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Fuchsbandwurm: Symptome, Übertragung & Behandlung

Der Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) ist ein Bandwurm, der beim Menschen eine schwere Lebererkrankung ausloesen kann. Fruehzeitige Diagnose ist entscheidend.

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Wissenswertes über "Fuchsbandwurm"

Der Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) ist ein Bandwurm, der beim Menschen eine schwere Lebererkrankung ausloesen kann. Fruehzeitige Diagnose ist entscheidend.

Was ist der Fuchsbandwurm?

Der Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) ist ein kleiner Bandwurm, der hauptsächlich in Füchsen, aber auch in Hunden und Katzen vorkommt. Wenn der Mensch versehentlich Eier dieses Parasiten aufnimmt, kann es zu einer schweren Erkrankung kommen, der sogenannten alveolären Echinokokkose. Diese Erkrankung betrifft vor allem die Leber und kann sich ohne Behandlung wie ein bösartiger Tumor ausbreiten.

Ursachen und Übertragung

Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch die orale Aufnahme von Eiern des Fuchsbandwurms. Mögliche Infektionsquellen sind:

  • Waldfrüchte, Pilze oder Gemüse, die mit Fuchskot verunreinigt sind und roh verzehrt werden
  • Kontakt mit infizierten Füchsen, Hunden oder Katzen
  • Erde oder Wasser, die mit Parasiten-Eiern kontaminiert sind
  • Unzureichend gewaschene Hände nach Gartenarbeit oder Waldaufenthalten

Der Fuchs scheidet die Eier mit dem Kot aus. Diese sind in der Umwelt sehr widerstandsfähig und können bei niedrigen Temperaturen monatelang überleben.

Symptome

Die alveoläre Echinokokkose verläuft oft über viele Jahre ohne Beschwerden. Wenn Symptome auftreten, betreffen sie meistens die Leber:

  • Dumpfe Schmerzen im rechten Oberbauch
  • Gelbsucht (Ikterus) durch Gallenstau
  • Ungewollter Gewichtsverlust
  • Allgemeines Schwächegefühl und Müdigkeit
  • Vergrößerte Leber (Hepatomegalie)

In fortgeschrittenen Fällen kann sich die Erkrankung auf andere Organe wie Lunge, Gehirn oder Knochen ausbreiten.

Diagnose

Da die Erkrankung lange symptomlos bleibt, wird sie häufig zufällig bei Routineuntersuchungen entdeckt. Zur Diagnose werden folgende Methoden eingesetzt:

  • Bildgebende Verfahren: Ultraschall, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) der Leber
  • Blutuntersuchungen: Nachweis von spezifischen Antikörpern gegen Echinococcus-Antigene (Serologie)
  • Gewebeprobe (Biopsie): In Ausnahmefällen zur histologischen Sicherung der Diagnose

Behandlung

Die Behandlung der alveolären Echinokokkose erfordert ein interdisziplinäres Team und richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung:

Medikamentöse Therapie

Das Medikament der Wahl ist Albendazol, ein antiparasitäres Mittel, das das Wachstum der Parasitenlarven hemmt. Es wird oft über Jahre oder sogar lebenslang eingenommen, da es den Parasiten in der Regel nicht abtötet, sondern nur in seinem Wachstum bremst.

Chirurgische Therapie

Wenn möglich, ist die vollständige operative Entfernung des Befalls die wirksamste Behandlung. Eine radikale Resektion des befallenen Lebergewebes kann bei frühzeitiger Diagnose kurativ sein. In schweren Fällen kann eine Lebertransplantation notwendig sein.

Interventionelle Therapie

Zusätzlich können in bestimmten Fällen interventionelle Verfahren wie die perkutane Drainage oder die Radiofrequenzablation eingesetzt werden.

Vorbeugung

Eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm lässt sich durch einfache Hygienemaßnahmen weitgehend vermeiden:

  • Waldbeeren, Pilze und bodennah wachsendes Obst und Gemüse gruendlich waschen oder erhitzen (bei über 60°C werden die Eier abgetötet)
  • Hände nach Gartenarbeit, Waldaufenthalten oder Tierkontakt gründlich waschen
  • Regelmäßige Entwurmung von Hunden und Katzen, die Freigang haben
  • Keinen Kontakt mit lebenden oder toten Füchsen aufnehmen

Quellen

  1. Robert Koch-Institut (RKI): Echinokokkose - RKI-Ratgeber. Verfuegbar unter: www.rki.de
  2. Brunetti E. et al. - Expert consensus for the diagnosis and treatment of cystic and alveolar echinococcosis in humans. Acta Tropica, 114(1):1-16, 2010.
  3. World Health Organization (WHO): Echinococcosis Fact Sheet. Verfuegbar unter: www.who.int

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