Zimtsäure: Wirkung, Vorkommen & Bedeutung
Zimtsäure ist eine natürlich vorkommende organische Säure, die vor allem in Zimt enthalten ist und in der Medizin sowie Ernährungswissenschaft untersucht wird.
Wissenswertes über "Zimtsäure"
Zimtsäure ist eine natürlich vorkommende organische Säure, die vor allem in Zimt enthalten ist und in der Medizin sowie Ernährungswissenschaft untersucht wird.
Was ist Zimtsäure?
Zimtsäure (chemische Bezeichnung: trans-3-Phenylpropensäure) ist eine natürlich vorkommende aromatische Carbonsäure. Sie zählt zur Gruppe der Phenylpropanoide und kommt vor allem in der Rinde des Zimtbaums (Cinnamomum spp.) sowie in anderen Pflanzen wie Balsam, Myrrhe und einigen Beeren vor. In der Lebensmittelindustrie wird Zimtsäure als Aromastoff eingesetzt, in der Kosmetik dient sie als Duftstoff, und in der pharmazeutischen Forschung wird sie wegen ihrer biologisch aktiven Eigenschaften untersucht.
Vorkommen und Quellen
Zimtsäure findet sich natürlicherweise in einer Vielzahl von Lebensmitteln und Pflanzen:
- Zimt (Ceylon-Zimt und Cassia-Zimt)
- Blaubeeren, Erdbeeren und andere Beerenobstsorten
- Tomaten und Auberginen
- Propolis (Bienenharz)
- Balsamharz und Perubalsam
In Pflanzen wird Zimtsäure über den Phenylpropanoid-Stoffwechselweg aus der Aminosäure Phenylalanin synthetisiert und ist ein wichtiger Vorläufer für zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe, darunter Flavonoide, Lignine und Cumarine.
Wirkmechanismus und biologische Aktivität
Zimtsäure und ihre Derivate (z. B. Kaffeecsäure, Ferulasäure, Chlorogensäure) wurden in zahlreichen Studien auf ihre pharmakologischen Eigenschaften untersucht. Zu den diskutierten Wirkprinzipien gehören:
- Antioxidative Wirkung: Zimtsäure kann freie Radikale abfangen und oxidativen Stress reduzieren.
- Antimikrobielle Eigenschaften: In-vitro-Studien zeigen eine hemmende Wirkung gegen bestimmte Bakterien und Pilze.
- Entzündungshemmende Wirkung: Zimtsäure kann entzündungsfördernde Signalwege modulieren.
- Stoffwechselregulation: Es gibt Hinweise auf eine positive Beeinflussung des Blutzuckerspiegels durch Verbesserung der Insulinsensitivität.
- Neuroprotektive Effekte: Präklinische Studien deuten auf einen möglichen Schutz von Nervenzellen hin.
Medizinische und ernährungsmedizinische Bedeutung
Zimtsäure selbst wird vom menschlichen Körper gut metabolisiert. Sie wird nach der Aufnahme über die Nahrung hauptsächlich in der Leber zu Hippursäure umgewandelt und über den Urin ausgeschieden. Zimtsäure gilt in den in Lebensmitteln vorkommenden Mengen als gut verträglich.
In der Ernährungsmedizin wird Zimtsäure häufig im Zusammenhang mit Zimt-Ergänzungsmitteln erwähnt, die auf eine Unterstützung des Blutzuckermanagements abzielen. Aktuelle klinische Studien liefern jedoch noch kein einheitliches Bild, weshalb Zimtsäure als Ergänzungsmittel bislang keine offizielle Empfehlung in Leitlinien erhalten hat.
Sicherheit und mögliche Risiken
In Nahrungsmengen ist Zimtsäure unbedenklich. Bei sehr hohen Dosen oder bei Personen mit bestimmten Stoffwechselstörungen (z. B. Phenylketonurie) kann die Verstoffwechselung beeinträchtigt sein. Zimtsäure-Derivate wie Zimtaldehyd können bei empfindlichen Personen Kontaktallergien auslösen. Hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel sollten ohne ärztliche Rücksprache vermieden werden.
Quellen
- Boz, H. (2015): trans-Cinnamic acid in food industry. In: Electronic Journal of Food Technology, 12(1), 14–22.
- Sova, M. (2012): Antioxidant and antimicrobial activities of cinnamic acid derivatives. In: Mini Reviews in Medicinal Chemistry, 12(8), 749–767.
- World Health Organization (WHO): Safety evaluation of certain food additives – Cinnamic acid. WHO Food Additives Series. Geneva.
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