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Der Xenobiotikaclearancetest prüft, wie gut die Leber körperfremde Stoffe abbaut. Er liefert wichtige Hinweise auf die Entgiftungsleistung des Organismus.
Der Xenobiotikaclearancetest prüft, wie gut die Leber körperfremde Stoffe abbaut. Er liefert wichtige Hinweise auf die Entgiftungsleistung des Organismus.
Der Xenobiotikaclearancetest ist ein diagnostisches Verfahren, das die Fähigkeit des menschlichen Körpers – insbesondere der Leber – bewertet, sogenannte Xenobiotika abzubauen und auszuscheiden. Als Xenobiotika bezeichnet man alle körperfremden chemischen Substanzen, die nicht natürlicher Bestandteil des Stoffwechsels sind. Dazu zählen zum Beispiel Medikamente, Umweltgifte, Pestizide und Industriechemikalien.
Die Clearance (von englisch „to clear“ = bereinigen) beschreibt dabei das Volumen an Blut oder Plasma, das pro Zeiteinheit vollständig von einer bestimmten Substanz befreit wird. Ein solcher Test liefert wertvolle Informationen über die individuelle Entgiftungskapazität des Körpers.
Bei einem Xenobiotikaclearancetest wird dem Patienten eine definierte, in der Regel sehr geringe Menge einer Testsubstanz verabreicht. Anschließend werden in bestimmten Zeitabständen Blut- oder Urinproben entnommen, um zu messen, wie schnell und vollständig die Substanz aus dem Körper eliminiert wird.
Zu den häufig eingesetzten Testsubstanzen zählen:
Der Xenobiotikaclearancetest wird in verschiedenen klinischen und wissenschaftlichen Kontexten angewendet:
Die Entgiftung von Xenobiotika läuft hauptsächlich in der Leber über zwei Phasen ab:
In der Phase I werden Xenobiotika durch Oxidation, Reduktion oder Hydrolyse chemisch verändert. Die wichtigsten Enzyme sind dabei die Cytochrom-P450-Enzyme (CYP-Enzyme), insbesondere CYP1A2, CYP2D6, CYP2C9 und CYP3A4. Diese Enzyme machen die Substanzen für den nächsten Schritt zugänglich.
In der Phase II werden die veränderten Substanzen mit körpereigenen Molekülen (z. B. Glutathion, Glucuronsäure oder Sulfat) konjugiert, wodurch sie wasser-löslicher und damit besser ausscheidbar werden. Wichtige Enzyme sind hier Glutathion-S-Transferasen, UDP-Glucuronosyltransferasen und Sulfotransferasen.
Eine verringerte Clearance deutet auf eine eingeschränkte Entgiftungskapazität hin. Dies kann folgende Ursachen haben:
Eine erhöhte Clearance kann auf eine Enzyminduktion hinweisen, beispielsweise durch bestimmte Medikamente, Rauchen oder Alkoholkonsum.
Im Gegensatz zu Standard-Leberwerten wie GOT, GPT oder Bilirubin, die vorwiegend Zellschäden anzeigen, misst der Xenobiotikaclearancetest die funktionelle Stoffwechselkapazität der Leber. Er gilt daher als dynamischer und sensitiver Test für die tatsächliche Entgiftungsleistung.
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