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Zellseneszenz bezeichnet den Zustand, in dem Zellen dauerhaft aufhören sich zu teilen. Sie spielen eine wichtige Rolle bei Alterung und Krebsentstehung.
Zellseneszenz bezeichnet den Zustand, in dem Zellen dauerhaft aufhören sich zu teilen. Sie spielen eine wichtige Rolle bei Alterung und Krebsentstehung.
Zellseneszenz (von lateinisch senescere = altern) beschreibt einen biologischen Zustand, in dem Körperzellen dauerhaft aufhören, sich zu teilen, ohne dabei abzusterben. Diese seneszenten Zellen bleiben stoffwechselaktiv, verändern jedoch ihre Funktion grundlegend. Das Phänomen wurde erstmals in den 1960er-Jahren von den Zellbiologen Leonard Hayflick und Paul Moorhead beschrieben und ist seitdem ein zentrales Forschungsfeld der Altersbiologie und der Krebsforschung.
Zellseneszenz kann durch verschiedene interne und externe Auslöser entstehen:
Seneszente Zellen zeigen charakteristische molekulare Merkmale. Sie aktivieren den sogenannten p53/p21-Signalweg oder den p16/Rb-Signalweg, die beide den Zellzyklus dauerhaft blockieren. Zudem sezernieren seneszente Zellen eine Vielzahl von Botenstoffen wie Zytokine, Chemokine und Matrixmetalloproteasen. Dieses Sekretionsmuster wird als SASP (Senescence-Associated Secretory Phenotype, seneszenzassoziierter sekretorischer Phänotyp) bezeichnet.
Der SASP hat eine zweischneidige Wirkung:
Die Akkumulation seneszenter Zellen ist mit zahlreichen altersassoziierten Erkrankungen verknüpft:
Der Nachweis von Zellseneszenz erfolgt in der Forschung über verschiedene Marker:
Die gezielte Beeinflussung seneszenter Zellen ist ein vielversprechendes Forschungsfeld:
Senolytika sind Substanzen, die seneszente Zellen selektiv abtöten. Zu den bekanntesten experimentellen Senolytika zählen Dasatinib (ein Krebsmedikament) in Kombination mit dem Pflanzenstoff Quercetin sowie Navitoclax. Klinische Studien untersuchen derzeit ihren Einsatz bei altersbedingten Erkrankungen wie Lungenfibrose, Osteoporose und Nierenerkrankungen.
Senomorphika hemmen nicht die seneszenten Zellen selbst, sondern unterdrücken deren schädlichen SASP. Ziel ist es, die chronische Entzündung zu reduzieren, ohne die protektiven Eigenschaften der Seneszenz zu beeinträchtigen. Bekannte Kandidaten sind Rapamycin (ein mTOR-Inhibitor) und bestimmte JAK-Inhibitoren.
Es ist wichtig zu verstehen, dass Zellseneszenz nicht ausschließlich schädlich ist. Sie dient als wichtiger Tumorsuppressor, indem sie verhindert, dass beschädigte Zellen unkontrolliert wachsen und zu Krebs werden. Zudem ist sie entscheidend für die normale Embryonalentwicklung, Wundheilung und Gewebehomöostase. Das therapeutische Ziel besteht daher nicht in der vollständigen Elimination der Seneszenz, sondern in der Kontrolle ihrer negativen Auswirkungen im Alter.
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