S46.0 – Rotatorenmanschette Verletzung
S46.0 bezeichnet nach ICD-10 eine Verletzung der Muskeln und Sehnen der Rotatorenmanschette der Schulter, z. B. durch Risse oder Zerrungen.
Wissenswertes über "S46.0"
S46.0 bezeichnet nach ICD-10 eine Verletzung der Muskeln und Sehnen der Rotatorenmanschette der Schulter, z. B. durch Risse oder Zerrungen.
Was bedeutet die Diagnose S46.0?
Der ICD-10-Code S46.0 steht für eine Verletzung der Muskeln und Sehnen der Rotatorenmanschette der Schulter. Die Rotatorenmanschette ist eine Gruppe aus vier Muskeln und ihren Sehnen, die das Schultergelenk umgeben, stabilisieren und verschiedene Bewegungen des Armes ermöglichen. Verletzungen in diesem Bereich gehören zu den häufigsten Schultererkrankungen und können sowohl akut (z. B. durch einen Unfall) als auch chronisch (durch Überlastung) entstehen.
Anatomie der Rotatorenmanschette
Die Rotatorenmanschette besteht aus folgenden vier Muskeln:
- M. supraspinatus – zuständig für die Abduktion (Abspreizen) des Armes
- M. infraspinatus – verantwortlich für die Außenrotation
- M. teres minor – unterstützt die Außenrotation
- M. subscapularis – zuständig für die Innenrotation
Gemeinsam halten diese Muskeln den Oberarmknochen (Humerus) in der Gelenkpfanne und ermöglichen präzise Schulterbewegungen.
Ursachen
Verletzungen der Rotatorenmanschette (S46.0) können verschiedene Ursachen haben:
- Akute Traumata: Stürze auf den ausgestreckten Arm, direkte Schulterstöße oder plötzliche Zugkräfte
- Chronische Überlastung: Wiederholte Überkopfbewegungen, z. B. bei Handwerkern, Sportlern (Tennis, Schwimmen, Werfen) oder körperlich belastenden Berufen
- Degenerative Veränderungen: Altersbedingte Abnutzung der Sehnen, besonders ab dem 50. Lebensjahr
- Impingement-Syndrom: Einklemmung von Sehnengewebe unter dem Schulterdach als Vorläufer einer Ruptur
Symptome
Typische Beschwerden bei einer S46.0-Diagnose umfassen:
- Schmerzen in der Schulter, oft mit Ausstrahlung in den Oberarm
- Schmerzzunahme bei bestimmten Bewegungen, insbesondere bei Abspreizen und Überkopfbewegungen
- Schwäche der Schultermuskulatur
- Eingeschränkte Beweglichkeit des Schultergelenks
- Nachtschmerzen, die den Schlaf stören können
- Bei vollständigem Riss: deutlicher Kraftverlust, teilweise auch sichtbare Delle im Muskel
Diagnose
Die Diagnose einer Rotatorenmanschettenverletzung erfolgt durch:
- Klinische Untersuchung: Spezifische Tests wie der Jobe-Test, Painful Arc oder Hawkins-Kennedy-Test geben Hinweise auf betroffene Strukturen
- Ultraschall (Sonographie): Schnelle und kostengünstige Bildgebung zur Beurteilung von Sehnenrissen
- MRT (Magnetresonanztomographie): Goldstandard zur genauen Darstellung von Ausmaß und Lokalisation des Schadens
- Röntgen: Zum Ausschluss knöcherner Verletzungen
Behandlung
Konservative Therapie
Bei Teilrissen und leichteren Verletzungen wird häufig zunächst eine konservative Behandlung eingeleitet:
- Schonung und vorläufige Entlastung der Schulter
- Schmerztherapie mit nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR)
- Physiotherapie zur Kräftigung der umliegenden Muskulatur und Verbesserung der Stabilität
- Ggf. Kortikosteroid-Injektionen zur Linderung von Entzündung und Schmerzen
Operative Therapie
Bei vollständigen Rissen (Totalrupturen) oder ausbleibendem konservativem Erfolg kann eine Operation notwendig werden:
- Arthroskopische Rekonstruktion: Minimalinvasive Nähung der gerissenen Sehne
- Offene oder mini-offene Rekonstruktion: Bei größeren oder komplexen Rissen
Nachbehandlung und Rehabilitation
Nach einer Operation oder intensiver konservativer Behandlung ist eine strukturierte Rehabilitation entscheidend. Diese umfasst in der Regel mehrere Wochen Physiotherapie mit schrittweisem Belastungsaufbau. Die vollständige Genesung kann je nach Ausmaß der Verletzung 3 bis 12 Monate in Anspruch nehmen.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU): Leitlinie zur Behandlung der Rotatorenmanschettenruptur, 2021.
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI): ICD-10-GM Version 2024, Kapitel XIX – S46.0.
- Manske R.C., Prohaska D.: Clinical Commentary – Diagnosis and Management of Adhesive Capsulitis. Physical Therapy in Sport, 9(4):180–192, 2008.
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