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G57.3 - Meralgia paraesthetica: Ursachen & Behandlung

G57.3 ist der ICD-10-Code für Meralgia paraesthetica, eine Nervenerkrankung mit Kribbeln, Taubheit und Schmerzen an der Außenseite des Oberschenkels.

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Wissenswertes über "G57.3"

G57.3 ist der ICD-10-Code für Meralgia paraesthetica, eine Nervenerkrankung mit Kribbeln, Taubheit und Schmerzen an der Außenseite des Oberschenkels.

Was bedeutet der ICD-10-Code G57.3?

Der ICD-10-Code G57.3 steht für Meralgia paraesthetica, eine Erkrankung des peripheren Nervensystems. Betroffen ist der Nervus cutaneus femoris lateralis, ein rein sensibler Nerv, der die Haut an der Außen- und Vorderseite des Oberschenkels versorgt. Wird dieser Nerv eingeengt oder gereizt, entstehen charakteristische Missempfindungen in diesem Bereich.

Ursachen

Die häufigste Ursache ist eine mechanische Kompression (Einengung) des Nervus cutaneus femoris lateralis im Bereich des Leistenbandes, wo der Nerv vom Bauch in den Oberschenkel übertritt. Mögliche Auslöser sind:

  • Starkes Übergewicht oder rasche Gewichtszunahme
  • Enge Kleidung, Gürtel oder Sicherheitsgurte
  • Längeres Stehen oder Gehen
  • Schwangerschaft
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Verletzungen oder operative Eingriffe im Hüft- oder Leistenbereich
  • Muskelnüberanstrengung oder intensive körperliche Aktivität

Symptome

Die Beschwerden bei G57.3 betreffen ausschließlich die Haut an der Außen- und Vorderseite des Oberschenkels. Typische Symptome sind:

  • Kribbeln oder Taubheitsgefühl (Parästhesien)
  • Brennende oder stechende Schmerzen
  • Erhöhte Empfindlichkeit der Haut (Hypersensitivität)
  • Gefühl von Wärme oder Kälte auf der Haut ohne erkennbare Ursache
  • Keine Schwäche der Beinmuskulatur, da der Nerv rein sensibel ist

Die Symptome können beim Stehen oder Gehen zunehmen und sich im Liegen verbessern.

Diagnose

Die Diagnose wird in erster Linie klinisch gestellt, das heißt anhand der Krankengeschichte (Anamnese) und der körperlichen Untersuchung. Folgende Verfahren können zusätzlich eingesetzt werden:

  • Neurologische Untersuchung: Prüfung des Tastgefühls im betroffenen Bereich
  • Elektromyographie (EMG) und Nervenleitgeschwindigkeit (NLG): Zur Bestätigung der Nervenfunktion
  • Bildgebung (MRT oder Ultraschall): Zum Ausschluss anderer Ursachen wie Tumoren oder Hernien
  • Diagnostischer Nervenblock: Eine lokale Betäubung des Nervs kann die Diagnose sichern

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der Schwere der Symptome und der zugrunde liegenden Ursache.

Konservative Maßnahmen

  • Beseitigung der auslösenden Faktoren (z. B. enge Kleidung vermeiden, Gewichtsreduktion)
  • Physiotherapie zur Entlastung des Leistenbandes
  • Schmerzmittel (z. B. nicht-steroidale Antirheumatika, kurz NSAR)
  • Neuropathische Schmerzmedikamente wie Gabapentin oder Pregabalin

Interventionelle Behandlung

  • Lokale Kortikosteroid-Injektion: Eine Spritze mit entzündungshemmendem Mittel und Betäubungsmittel direkt am Nerv kann die Beschwerden deutlich lindern

Operative Behandlung

  • In seltenen, schweren Fällen kann eine operative Nervenentlastung (Dekompression) oder Nervendurchtrennung (Neurektomie) notwendig sein

Bei den meisten Patienten bessern sich die Beschwerden durch konservative Maßnahmen innerhalb weniger Monate deutlich.

Quellen

  1. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI): ICD-10-GM Version 2024, Code G57.3 - Meralgia paraesthetica.
  2. Harney, D. & Patijn, J. (2007): Meralgia paresthetica: diagnosis and management strategies. In: Pain Medicine, 8(8), 669-677. PubMed PMID: 18028045.
  3. Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN): Periphere Nervenkompressionssyndrome, aktuelle Fassung.

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