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M75.3 Kalkschulter – Ursachen, Symptome & Therapie

M75.3 bezeichnet die Verkalkungstendinitis der Schulter (Kalkschulter): Kalziumablagerungen in der Schultersehne verursachen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.

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Wissenswertes über "M75.3"

M75.3 bezeichnet die Verkalkungstendinitis der Schulter (Kalkschulter): Kalziumablagerungen in der Schultersehne verursachen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.

Was ist M75.3 – Verkalkungstendinitis der Schulter?

Der ICD-10-Code M75.3 steht für die Verkalkungstendinitis der Schulter, auch als Kalkschulter oder Tendinitis calcarea bekannt. Dabei lagern sich Kalziumkristalle in den Sehnen der Schulter ab, häufig in der Supraspinatussehne der Rotatorenmanschette. Diese Ablagerungen können zu erheblichen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen.

Ursachen

Die genaue Ursache der Verkalkungstendinitis ist nicht vollständig geklärt. Folgende Faktoren werden diskutiert:

  • Minderdurchblutung der Sehne: Bereiche mit reduzierter Blutversorgung sind anfälliger für Kalziumablagerungen.
  • Degenerative Veränderungen: Verschleiß durch Überlastung oder Alter begfünstigt die Entstehung.
  • Stoffwechselstörungen: Hormonelle oder metabolische Erkrankungen können eine Rolle spielen.
  • Überlastung: Wiederholende Bewegungen oder sportliche Belastung können das Risiko erhöhen.

Symptome

Die Beschwerden variieren je nach Phase der Erkrankung:

  • Akute Phase: Plötzlich einsetzende, sehr starke Schmerzen in der Schulter, oft bei Nacht verstärkt; kaum Beweglichkeit möglich.
  • Chronische Phase: Anhaltende, dumpfe Schmerzen, Druckempfindlichkeit, eingeschränkte Schulterbeweglichkeit.
  • Schmerzen beim Anheben des Arms (sogenanntes Impingement-Syndrom kann gleichzeitig auftreten).
  • Schmerzen können in den Oberarm ausstrahlen.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt anhand klinischer Untersuchung und bildgebender Verfahren:

  • Röntgenaufnahme der Schulter: Häufig ausreichend, um Kalkdepots sichtbar zu machen.
  • Ultraschall (Sonographie): Erlaubt die genaue Lokalisation und Größenbestimmung der Ablagerungen.
  • MRT (Magnetresonanztomographie): Bei unklaren Befunden oder zur Beurteilung von Begleitschäden an der Rotatorenmanschette.
  • Klinische Tests wie der Painful Arc Test und Palpation des Schulterbereichs ergänzen die Bildgebung.

Behandlung

Konservative Therapie

In den meisten Fällen ist eine konservative Behandlung erfolgreich:

  • Physiotherapie: Kräftigung und Mobilisation der Schultermuskulatur.
  • Schmerztherapie: Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac zur Schmerzlinderung.
  • Kortison-Injektionen: Lokale Injektionen können akute Entzündungsschmerzen rasch lindern.
  • Stosswellentherapie (ESWT): Hochenergetische Schallwellen zertrümmern die Kalkdepots; gut belegte Wirksamkeit.
  • Ultraschall-gesteuerte Kalkaspiration (Lavage): Die Kalkablagerung wird mit einer Kochsalzlösung aufgelöst und abgesaugt.

Operative Therapie

Wenn konservative Maßnahmen über mehrere Monate keinen Erfolg zeigen, kann eine arthroskopische Kalkabtragung in Betracht gezogen werden. Dabei wird das Kalkdepot minimalinvasiv entfernt. Die Ergebnisse sind in der Regel sehr gut.

Verlauf und Prognose

Die Verkalkungstendinitis der Schulter verläuft häufig selbstlimitierend: Bei vielen Patienten lösen sich die Kalkablagerungen über Monate bis Jahre spontan auf. Mit geeigneter Behandlung sind die meisten Patienten vollständig beschwerdefrei. Nur ein kleiner Teil benötigt eine operative Intervention.

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC): Leitlinie Schultererkrankungen, 2022.
  2. Rowe, C.R. (Hrsg.): The Shoulder. Churchill Livingstone, 1988; aktualisierte Referenzen in: Lippincott's Orthopaedic Review, 2020.
  3. Gaujoux-Viala, C. et al.: Efficacy and safety of steroid injections for shoulder and elbow tendonitis. Annals of the Rheumatic Diseases, 2011; 70(10): 1718–1727.

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