K90.8 – Intestinale Malabsorption ICD-10
K90.8 ist ein ICD-10-Diagnosecode für sonstige näher bezeichnete intestinale Malabsorptionssyndrome. Er beschreibt Störungen der Nährstoffaufnahme im Darm.
Wissenswertes über "K90.8"
K90.8 ist ein ICD-10-Diagnosecode für sonstige näher bezeichnete intestinale Malabsorptionssyndrome. Er beschreibt Störungen der Nährstoffaufnahme im Darm.
Was bedeutet der ICD-10-Code K90.8?
Der ICD-10-Code K90.8 steht für sonstige näher bezeichnete intestinale Malabsorptionssyndrome. Er gehört zur Gruppe K90 (Intestinale Malabsorption) und wird verwendet, wenn eine spezifische Form der Malabsorption vorliegt, die nicht durch andere speziellere Codes innerhalb der Gruppe K90 abgedeckt wird.
Malabsorption bezeichnet die verminderte oder gestörte Aufnahme von Nährstoffen, Vitaminen, Mineralstoffen oder anderen Substanzen aus dem Dünndarm in den Körper.
Ursachen
Unter K90.8 können verschiedene Erkrankungen und Zustände zusammengefasst werden, die zu einer Malabsorption führen, ohne dass ein anderer spezifischerer ICD-Code zutrifft. Mögliche Ursachen umfassen:
- Kurzdarmsyndrom nach chirurgischen Eingriffen (sofern nicht anderweitig kodiert)
- Bakterielle Überwucherung des Dünndarms (SIBO)
- Lymphangiekatasie des Darms (gestörter Lymphabfluss)
- Eosinophile Enteropathie
- Autoimmune Enteropathie
- Störungen der Gallensäuremalabsorption
- Seltene angeborene oder erworbene Enzymstörungen des Dünndarmes
Symptome
Die Symptome einer intestinalen Malabsorption unter K90.8 sind je nach Ursache variabel, können aber folgende Beschwerden umfassen:
- Chronischer Durchfall oder Steatorrhö (fettreicher Stuhl)
- Ungewollter Gewichtsverlust
- Blutungsneigung durch Vitamin-K-Mangel
- Knochenschmerzen und -bruche durch Calcium- und Vitamin-D-Mangel
- Müdigkeit, Schwäche, Anämie durch Eisen- oder Vitamin-B12-Mangel
- Wassereinlagerungen (Ödeme) durch Eiweißmangel
- Muskelkrämpfe durch Magnesium- oder Calciummangel
Diagnose
Die Diagnose einer intestinalen Malabsorption und die Zuordnung zum Code K90.8 erfolgt durch eine Kombination aus:
- Blutuntersuchungen auf Nährstoffmangel (z. B. Eisen, Vitamin B12, Folat, Vitamin D, Albumin)
- Stuhluntersuchungen (z. B. Fettgehalt im Stuhl, Elastase)
- Endoskopie mit Biopsie des Dünndarms zur histologischen Untersuchung
- Bildgebende Verfahren (z. B. Ultraschall, MRT-Enterographie)
- Atemtests (z. B. H2-Atemtest bei Verdacht auf SIBO oder Laktoseintoleranz)
Behandlung
Die Therapie richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache der Malabsorption. Allgemeine Maßnahmen umfassen:
- Diätetische Anpassungen: z. B. fettarme Ernährung, kleine häufige Mahlzeiten, Vermeidung von Auslösern
- Substitution von Mangelsubstanzen: Vitamine (A, D, E, K, B12), Mineralstoffe (Eisen, Calcium, Magnesium), Eiweiß
- Medikamentöse Therapie: z. B. Antibiotika bei bakterieller Überwucherung, Steroide bei entzündlichen Ursachen
- Parenterale Ernährung in schweren Fällen, wenn die enterale Aufnahme nicht ausreicht
- Behandlung der Grunderkrankung je nach Diagnose
Klinische Relevanz
Der Code K90.8 wird in der klinischen Praxis verwendet, wenn eine intestinale Malabsorption diagnostiziert wurde, die spezifisch genug ist, um näher bezeichnet zu werden, jedoch keinen anderen spezifischeren K90-Subcode erhält. Eine präzise Kodierung ist wichtig für die Behandlungsplanung, Abrechnung und epidemiologische Erfassung.
Quellen
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / BfArM: ICD-10-GM Version 2024, Kapitel XI, Gruppe K90 – Intestinale Malabsorption.
- Longo DL et al. (Hrsg.): Harrison's Principles of Internal Medicine, 21. Auflage, McGraw-Hill, 2022 – Kapitel über Malabsorptionssyndrome.
- Messing B, Crenn P: Intestinal failure and short bowel syndrome. In: Best Practice & Research Clinical Gastroenterology, 2016.
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