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Zement bezeichnet in der Medizin einen Füll- oder Verbundstoff, der in der Orthopädie und Zahnmedizin eingesetzt wird, um Implantate, Prothesen oder Füllungen sicher zu verankern.
Zement bezeichnet in der Medizin einen Füll- oder Verbundstoff, der in der Orthopädie und Zahnmedizin eingesetzt wird, um Implantate, Prothesen oder Füllungen sicher zu verankern.
Zement ist in der Medizin ein Sammelbegriff für biokompatible Verbund- und Fixiermaterialien, die in verschiedenen medizinischen Fachbereichen eingesetzt werden. Die bekanntesten Anwendungsgebiete sind die Orthopädie (Knochenzement), die Zahnmedizin (Dentalzement) sowie die Neurochirurgie und Wirbelsäulenchirurgie. Trotz des gemeinsamen Begriffs unterscheiden sich die einzelnen Zementarten in ihrer chemischen Zusammensetzung, ihrem Wirkmechanismus und ihren Einsatzbereichen erheblich.
Knochenzement (auch Polymethylmethacrylat-Zement, kurz PMMA-Zement) wird vor allem in der orthopädischen und unfallchirurgischen Chirurgie verwendet. Er dient zur Fixierung von künstlichen Gelenken wie Hüft- und Knieprothesen im Knochen. Der Zement besteht aus einem Pulver- und einem Flüssigkeitsanteil, die beim Anmischen eine chemische Reaktion eingehen und aushärten. Er fungiert dabei nicht als Kleber, sondern als Verbundmasse, die eine gleichmäßige Kraftübertragung zwischen Prothese und Knochen ermöglicht.
Dentalzement ist ein Oberbegriff für verschiedene zahnmedizinische Werkstoffe, die zur Befestigung von Kronen, Brücken und Inlays sowie als Unterfüllungsmaterial oder provisorische Füllungen genutzt werden. Zu den häufigen Typen zählen:
In der Wirbelsäulenchirurgie wird Knochenzement zur Behandlung von Wirbelkörperfrakturen (z. B. bei Osteoporose) eingesetzt. Bei der Vertebroplastie wird flüssiger Zement direkt in den frakturierten Wirbelkörper injiziert. Bei der Kyphoplastie wird zuvor ein Ballon eingeführt, um den Wirbelkörper aufzurichten, bevor der Zement eingebracht wird.
Die meisten medizinischen Zemente basieren auf einer chemischen Aushärtungsreaktion (Polymerisation oder Säure-Base-Reaktion). Knochenzement auf PMMA-Basis entsteht durch die Polymerisation von Methylmethacrylat. Während des Aushärtens entsteht Wärme (exotherme Reaktion), was bei der Anwendung berücksichtigt werden muss, da übermäßige Hitze umliegendes Gewebe schädigen kann. Dentalzemente reagieren je nach Typ durch Säure-Base-Reaktionen oder lichthärtende Polymerisation.
Medizinischer Zement wird stets unter sterilen Bedingungen von geschultem Fachpersonal (Chirurgen, Zahnärzte) angemischt und appliziert. Die Verarbeitungszeit ist begrenzt und muss genau eingehalten werden. Moderne Vakuummischsysteme für Knochenzement reduzieren die Porosität und verbessern die mechanischen Eigenschaften des ausgehärteten Materials. In der Zahnmedizin stehen sowohl selbsthärtende als auch lichthärtende Systeme zur Verfügung.
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