M46.5 Spondylodiszitis – Ursachen, Symptome, Therapie
M46.5 bezeichnet laut ICD-10 die Spondylodiszitis – eine bakterielle Entzündung der Wirbelsäule, die Wirbelkörper und Bandscheiben betrifft.
Wissenswertes über "M46.5"
M46.5 bezeichnet laut ICD-10 die Spondylodiszitis – eine bakterielle Entzündung der Wirbelsäule, die Wirbelkörper und Bandscheiben betrifft.
Was ist M46.5 (Spondylodiszitis)?
M46.5 ist der ICD-10-Code für die Spondylodiszitis (auch: Spondylodiscitis), eine ernährende Entzündung der Wirbelsäule, die gleichzeitig einen oder mehrere Wirbelkörper (Spondylitis) und die benachbarten Bandscheiben (Diszitis) befallen kann. Es handelt sich um eine seltene, aber potenziell lebensbedrohliche Erkrankung, die einer raschen Diagnose und Behandlung bedarf.
Ursachen
Die Spondylodiszitis wird in den meisten Fällen durch Bakterien verursacht, die über die Blutbahn in die Wirbelsäule gelangen (hämatogene Ausbreitung). Seltener entsteht die Infektion durch eine direkte Kontamination, etwa nach Wirbelsäulenoperationen oder Rückenmarkpunktionen.
- Häufigster Erreger: Staphylococcus aureus (einschließlich MRSA)
- Streptokokken-Arten
- Gram-negative Bakterien (z. B. Escherichia coli, Pseudomonas aeruginosa)
- Mycobacterium tuberculosis (Pott-Spondylodiszitis)
- Pilze (selten, vor allem bei immungeschwächten Patienten)
Risikofaktoren umfassen höheres Lebensalter, Diabetes mellitus, Niereninsuffizienz, Immunschwäche, intravenosen Drogenkonsum, Infektionen an anderen Körperstellen (z. B. Harnwegsinfekte, Endokarditis) sowie vorangegangene Wirbelsäuleneingriffe.
Symptome
Die Spondylodiszitis verläuft oft schleichend, was die Diagnosestellung erschwert. Typische Beschwerden sind:
- Starke, lokale Rückenschmerzen, die sich bei Bewegung verstärken und in Ruhe anhalten
- Druckschmerz über den betroffenen Wirbelkörpern
- Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl (nicht immer vorhanden)
- Nächtliche Schmerzen
- In schweren Fällen: neurologische Ausfälle wie Taubheit, Schwäche der Extremitäten oder Blasen- und Darmstörungen bei epiduraler Beteiligung
Diagnose
Die Diagnose erfordert eine Kombination aus klinischer Untersuchung, Laborparametern und bildgebenden Verfahren:
- Blutuntersuchung: Erhöhte Entzündungswerte (CRP, BSG, Leukozyten), Blutkultur zur Erregeridentifikation
- MRT der Wirbelsäule: Methode der Wahl – zeigt frühzeitig Entzündungen, Ödeme und mögliche Abszesse
- CT: Ergänzend zur Beurteilung von Knochendestruktionen
- Biopsie / CT-gesteuerte Punktion: Zur Erregergewinnung und gezielten antibiotischen Therapie
- Szintigraphie oder PET-CT: Bei unklaren Fällen als ergänzendes bildgebendes Verfahren
Behandlung
Konservative Therapie
Der Grundpfeiler der Behandlung ist eine langfristige, erregergerechte Antibiotikatherapie, die in der Regel 6 bis 12 Wochen dauert und initial intravenös erfolgt, bevor auf eine orale Gabe umgestellt wird. Zusätzlich wird eine Ruhigstellung der Wirbelsäule durch Bettruhe und Orthesen empfohlen.
Operative Therapie
Eine Operation ist erforderlich, wenn:
- Neurologische Ausfälle auftreten oder sich verschlechtern
- Ein epiduraler Abszess vorliegt
- Die Wirbelsäulenstabilität gefährdet ist (Wirbelkörperzusammenbruch)
- Die konservative Therapie versagt
Dabei werden infiziertes Gewebe und Abszesse entfernt, und die Wirbelsäule wird ggf. stabilisiert (Spondylodese).
Prognose
Bei frühzeitiger Diagnose und konsequenter Therapie ist die Prognose der Spondylodiszitis gut. Verzögerungen in der Diagnose können jedoch zu dauerhaften Schäden, neurologischen Ausfällen oder Wirbelsäulendeformitäten führen. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen (MRT, Entzündungsparameter) sind während und nach der Therapie essenziell.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN): Leitlinie Spondylodiszitis, 2021.
- Gouliouris T, Aliyu SH, Brown NM. Spondylodiscitis: update on diagnosis and management. Journal of Antimicrobial Chemotherapy, 2010; 65(Suppl 3): iii11–iii24.
- Herren C, et al. Spondylodiszitis – Diagnostik und Therapie. Deutsches Ärzteblatt, 2017; 114(51–52): 875–882.
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