Abdomen – Bedeutung, Anatomie & Erkrankungen
Das Abdomen, auch Bauch genannt, ist der mittlere Körperabschnitt zwischen Brustkorb und Becken. Es enthält wichtige Organe wie Magen, Darm, Leber und Nieren.
Wissenswertes über "Abdomen"
Das Abdomen, auch Bauch genannt, ist der mittlere Körperabschnitt zwischen Brustkorb und Becken. Es enthält wichtige Organe wie Magen, Darm, Leber und Nieren.
Was ist das Abdomen?
Das Abdomen (lateinisch für Bauch) bezeichnet den mittleren Abschnitt des menschlichen Rumpfes, der sich zwischen dem Brustkorb (Thorax) und dem Becken (Pelvis) befindet. Es handelt sich um eine der größten Körperhöhlen, in der zahlreiche lebenswichtige Organe untergebracht sind. In der Medizin wird der Begriff "Abdomen" sowohl für die äußere Bauchregion als auch für den inneren Hohlraum, die sogenannte Bauchhöhle (Cavitas abdominalis), verwendet.
Anatomie und Aufbau
Das Abdomen wird von verschiedenen Muskel- und Gewebeschichten umschlossen, die gemeinsam die Bauchwand bilden. Die Bauchmuskeln (z. B. der gerade Bauchmuskel, Musculus rectus abdominis) schützen die inneren Organe und ermöglichen Körperbewegungen. Im Inneren wird die Bauchhöhle durch das Bauchfell (Peritoneum) ausgekleidet, eine dünne Gewebeschicht, die die Organe umhüllt und stabilisiert.
Einteilung des Abdomens
Für die klinische Untersuchung und Diagnose wird das Abdomen häufig in neun Regionen oder vier Quadranten unterteilt:
- Oberbauch: Rechter und linker Oberbauch sowie die Magengrube (Epigastrium)
- Mittelbauch: Rechte und linke Flanke sowie der Nabelbereich (Umbilikalregion)
- Unterbauch: Rechte und linke Leistenregion (Inguinalregion) sowie die Schambeinregion (Hypogastrium)
Organe im Abdomen
Das Abdomen beherbergt eine Vielzahl wichtiger Organe des Verdauungs-, Harn- und Hormonsystems:
- Verdauungsorgane: Magen, Dünndarm, Dickdarm, Leber, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und Milz
- Harnorgane: Nieren und Harnleiter
- Gefäße: Bauchaorta, untere Hohlvene (Vena cava inferior) sowie zahlreiche Lymphgefäße und Lymphknoten
Klinische Bedeutung
Das Abdomen ist von zentraler medizinischer Bedeutung, da viele Erkrankungen sich durch Bauchschmerzen, Veränderungen der Verdauung oder tastbare Veränderungen der Bauchorgane bemerkbar machen. Eine sorgfältige Untersuchung des Abdomens gehört daher zur Standarduntersuchung in der Medizin.
Häufige abdominelle Beschwerden
- Akuter oder chronischer Bauchschmerz (Abdominalschmerz)
- Übelkeit und Erbrechen
- Blähungen und Veränderungen des Stuhlgangs
- Auftreibung des Bauches (Meteorismus oder Aszites)
- Druckempfindlichkeit einzelner Regionen
Untersuchungsmethoden
Zur Beurteilung des Abdomens stehen verschiedene diagnostische Verfahren zur Verfügung:
- Körperliche Untersuchung: Inspektion (Betrachtung), Palpation (Abtasten), Perkussion (Abklopfen) und Auskultation (Abhören mit dem Stethoskop)
- Bildgebende Verfahren: Ultraschall (Sonographie), Röntgen, Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT)
- Laboruntersuchungen: Blut- und Urintests zur Beurteilung der Organfunktionen
- Endoskopie: Magenspiegelung (Gastroskopie) oder Darmspiegelung (Koloskopie) zur direkten Betrachtung der Schleimhäute
Quellen
- Schiebler, T. H. & Korf, H.-W. (2007). Anatomie: Histologie, Entwicklungsgeschichte, makroskopische und mikroskopische Anatomie, Topographie. Steinkopff Verlag.
- Standring, S. (Hrsg.) (2020). Gray's Anatomy: The Anatomical Basis of Clinical Practice. 42. Auflage, Elsevier.
- Herold, G. (2023). Innere Medizin. Herold Verlag, Köln.
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