Psoriasis (Schuppenflechte): Ursachen & Behandlung
Psoriasis (Schuppenflechte) ist eine chronische Hauterkrankung mit rötlichen, schuppenden Hautflächen. Sie ist nicht ansteckend und betrifft Millionen Menschen weltweit.
Wissenswertes über "Psoriasis"
Psoriasis (Schuppenflechte) ist eine chronische Hauterkrankung mit rötlichen, schuppenden Hautflächen. Sie ist nicht ansteckend und betrifft Millionen Menschen weltweit.
Was ist Psoriasis?
Psoriasis, im Deutschen auch als Schuppenflechte bezeichnet, ist eine chronische, nicht ansteckende Erkrankung der Haut, die durch eine übermäßige Vermehrung von Hautzellen entsteht. Sie gehört zu den häufigsten Hauterkrankungen und betrifft schätzungsweise 2–3 % der Weltbevölkerung. Die Erkrankung verläuft in der Regel in Schüben und kann in jedem Lebensalter auftreten.
Ursachen
Psoriasis ist eine autoimmune Erkrankung. Das Immunsystem greift fälschlicherweise eigene Hautzellen an, was eine stark beschleunigte Zellteilung auslöst. Normalerweise erneuert sich die Haut in etwa 28 Tagen – bei Psoriasis-Betroffenen geschieht dies in nur 3–7 Tagen.
Als Ausloser und begünstigende Faktoren gelten:
- Genetische Veranlagung: Familiäre Häufung ist bekannt; mehrere Risikogens wurden identifiziert.
- Stress: Psychischer oder physischer Stress kann Schübe auslösen.
- Infektionen: Insbesondere Streptokokken-Infektionen der Atemwege.
- Medikamente: z. B. Betablocker, Lithium oder bestimmte Schmerzmittel.
- Hautreizungen und Verletzungen: Das sogenannte Köbner-Phänomen beschreibt das Auftreten von Psoriasis-Herden an verletzten Hautstellen.
- Alkohol und Rauchen: Können die Erkrankung verstärken.
Symptome
Das klinische Bild der Psoriasis variiert je nach Typ. Die häufigste Form ist die Psoriasis vulgaris (Plaque-Psoriasis), die sich durch folgende Zeichen auszeichnet:
- Schärf begrenzte, rötliche Hautplaques (Plaques) mit silbrig-weißen Schuppen
- Bevorzugter Befall von Ellenbogen, Knien, Kopfhaut und unterem Rücken
- Juckreiz und gelegentliches Brennen der betroffenen Stellen
- Nagelveränderungen (sog. Tüpfelngel, Onychodystrophie)
Weitere Formen umfassen:
- Psoriasis guttata: Kleine, tropfenartige Herde, häufig nach Infektionen
- Psoriasis pustulosa: Pusteln auf geröteter Haut
- Psoriasis inversa: Befall von Hautfalten (Achseln, Leiste)
- Erythrodermische Psoriasis: Ausgedehnte Hautrötung, schwere Verlaufsform
Diagnose
Die Diagnose erfolgt in der Regel klinisch durch einen Dermatologen anhand des typischen Hautbildes. In unklaren Fällen kann eine Hautbiopsie (Gewebeprobe) zur mikroskopischen Untersuchung entnommen werden. Zusätzlich sollte auf eine Psoriasis-Arthritis geprüft werden, da bis zu 30 % der Betroffenen auch Gelenkbeschwerden entwickeln.
Behandlung
Psoriasis ist derzeit nicht heilbar, aber sehr gut behandelbar. Die Therapie richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung:
Leichte bis mittelschwere Psoriasis
- Topische Kortikosteroide: Entzündungshemmende Salben oder Cremes
- Vitamin-D-Analoga (z. B. Calcipotriol): Hemmen die Zellvermehrung
- Keratolytika (z. B. Salicylsäure): Lösen Schuppen
- Emollienzien (Feuchtigkeitspflege): Reduzieren Trockenheit und Juckreiz
Mittelschwere bis schwere Psoriasis
- Lichttherapie (Phototherapie): UV-B-Strahlung oder PUVA-Therapie
- Systemische Therapien: Methotrexat, Ciclosporin, Acitretin
- Biologika: Gezielte Antikörper-Therapien (z. B. TNF-alpha-Blocker, IL-17- oder IL-23-Inhibitoren) für schwere Verläufe
Leben mit Psoriasis
Psoriasis kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Psychosoziale Unterstützung, Selbsthilfegruppen und ein gesunder Lebensstil (ausgewogene Ernährung, Stressreduktion, Nichtrauchen) können den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Regelmäßige dermatologische Kontrollen sind empfehlenswert.
Quellen
- Mrowietz U. et al.: S3-Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris. AWMF-Registernummer 013-001, 2021.
- World Health Organization (WHO): Global Report on Psoriasis. WHO Press, Geneva, 2016.
- Nestle FO, Kaplan DH, Barker J: Psoriasis. New England Journal of Medicine, 2009; 361(5):496–509.
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