Subkutis – Aufbau, Funktion & Erkrankungen
Die Subkutis ist die unterste Schicht der Haut und besteht hauptsächlich aus Fettgewebe. Sie dient als Wärmeisolierung, Energiespeicher und mechanischer Schutz.
Wissenswertes über "Subkutis"
Die Subkutis ist die unterste Schicht der Haut und besteht hauptsächlich aus Fettgewebe. Sie dient als Wärmeisolierung, Energiespeicher und mechanischer Schutz.
Was ist die Subkutis?
Die Subkutis (auch Subcutis oder Unterhautfettgewebe genannt) ist die tiefste der drei Hautschichten. Sie liegt unterhalb der Lederhaut (Dermis) und verbindet die Haut mit den darunter liegenden Muskeln und Knochen. Fachlich wird sie auch als Hypodermis bezeichnet. Die Subkutis besteht überwiegend aus lockerem Bindegewebe und Fettgewebe, das in sogenannte Läppchen unterteilt ist.
Aufbau der Subkutis
Die Subkutis setzt sich aus mehreren geweblichen Komponenten zusammen:
- Fettzellen (Adipozyten): Sie bilden den Hauptbestandteil der Subkutis und speichern Energie in Form von Triglyzeriden.
- Bindegewebsfasern: Kollagen- und elastische Fasern verleihen dem Gewebe Stabilität und Flexibilität.
- Blut- und Lymphgefäße: Ein dichtes Netzwerk versorgt die darüber liegenden Hautschichten mit Nährstoffen und Sauerstoff.
- Nerven: Sensorische Nervenfasern ermöglichen die Wahrnehmung von Druck und tiefer Berührung.
- Haarfollikelwurzeln und Schweißdrüsenausführungsgänge: Diese reichen teilweise bis in die Subkutis hinein.
Funktionen der Subkutis
Die Subkutis erfüllt mehrere lebenswichtige Aufgaben für den Körper:
- Wärmeisolierung: Das Fettgewebe verringert den Wärmeverlust des Körpers und schützt vor Kälte.
- Energiespeicher: Fett wird als langfristiger Energiespeicher genutzt und bei Bedarf mobilisiert.
- Mechanischer Schutz: Die Subkutis wirkt wie ein Stoßdämpfer und schützt tiefer liegende Strukturen wie Muskeln, Knochen und Organe vor äußeren Einwirkungen.
- Verankerung der Haut: Bindegewebszüge verbinden die Haut locker mit dem Muskel- und Knochengewebe und ermöglichen so Verschieblichkeit.
- Hormonproduktion: Fettzellen produzieren Hormone wie Leptin, das eine Rolle bei der Regulierung des Hungergefühls spielt.
Klinische Bedeutung
Die Subkutis ist aus medizinischer Sicht in vielen Bereichen relevant:
Subkutane Injektionen
Viele Medikamente werden direkt in das Unterhautfettgewebe injiziert, zum Beispiel Insulin bei Diabetes mellitus oder Heparin zur Blutgerinnungshemmung. Das Gewebe ermöglicht eine langsame und gleichmäßige Aufnahme des Wirkstoffs in den Blutkreislauf.
Erkrankungen der Subkutis
Verschiedene Erkrankungen können die Subkutis betreffen:
- Lipom: Eine gutartige Fettgewebsvermehrung, die als weiche Beule unter der Haut tastbar ist.
- Panniculitis: Eine Entzündung des Unterhautfettgewebes, die sich durch schmerzhafte Knoten oder Schwellungen äußert.
- Lipohypertrophie und Lipoatrophie: Veränderungen der Fettgewebsverteilung, häufig als Nebenwirkung von Insulininjektionen.
- Zellulitis (Cellulitis): Eine bakterielle Infektion, die die Subkutis und tiefere Hautschichten befallen kann.
- Ödem: Wassereinlagerungen im Unterhautgewebe, etwa bei Herzinsuffizienz oder Lymphabflusstörungen.
Relevanz in der Chirurgie und Ästhetik
Die Subkutis spielt eine wichtige Rolle bei chirurgischen Eingriffen, Wundverschlüssen und ästhetischen Verfahren wie der Liposuktion (Fettabsaugung) oder dem Lipofilling (Eigenfettinjektion).
Diagnostik
Zur Beurteilung der Subkutis werden verschiedene bildgebende Verfahren eingesetzt:
- Ultraschall (Sonographie): Häufig erste Wahl zur Darstellung von Veränderungen im Unterhautfettgewebe.
- MRT (Magnetresonanztomographie): Bietet eine detaillierte Darstellung von Fettgewebe und Weichteilstrukturen.
- Biopsie: Gewebeentnahme zur histologischen Untersuchung bei unklaren Befunden oder Verdacht auf Tumorgewebe.
Quellen
- Fritsch, P. - Dermatologie und Venerologie für das Studium. Springer Verlag, 2. Auflage (2012).
- Welsch, U.; Deller, T. - Sobotta Lehrbuch Histologie. Elsevier Urban & Fischer, 3. Auflage (2011).
- World Health Organization (WHO) - Diabetes: Insulin administration guidelines. WHO Technical Report (2023). Verfügbar unter: https://www.who.int
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