Borreliose Gelenkschmerzen – Ursachen & Behandlung
Borreliose Gelenkschmerzen entstehen durch eine Infektion mit Borrelien nach einem Zeckenstich. Die Lyme-Arthritis zählt zu den häufigsten Spätfolgen der Lyme-Borreliose.
Wissenswertes über "Borreliose Gelenkschmerzen"
Borreliose Gelenkschmerzen entstehen durch eine Infektion mit Borrelien nach einem Zeckenstich. Die Lyme-Arthritis zählt zu den häufigsten Spätfolgen der Lyme-Borreliose.
Was sind Borreliose Gelenkschmerzen?
Borreliose Gelenkschmerzen sind ein typisches Symptom der Lyme-Borreliose, einer durch Zecken übertragenen Infektionskrankheit. Der Erreger – das Bakterium Borrelia burgdorferi – kann nach einem Zeckenstich in den Körper gelangen und, wenn er unbehandelt bleibt, Wochen bis Monate später die Gelenke befallen. Diese Form der Gelenkentzündung wird als Lyme-Arthritis bezeichnet und ist eine der häufigsten Spätkomplikationen der Erkrankung.
Ursachen
Die Ursache der Borreliose Gelenkschmerzen ist eine Infektion mit Borrelien, die durch den Stich infizierter Schildzecken (vor allem Ixodes ricinus in Europa) übertragen wird. Die Bakterien können sich nach dem Eindringen in den Körper über das Blut in verschiedene Gewebe ausbreiten, darunter auch das Gelenkgewebe. Dort lösen sie eine Immunreaktion aus, die zu Entzündung und Schmerzen führt.
- Infektion durch Zeckenstich (meist unbemerkt)
- Unbehandelte oder spät erkannte Borreliose
- Ausbreitung der Bakterien über den Blutkreislauf in die Gelenke
- Immunvermittelte Entzündungsreaktionen im Gelenkgewebe
Symptome
Die Gelenkbeschwerden bei Borreliose treten typischerweise in der Spätphase der Erkrankung auf, Wochen bis Monate nach dem Zeckenstich. Besonders häufig ist das Kniegelenk betroffen, aber auch andere große Gelenke können betroffen sein.
- Plötzlich auftretende, oft einseitige Gelenkschwellung
- Schmerzen, Erwärmung und Rötung im betroffenen Gelenk
- Bevorzugter Befall des Knies, aber auch von Hüfte, Schulter und Sprunggelenk
- Episodisch wiederkehrende Beschwerden, die sich spontan bessern und wieder verschlechtern können
- Mögliche Begleitsymptome wie Müdigkeit, Muskelschmerzen und Konzentrationsprobleme
Diagnose
Die Diagnose der Lyme-Arthritis erfolgt durch eine Kombination aus Krankengeschichte, klinischer Untersuchung und Laboruntersuchungen. Ein positiver Befund allein reicht nicht aus – die Diagnose muss immer klinisch eingeordnet werden.
- Bluttest (Serologie): Nachweis von Antikörpern gegen Borrelien (ELISA und Immunoblot)
- Gelenkpunktion: Untersuchung der Gelenkflüssigkeit (Synovialflüssigkeit) auf Borrelien-DNA mittels PCR
- Bildgebung: Ultraschall oder MRT zur Beurteilung des Ausmaßes der Gelenkentzündung
- Ausschlussdiagnostik: Abgrenzung gegenüber anderen Arthritisformen (z. B. reaktive Arthritis, rheumatoide Arthritis)
Behandlung
Die Behandlung der Borreliose Gelenkschmerzen erfolgt primär mit Antibiotika. Bei frühzeitiger Therapie sind die Heilungschancen sehr gut.
Antibiotische Therapie
- Orale Antibiotika (z. B. Doxycyclin oder Amoxicillin) für 28 Tage als Erstlinientherapie
- Intravenöse Antibiotika (z. B. Ceftriaxon) bei schwerem Verlauf oder fehlendem Ansprechen auf orale Therapie
- Ein zweiter Antibiotikakurs kann bei unvollständiger Besserung erwogen werden
Symptomatische Behandlung
- Entzündungshemmende Medikamente (NSAR) zur Schmerzlinderung
- Physiotherapie zur Unterstützung der Gelenkfunktion
- Schonung des betroffenen Gelenks in der akuten Phase
Post-Lyme-Syndrom
Bei einem Teil der Patienten können Gelenkschmerzen und Erschöpfung auch nach abgeschlossener Antibiotikatherapie fortbestehen. Dieses Phänomen wird als Post-Lyme-Syndrom oder PTLDS (Post-Treatment Lyme Disease Syndrome) bezeichnet. Eine verlängerte Antibiotikagabe ist in diesem Fall nicht wirksam und wird nicht empfohlen.
Vorbeugung
Da es in Deutschland keine zugelassene Impfung gegen Lyme-Borreliose gibt, ist der beste Schutz die Vermeidung von Zeckenstichen:
- Schutzkleidung beim Aufenthalt in der Natur (helle, lange Kleidung)
- Verwendung von Insektenabwehrmitteln (Repellentien)
- Körper nach Naturaufenthalten auf Zecken absuchen
- Zecken so früh wie möglich mit einer Zeckenzange entfernen
- Ärztliche Beratung bei Zeckenstich und Auftreten typischer Symptome wie Wanderröte
Quellen
- Robert Koch-Institut (RKI): Lyme-Borreliose – Faktenblatt. Berlin, 2023. Verfügbar unter: www.rki.de
- Steere AC et al.: Lyme arthritis: an epidemic of oligoarticular arthritis in children and adults in three Connecticut communities. Arthritis & Rheumatology, 1977.
- Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) / Deutsche Borreliose-Gesellschaft: Leitlinie Neuroborreliose und Lyme-Borreliose, 2018.
Meistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des Immunsystems
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac, Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieK90.4
Borreliose ansteckend
M96.1
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kaloriengehalt
Kölner Liste
Verwandte Suchbegriffe: Borreliose Gelenkschmerzen