Zeaxanthinresorptionsmarker – Bedeutung & Messung
Der Zeaxanthinresorptionsmarker misst die Aufnahme von Zeaxanthin im Körper. Er dient als Biomarker für die Karotinoid-Absorption und die Gesundheit der Makula.
Wissenswertes über "Zeaxanthinresorptionsmarker"
Der Zeaxanthinresorptionsmarker misst die Aufnahme von Zeaxanthin im Körper. Er dient als Biomarker für die Karotinoid-Absorption und die Gesundheit der Makula.
Was ist der Zeaxanthinresorptionsmarker?
Der Zeaxanthinresorptionsmarker ist ein biologischer Messwert (Biomarker), der anzeigt, wie viel Zeaxanthin – ein natürlich vorkommendes Karotinoid – vom menschlichen Körper aufgenommen und ins Blut transportiert wurde. Zeaxanthin gehört zur Gruppe der Xanthophylle und findet sich in hohen Konzentrationen in der Makula des Auges (dem Bereich des schärfsten Sehens). Die Messung dieses Markers gibt Aufschluss über die individuelle Fähigkeit des Verdauungssystems, Karotinoide aus der Nahrung aufzunehmen.
Biologische Funktion von Zeaxanthin
Zeaxanthin erfüllt im menschlichen Körper mehrere wichtige Aufgaben:
- Antioxidativer Schutz: Zeaxanthin neutralisiert freie Radikale und schützt Zellen vor oxidativem Stress.
- Schutz der Netzhaut: Zusammen mit Lutein bildet Zeaxanthin den makularen Pigmentspiegel und filtert kurzwelliges blaues Licht, das die Netzhaut schädigen kann.
- Immunmodulation: Zeaxanthin kann zur Regulation von Immunreaktionen beitragen.
Bedeutung des Resorptionsmarkers
Die Resorption (Aufnahme) von Zeaxanthin hängt von verschiedenen Faktoren ab. Der Zeaxanthinresorptionsmarker – meist als Zeaxanthin-Plasmaspiegel oder Serumkonzentration gemessen – erlaubt Rückschlüsse auf:
- Die Effizienz der intestinalen Absorption (Darmaufnahme) von Karotinoiden
- Die Qualität der Ernährung hinsichtlich Gemüse- und Obstverzehr
- Das Risiko für altersbedingte Makuladegeneration (AMD), eine häufige Ursache von Sehverlust im Alter
- Die Bioverfügbarkeit von Zeaxanthin aus verschiedenen Nahrungsquellen oder Nahrungsergänzungsmitteln
Einflussfaktoren auf die Zeaxanthinresorption
Die Aufnahme von Zeaxanthin aus der Nahrung wird durch mehrere Faktoren beeinflusst:
- Fettgehalt der Mahlzeit: Zeaxanthin ist fettlöslich; die gleichzeitige Aufnahme von Nahrungsfett verbessert die Resorption erheblich.
- Lebensmittelverarbeitung: Gekochtes oder püriertes Gemüse setzt Zeaxanthin besser frei als rohes.
- Genetische Varianten: Polymorphismen in Genen wie SR-BI oder CD36, die für Karotinoid-Transportproteine kodieren, beeinflussen die individuelle Absorptionskapazität.
- Darmgesundheit: Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Zöliakie können die Resorption vermindern.
- Alter und Geschlecht: Ältere Menschen und Männer zeigen häufig geringere Plasmawerte.
Nahrungsquellen für Zeaxanthin
Zeaxanthin kommt vor allem in folgenden Lebensmitteln vor:
- Mais und Maisprodukte
- Paprika (insbesondere orange und rote Sorten)
- Grünes Blattgemüse (z. B. Spinat, Grünkohl)
- Eigelb (hohe Bioverfügbarkeit)
- Goji-Beeren
Diagnostische Messung
Der Zeaxanthinresorptionsmarker wird in der Regel durch eine Blutabnahme bestimmt. Im Labor wird die Konzentration von Zeaxanthin im Blutplasma oder -serum mittels HPLC (Hochleistungsflüssigkeitschromatographie) gemessen. In klinischen Studien wird häufig auch ein oraler Belastungstest durchgeführt: Dabei nimmt die Testperson eine definierte Menge Zeaxanthin ein, und die Plasmawerte werden über mehrere Stunden verfolgt, um die individuelle Absorptionskinetik zu bestimmen.
Klinische Relevanz
Ein niedriger Zeaxanthinresorptionsmarker kann auf ein erhöhtes Risiko für altersbedingte Makuladegeneration (AMD) hinweisen. Klinische Studien, darunter die AREDS2-Studie (Age-Related Eye Disease Study 2), haben gezeigt, dass eine ausreichende Versorgung mit Zeaxanthin und Lutein das Progressionsrisiko für fortgeschrittene AMD reduzieren kann. Der Marker wird daher zunehmend in der augenärztlichen Präventionsmedizin eingesetzt.
Quellen
- Age-Related Eye Disease Study 2 (AREDS2) Research Group: Lutein + Zeaxanthin and Omega-3 Fatty Acids for Age-Related Macular Degeneration. JAMA, 2013.
- Bernstein PS et al.: Lutein, Zeaxanthin, and meso-Zeaxanthin: The Basic and Clinical Science Underlying Carotenoid-based Nutritional Interventions against Ocular Disease. Progress in Retinal and Eye Research, 2016.
- Bohn T et al.: Carotenoid bioaccessibility and bioavailability in the context of the food matrix and gut microbiota. Proceedings of the Nutrition Society, 2019.
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