Zyklische Hormontherapie: Anwendung & Wirkung
Die zyklische Hormontherapie ist eine Form der Hormonersatztherapie, bei der Östrogen und Gestagen in einem geregelten Wechsel eingenommen werden, um den natürlichen Menstruationszyklus nachzuahmen.
Wissenswertes über "Zyklische Hormontherapie"
Die zyklische Hormontherapie ist eine Form der Hormonersatztherapie, bei der Östrogen und Gestagen in einem geregelten Wechsel eingenommen werden, um den natürlichen Menstruationszyklus nachzuahmen.
Was ist die zyklische Hormontherapie?
Die zyklische Hormontherapie ist eine spezielle Form der Hormonersatztherapie (HRT), bei der weibliche Geschlechtshormone – hauptsächlich Östrogen und Gestagen – in einem bestimmten zeitlichen Muster eingenommen werden. Im Gegensatz zur kontinuierlichen Hormontherapie, bei der beide Hormone täglich gegeben werden, ahmt die zyklische Variante den natürlichen weiblichen Menstruationszyklus nach. Sie wird häufig bei Frauen in der Perimenopause oder bei Frauen eingesetzt, die noch regelmäßige oder unregelmäßige Menstruationsblutungen haben.
Anwendungsgebiete
Die zyklische Hormontherapie wird vor allem in folgenden Situationen eingesetzt:
- Perimenopause: In der Übergangsphase vor der Menopause, wenn der Körper noch eigene Hormone produziert, aber die Zyklen unregelmäßig werden.
- Hormonmangel bei jüngeren Frauen: Z. B. bei frühzeitigem Eierstockversagen (prämatura Ovarialinsuffizienz).
- Behandlung von Wechseljahresbeschwerden: Wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen, wenn noch keine vollständige Menopause eingetreten ist.
- Zyklusregulierung: Bei Frauen mit Zyklusstörungen oder Ausbleiben der Menstruation (Amenorrhö).
Wirkmechanismus
Bei der zyklischen Hormontherapie wird Östrogen in der Regel über den gesamten Zyklus (oder einen Teil davon) eingenommen, während Gestagen nur in der zweiten Hälfte des Zyklus – typischerweise für 10 bis 14 Tage – hinzugefügt wird. Nach dem Absetzen des Gestagensanteils kommt es zu einer Entzugsblutung, die einer normalen Menstruation ähnelt. Dieser Wechsel schmützt die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) vor einer übermäßigen Verdickung, die durch Östrogen allein ausgelöst werden könnte.
Anwendung und Dosierung
Die zyklische Hormontherapie kann auf verschiedene Arten verabreicht werden:
- Oral (Tabletten): Die häufigste Anwendungsform.
- Transdermal (Pflaster oder Gel): Östrogen wird über die Haut aufgenommen, Gestagen wird zusätzlich oral eingenommen.
- Vaginal: In bestimmten Fällen, z. B. bei lokalen Beschwerden.
Die genaue Dosierung und das Schema werden individuell von einem Arzt oder einer Ärztin festgelegt und hängen von Alter, Beschwerden, Vorerkrankungen und persönlichen Präferenzen ab.
Vorteile der zyklischen Hormontherapie
- Nachahmen des natürlichen weiblichen Zyklus
- Schutz der Gebärmutterschleimhaut durch regelmäßige Gestagenphase
- Linderung von Wechseljahresbeschwerden
- Geeignet für Frauen in der Perimenopause, die noch Blutungen haben
- Verbesserung der Lebensqualität
Risiken und Nebenwirkungen
Wie jede Hormontherapie birgt auch die zyklische Variante Risiken, die individuell abgewägt werden müssen:
- Brustspannungen und -schmerzen
- Übelkeit oder Stimmungsschwankungen
- Entzugsblutungen, die nicht immer erwünscht sind
- Erhöhtes Risiko für Thrombosen (Blutgerinnsel) bei oraler Einnahme
- Leicht erhöhtes Risiko für Brustkrebs bei langfristiger Anwendung (abhängig von Art und Dauer der Therapie)
- Mögliche Kopfschmerzen oder Migräne
Eine sorgfältige ärztliche Aufklärung und regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind daher unbedingt erforderlich.
Gegenanzeigen
Die zyklische Hormontherapie ist nicht für alle Frauen geeignet. Sie sollte nicht angewendet werden bei:
- Bekanntem oder vermutetem Brustkrebs
- Endometriumkarzinom oder anderen hormonsensitiven Tumoren
- Ungeklärten Vaginalblutungen
- Schwerer Lebererkrankung
- Vorgeschichte von Thromboembolien
- Akuten Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Unterschied zur kontinuierlichen Hormontherapie
Während bei der kontinuierlichen kombinierten Hormontherapie Östrogen und Gestagen täglich und ohne Unterbrechung eingenommen werden (mit dem Ziel, Blutungen zu vermeiden), imitiert die zyklische Hormontherapie den natürlichen Zyklus und führt zu regelmäßigen Entzugsblutungen. Die zyklische Variante wird bevorzugt für Frauen empfohlen, die noch nicht die vollständige Menopause erreicht haben.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): Leitlinie Peri- und Postmenopause – Diagnostik und Interventionen (2020).
- Stute P. et al.: Individualisierte Hormontherapie in der Peri- und Postmenopause. Gynäkologische Endokrinologie, Springer Medizin (2021).
- Baber R.J. et al.: 2016 IMS Recommendations on women's midlife health and menopause hormone therapy. Climacteric, 19(2), 109-150 (2016).
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