S46.1 ICD-10: Bizepssehnen-Verletzung erklärt
S46.1 bezeichnet nach ICD-10 eine Verletzung der Muskel- und Sehnenstrukturen im Bereich der Schulter und des Oberarms. Diese Diagnose umfasst Zerrungen, Risse und andere Traumata.
Wissenswertes über "S46.1"
S46.1 bezeichnet nach ICD-10 eine Verletzung der Muskel- und Sehnenstrukturen im Bereich der Schulter und des Oberarms. Diese Diagnose umfasst Zerrungen, Risse und andere Traumata.
Was bedeutet die ICD-10-Diagnose S46.1?
Der ICD-10-Code S46.1 steht für eine Verletzung des Muskels und der Sehne des langen Kopfes des Bizepsmuskels im Bereich der Schulter und des Oberarms. ICD-10 ist die internationale Klassifikation von Krankheiten, die von Ärzten und Kliniken zur einheitlichen Diagnosecodierung verwendet wird. Eine solche Verletzung kann durch akutes Trauma (z. B. Sturz, Sportunfall) oder durch Überlastung entstehen.
Ursachen
Verletzungen der langen Bizepssehne und des zugehörigen Muskels entstehen häufig durch:
- Akutes Trauma: Sturz auf den ausgestreckten Arm, direkte Gewalteinwirkung auf die Schulter oder den Oberarm
- Sportunfälle: z. B. beim Gewichtheben, Klettern, Tennis oder Wurfsportarten
- Degenerative Veränderungen: Vorbestehende Sehnenschäden durch chronische Überlastung erhöhen das Risiko eines Risses
- Berufsbedingte Belastung: Schwere körperliche Arbeit mit wiederholten Hebe- oder Zugbewegungen
Symptome
Typische Beschwerden bei einer S46.1-Verletzung umfassen:
- Plötzlicher, stechender Schmerz im vorderen Schulter- oder Oberarmbereich
- Schwellung und Hämatom (blauer Fleck) im betroffenen Bereich
- Kraftverlust beim Beugen des Ellbogens und beim Drehen des Unterarms
- Tastbare Lücke oder sichtbare Verformung des Muskelbauchs (sog. Popeye-Zeichen bei komplettem Riss)
- Bewegungseinschränkung der Schulter und des Ellbogens
Diagnose
Die Diagnose einer Verletzung gemäß S46.1 erfolgt durch:
- Klinische Untersuchung: Palpation, Krafttests und spezifische Schultertests (z. B. Speed-Test, Yergason-Test)
- Ultraschall (Sonographie): Schnelle und kostengünstige Darstellung von Sehnen und Muskulatur
- MRT (Magnetresonanztomographie): Detaillierte Beurteilung des Ausmaßes der Verletzung, insbesondere bei Teilrissen
- Röntgen: Zum Ausschluss knöcherner Begleitverletzungen
Behandlung
Konservative Therapie
Bei Teil- oder Zerrungsverletzungen wird häufig zunächst konservativ behandelt:
- Ruhigstellung und Schonung des Arms (ggf. Armschlinge)
- Kühlung zur Schmerzlinderung und Schwellungsreduktion in den ersten 48 Stunden
- Schmerztherapie mit entzündungshemmenden Medikamenten (z. B. Ibuprofen, Diclofenac)
- Physiotherapie zur Wiederherstellung von Kraft und Beweglichkeit
Operative Therapie
Bei vollständigen Rissen, insbesondere bei jüngeren oder körperlich aktiven Patienten, kann eine Operation notwendig sein:
- Bizepstenodese: Wiederanheftung der Sehne an den Knochen
- Tenotomie: Durchtrennung der Sehne (bei älteren Patienten mit geringen Beschwerden)
Rehabilitation
Nach der Behandlung ist eine strukturierte Physiotherapie essenziell, um die volle Funktion des Arms wiederherzustellen. Die Rehabilitationsdauer beträgt je nach Schweregrad der Verletzung mehrere Wochen bis Monate.
Quellen
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / BfArM: ICD-10-GM, Kapitel XIX – Verletzungen, Vergiftungen (S46.1), 2024.
- Netter, F.H.: Atlas der Anatomie des Menschen. Elsevier, 7. Auflage, 2019.
- Liem, D. et al.: Verletzungen der langen Bizepssehne – Diagnostik und Therapie. Orthopädie und Unfallchirurgie, Thieme Verlag, 2021.
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