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K90.0 – Zöliakie: Ursachen, Symptome & Behandlung

K90.0 ist der ICD-10-Code für Zöliakie, eine chronische Autoimmunerkrankung des Dünndarms, ausgelöst durch Gluten. Sie führt zu Schäden an der Darmschleimhaut und Malabsorption.

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Wissenswertes über "K90.0"

K90.0 ist der ICD-10-Code für Zöliakie, eine chronische Autoimmunerkrankung des Dünndarms, ausgelöst durch Gluten. Sie führt zu Schäden an der Darmschleimhaut und Malabsorption.

Was ist K90.0 (Zöliakie)?

K90.0 ist der Diagnosecode nach ICD-10 für Zöliakie (auch: Cöliakie), eine chronische, immunvermittelte Erkrankung des Dünndarms. Sie wird durch die Aufnahme von Gluten ausgelöst, einem Proteinkomplex, der in Weizen, Gerste, Roggen und verwandten Getreidesorten vorkommt. Zöliakie betrifft etwa 1 % der Weltbevölkerung und kann in jedem Lebensalter auftreten.

Ursachen und Risikofaktoren

Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung: Das Immunsystem reagiert auf Gluten, als wäre es ein Krankheitserreger, und greift dabei irrtümlich die Schleimhaut des Dünndarms an. Dies führt zur Zerstörung der sogenannten Darmzotten (Villi), die für die Nährstoffaufnahme zuständig sind.

  • Genetische Veranlagung: Träger der HLA-Gene DQ2 oder DQ8 haben ein erhöhtes Risiko.
  • Familienhistorie: Verwandte ersten Grades von Zöliakie-Erkrankten sind häufiger betroffen.
  • Andere Autoimmunerkrankungen: Personen mit Typ-1-Diabetes oder Hashimoto-Thyreoiditis haben ein höheres Risiko.
  • Umweltfaktoren: Infektionen im Kindesalter und der Zeitpunkt der Gluteneinführung können eine Rolle spielen.

Symptome

Die Symptome von Zöliakie sind sehr vielfältig und können sowohl den Verdauungstrakt als auch andere Organsysteme betreffen.

Gastrointestinale Symptome

  • Durchfall oder weiche, fettige Stühle (Steatorrhö)
  • Bauchschmerzen und Blähungen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Gewichtsverlust

Extraintestinale Symptome

  • Müdigkeit und Erschöpfung durch Malabsorption (gestörte Nährstoffaufnahme)
  • Eis­en­mangelanämie
  • Osteoporose durch Calciummangel
  • Neurologische Beschwerden wie Kribbeln oder Gleichgewichtsstörungen
  • Hautveränderungen: Dermatitis herpetiformis (juckender Hautausschlag)
  • Wachstumsverzögerungen bei Kindern

Wichtig: Viele Betroffene haben keine oder nur geringe gastrointestinale Beschwerden, was die Diagnose erschwert.

Diagnose

Die Diagnose von Zöliakie (ICD-10: K90.0) erfolgt in mehreren Schritten:

  • Blutuntersuchung: Nachweis von Antikörpern gegen Gewebstransglutaminase (tTG-IgA) und Endomysium-Antikörper (EMA). Ein erhöhter Gesamtserum-IgA-Wert ist ebenfalls relevant.
  • Duodenalbiopsie: Gewebeentnahme aus dem Dünndarm (Zwölffingerdarm) per Magenspiegelung. Der Befund zeigt eine Zottenatrophie und erhöhte intraepithelialen Lymphozyten (Marsh-Klassifikation).
  • HLA-Typisierung: Ausschlusstest; fehlendes HLA-DQ2/DQ8 schließt Zöliakie praktisch aus.
  • Ansprechen auf glutenfreie Diät: Verbesserung der Symptome und Schleimhautbefunde unter glutenfreier Ernährung bestätigt die Diagnose.

Behandlung

Die einzige bisher etablierte Behandlung der Zöliakie ist die lebenslange, strikt glutenfreie Ernährung. Gluten muss vollständig aus dem Speiseplan gestrichen werden, einschließlich versteckter Glutenquellen in verarbeiteten Lebensmitteln, Medikamenten und Kosmetika.

  • Erlaubte Lebensmittel: Reis, Mais, Kartoffeln, Hirse, Buchweizen, Quinoa, Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst (ohne Glutenzusatz).
  • Zu meidende Lebensmittel: Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste, Emmer, Einkorn und daraus hergestellte Produkte.
  • Nährstoffergänzung: Aufgrund von Mangelzuständen sind oft Ergänzungsmittel wie Eisen, Folat, Calcium, Vitamin D und Vitamin B12 notwendig.
  • Regelmäßige ärztliche Kontrolle: Zur Überwachung der Schleimhautheilung und des Nährstoffstatus.

Bei strikter Einhaltung der glutenfreien Diät erholen sich die Darmzotten in der Regel vollständig, und die Symptome klingen ab. Eine nicht behandelte Zöliakie erhöht das Risiko für Komplikationen wie intestinale Lymphome und Osteoporose.

Quellen

  1. Ludvigsson, J.F. et al. (2013): The Oslo definitions for coeliac disease and related terms. Gut, 62(1), 43–52. DOI: 10.1136/gutjnl-2011-301346
  2. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI): ICD-10-GM K90.0 – Zöliakie. www.dimdi.de
  3. Rubio-Tapia, A. et al. (2013): ACG Clinical Guidelines: Diagnosis and Management of Celiac Disease. American Journal of Gastroenterology, 108(5), 656–676.

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