M77.0 Mediale Epicondylitis - Golferellenbogen
M77.0 ist der ICD-10-Code für die mediale Epicondylitis (Golferellenbogen), eine schmerzhafte Sehnenreizung am inneren Ellenbogen.
Wissenswertes über "M77.0"
M77.0 ist der ICD-10-Code für die mediale Epicondylitis (Golferellenbogen), eine schmerzhafte Sehnenreizung am inneren Ellenbogen.
Was ist M77.0 (Mediale Epicondylitis)?
Der ICD-10-Code M77.0 bezeichnet die mediale Epicondylitis, im Volksmund auch als Golferellenbogen bekannt. Es handelt sich um eine schmerzhafte Reizung oder Entzündung der Sehnenansätze am inneren Knochenvorsprung des Ellenbogens (Epicondylus medialis humeri). Die Erkrankung betrifft die Muskeln und Sehnen, die für das Beugen des Handgelenks und der Finger zuständig sind.
Ursachen
M77.0 entsteht häufig durch Überlastung oder wiederholte Bewegungen des Unterarms und Handgelenks. Typische Ursachen sind:
- Sportliche Aktivitäten wie Golf, Baseball oder Werfsportarten
- Berufliche Tätigkeiten mit wiederkehrenden Greif- oder Drehbewegungen (z. B. bei Handwerkern, Musikern, Büromitarbeitern)
- Akute Überlastung durch ungewohnte körperliche Anstrengung
- Muskuläre Dysbalancen oder fehlerhafte Bewegungsabläufe
Symptome
Die typischen Beschwerden bei M77.0 umfassen:
- Schmerzen am inneren Ellenbogen, die in den Unterarm ausstrahlen können
- Druckschmerz am Epicondylus medialis
- Schmerzen beim Beugen des Handgelenks, beim Greifen oder bei Drehbewegungen des Unterarms
- Mögliche Kribbelsensationen oder Taubheitsgefühl im Ringfinger und kleinen Finger (bei Beteiligung des Nervus ulnaris)
- Kraftverlust im Handgelenk und in der Hand
Diagnose
Die Diagnose der medialen Epicondylitis erfolgt in der Regel klinisch:
- Anamnese: Befragung zu Schmerzbeginn, Beruf und sportlichen Aktivitäten
- Körperliche Untersuchung: Palpation des Epicondylus medialis, spezifische Provokationstests (z. B. Unterarmflexionstest)
- Bildgebung: Eine Ultraschalluntersuchung oder MRT kann bei Unklarheiten zur Beurteilung des Ausmaßes der Sehnenschadigung eingesetzt werden
- Ausschlussdiagnostik: Differenzialdiagnosen wie eine Schädigung des Nervus ulnaris (Kubitaltunnelsyndrom) sollten ausgeschlossen werden
Behandlung
Konservative Therapie
Die meisten Fälle von M77.0 sprechen gut auf konservative Maßnahmen an:
- Schonung und Belastungsreduktion: Vermeidung schmerzauslösender Aktivitäten
- Physiotherapie: Kräftigungs- und Dehnungsprögramme, exzentrische Übungen
- Orthesen: Epicondylitis-Bandagen oder -Spangen zur Entlastung der Sehnenansätze
- Kühlung: Lokale Eisanwendung zur Linderung akuter Schmerzen
- Medikamente: Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen zur Schmerzlinderung
- Steroïdinjektionen: Kortisoni&njektionen können kurzfristig Schmerzen lindern, sind jedoch bei wiederholter Anwendung mit Vorsicht einzusetzen
Weitere Therapieansätze
- Stosswellentherapie (extrakorporale Stosswellentherapie, ESWT)
- Dry Needling oder Akupunktur
- Thrombozytanreiches Plasma (PRP)-Injektionen (noch in klinischer Evaluation)
Operative Therapie
Bei anhaltenden Beschwerden trotz konservativer Behandlung über 6–12 Monate kann ein operativer Eingriff (z. B. Denervierung oder Ablösung der Sehnenansätze) in Betracht gezogen werden.
Prognose
Die Prognose bei medialer Epicondylitis ist überwiegend gut. Die meisten Patienten erreichen mit konservativer Therapie eine vollständige Beschwerdefreiheit. Die Heilungsdauer kann jedoch einige Monate in Anspruch nehmen. Präventive Maßnahmen wie eine korrekte Sporttechnik und regelmäßige Dehn- und Kräftigungsubungen sind wichtig, um Rückfälle zu vermeiden.
Quellen
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): ICD-10-GM Version 2024, Kode M77.0 – Mediale Epicondylitis.
- Buchbinder R, Johnston RV, Barnsley L et al.: Surgery for lateral elbow pain. Cochrane Database Syst Rev. 2011 (als Referenz für vergleichbare Epicondylitis-Behandlungsansätze).
- Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC): Epicondylopathia radialis und ulnaris humeri, AWMF-Leitlinienregister.
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