Astaxanthinresorption: Aufnahme & Bioverfügbarkeit
Astaxanthinresorption beschreibt die Aufnahme des Carotinoids Astaxanthin im menschlichen Körper. Fettlöslichkeit und Zubereitung beeinflussen die Bioverfügbarkeit entscheidend.
Wissenswertes über "Astaxanthinresorption"
Astaxanthinresorption beschreibt die Aufnahme des Carotinoids Astaxanthin im menschlichen Körper. Fettlöslichkeit und Zubereitung beeinflussen die Bioverfügbarkeit entscheidend.
Was ist Astaxanthinresorption?
Unter Astaxanthinresorption versteht man den Prozess, bei dem das natürliche Carotinoid Astaxanthin nach der oralen Aufnahme über den Magen-Darm-Trakt in den Körper aufgenommen und dem Blutkreislauf zugeführt wird. Astaxanthin gehört zur Gruppe der Xanthophylle und ist ein stark fettlöslicher Wirkstoff, der vor allem in Meerestieren wie Lachs, Krebsen und Mikroalgen (insbesondere Haematococcus pluvialis) vorkommt.
Faktoren, die die Resorption beeinflussen
Da Astaxanthin lipophil (fettlöslich) ist, hängt seine Aufnahme stark von der gleichzeitigen Zufuhr von Fett ab. Folgende Faktoren beeinflussen die Bioverfügbarkeit von Astaxanthin:
- Fettgehalt der Mahlzeit: Die gleichzeitige Einnahme von Nahrungsfetten steigert die Resorption erheblich, da Astaxanthin in Fettmicellen eingebaut wird, die für die Aufnahme über den Dünndarm notwendig sind.
- Formulierung des Präparats: Speziell formulierte Nahrungsergänzungsmittel, etwa in Ölkapseln oder als nanodisperse Formulierungen, weisen eine deutlich höhere Bioverfügbarkeit auf als ungelöste Pulverformen.
- Partikelgröße: Kleinere Partikel und verbesserte Emulgiertechniken erhöhen die Resorptionsfläche und damit die Aufnahmerate.
- Esterform vs. freies Astaxanthin: Natürliches Astaxanthin liegt überwiegend als Ester (gebundene Form) vor, während synthetisches Astaxanthin meist in freier Form vorliegt. Studien zeigen, dass die veresterte Naturform nach Spaltung durch intestinale Esterasen gut resorbiert werden kann.
- Individuelle Darmgesundheit: Die Aktivität von Gallensäuren, Lipase-Enzymen und die allgemeine Darmgesundheit beeinflussen die Aufnahme ebenfalls.
Mechanismus der Resorption
Nach der Einnahme wird Astaxanthin im Dünndarm in Gegenwart von Gallensäuren und Pankreaslipase in Mischmicellen eingebaut. Diese Micellen transportieren das Carotinoid zu den Enterozyten (Darmzellen), wo es durch passive Diffusion aufgenommen wird. Anschließend wird Astaxanthin in Chylomikronen verpackt und über das lymphatische System in den Blutkreislauf transportiert. Im Blut wird es an Lipoproteine (LDL, HDL) gebunden und zu verschiedenen Geweben wie Leber, Haut und Augen transportiert.
Bioverfügbarkeit im Vergleich
Die absolute Bioverfügbarkeit von Astaxanthin beim Menschen ist im Vergleich zu anderen Carotinoiden wie Beta-Carotin moderat, kann jedoch durch optimierte Formulierungen deutlich gesteigert werden. Studien belegen, dass die Einnahme mit einer fettreichen Mahlzeit die Plasma-Astaxanthin-Konzentration um ein Vielfaches erhöhen kann. Typische Plasma-Spitzenkonzentrationen werden 6 bis 8 Stunden nach oraler Einnahme erreicht.
Empfehlungen zur Einnahme
Um eine optimale Astaxanthinresorption zu gewährleisten, gelten folgende Empfehlungen:
- Astaxanthin stets zusammen mit einer fett- oder ölhaltigen Mahlzeit einnehmen.
- Ölbasierte Kapselformulierungen bevorzugen.
- Die empfohlene Tagesdosis von 4 bis 12 mg beachten, wie sie in klinischen Studien untersucht wurde.
- Bei Fragen zur Einnahme einen Arzt oder Apotheker konsultieren.
Sicherheit und Verträglichkeit
Astaxanthin gilt allgemein als gut verträglich. In höheren Dosen kann es zu einer harmlosen Rötung der Haut (Carotinodermie) kommen. Wechselwirkungen mit blutdrucksenkenden oder antikoagulativen Medikamenten sind möglich und sollten ärztlich abgeklärt werden.
Quellen
- Fassett, R. G. & Coombes, J. S. (2011): Astaxanthin: a potential therapeutic agent in cardiovascular disease. Marine Drugs, 9(3), 447–465. PubMed PMID: 21673888.
- Coral-Hinostroza, G. N. et al. (2004): Plasma appearance of unesterified astaxanthin geometrical E/Z and optical R/S isomers in men given single doses of a mixture of astaxanthin esters. Comparative Biochemistry and Physiology Part C, 139(1–3), 99–110.
- European Food Safety Authority (EFSA) (2020): Safety of astaxanthin for use as a novel food – Scientific Opinion. EFSA Journal, 18(4):e06049.
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