen in Zusammenhang gebracht.
Bei vorübergehender Unterbrechung der Blutversorgung (Ischämie) und anschließender Wiederherstellung (Reperfusion) wird die Xanthinoxidase in besonderem Maße aktiviert. Die dabei entstehenden freien Radikale können erhebliche Gewebeschäden verursachen, etwa nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall.
Aufgrund ihrer zentralen Rolle im Purinabbau ist die Xanthinoxidase ein wichtiges Ziel in der medikamentösen Therapie. Xanthinoxidase-Hemmer werden eingesetzt, um die Harnsäureproduktion zu reduzieren:
Durch die Hemmung des Enzyms werden sowohl die Harnsäureproduktion als auch die Bildung reaktiver Sauerstoffspezies reduziert, was den therapeutischen Nutzen dieser Medikamente erklärt.
Die Aktivität der Xanthinoxidase kann im Blut und in Gewebsproben gemessen werden. Erhöhte Enzymaktivitäten finden sich bei verschiedenen Erkrankungen wie Gicht, Lebererkrankungen und entzündlichen Zuständen. Die Bestimmung der Harnsäure im Blut (Serumharnsäure) gilt als indirekter Marker für die Xanthinoxidase-Aktivität.
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