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Der Xenobiotikametabolismus bezeichnet die biochemischen Prozesse, mit denen der Körper körperfremde Substanzen wie Medikamente, Umweltgifte und Nahrungsinhaltsstoffe abbaut und ausscheidet.
Der Xenobiotikametabolismus bezeichnet die biochemischen Prozesse, mit denen der Körper körperfremde Substanzen wie Medikamente, Umweltgifte und Nahrungsinhaltsstoffe abbaut und ausscheidet.
Der Xenobiotikametabolismus (auch Fremdstoffmetabolismus genannt) bezeichnet die Gesamtheit der biochemischen Reaktionen, durch die der menschliche Organismus körperfremde Substanzen – sogenannte Xenobiotika – umwandelt, entgiftet und zur Ausscheidung vorbereitet. Zu den Xenobiotika zählen Arzneimittel, Umweltschadstoffe, Pestizide, Lebensmittelzusatzstoffe sowie industrielle Chemikalien. Der Begriff leitet sich vom griechischen Wort xenos (fremd) und bios (Leben) ab.
Der Xenobiotikametabolismus ist ein lebenswichtiger Schutzmechanismus des Körpers. Ohne ihn würden sich körperfremde Substanzen im Gewebe anreichern und toxische Wirkungen entfalten. Die Hauptorgane dieses Prozesses sind:
Der Fremdstoffmetabolismus wird klassischerweise in drei Phasen unterteilt:
In Phase I werden unpolare, lipophile (fettlösliche) Fremdstoffe durch oxidative, reduktive oder hydrolytische Reaktionen chemisch verändert. Dabei entstehen reaktive funktionelle Gruppen (z. B. Hydroxyl-, Amino- oder Carboxylgruppen). Die wichtigsten Enzyme dieser Phase sind die Cytochrom-P450-Enzyme (CYP-Enzyme), eine Superfamilie von Monooxygenasen, die hauptsächlich in der Leber lokalisiert sind. Bekannte Vertreter sind CYP3A4, CYP2D6 und CYP2C9, die einen Großteil der klinisch eingesetzten Arzneimittel metabolisieren.
In Phase II werden die in Phase I erzeugten reaktiven Gruppen mit körpereigenen, hydrophilen Molekülen verknüpft (konjugiert). Dadurch werden die Verbindungen wasserlöslicher und somit leichter ausscheidbar. Wichtige Phase-II-Reaktionen umfassen:
Phase III umfasst den aktiven Transport der konjugierten Metaboliten aus den Zellen heraus in Galle oder Blut, von wo sie über Stuhl oder Urin ausgeschieden werden. Wichtige Transporterproteine sind P-Glykoprotein (MDR1/ABCB1), MRP-Transporter (ABCC-Familie) und BCRP (ABCG2).
Die Aktivität der am Xenobiotikametabolismus beteiligten Enzyme ist genetisch bedingt stark variabel. Man unterscheidet zwischen:
Dieses Wissen ist Grundlage der Pharmakogenetik und der personalisierten Medizin, da es die individuelle Dosisanpassung von Medikamenten ermöglicht.
Die Aktivität von Phase-I- und Phase-II-Enzymen kann durch verschiedene Substanzen beeinflusst werden:
Diese Wechselwirkungen sind klinisch von großer Relevanz und müssen bei der Arzneimitteltherapie berücksichtigt werden.
Nicht jede metabolische Umwandlung führt zur Entgiftung. In manchen Fällen entstehen durch den Metabolismus reaktive Intermediate, die zelltoxisch, mutagenoder kanzerogen sein können – ein Vorgang, der als Bioaktivierung bezeichnet wird. Ein bekanntes Beispiel ist die Aktivierung von Paracetamol zu dem reaktiven Metaboliten N-Acetyl-p-benzochinon-imin (NAPQI), der bei Überdosierung Leberschäden verursacht.
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