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K90.9 – Intestinale Malabsorption nicht näher bezeichnet

K90.9 bezeichnet eine intestinale Malabsorption ohne nähere Angabe. Dabei kann der Dünndarm Nährstoffe nicht ausreichend aufnehmen, was zu Mangelzuständen führen kann.

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Wissenswertes über "K90.9"

K90.9 bezeichnet eine intestinale Malabsorption ohne nähere Angabe. Dabei kann der Dünndarm Nährstoffe nicht ausreichend aufnehmen, was zu Mangelzuständen führen kann.

Was bedeutet K90.9?

Der ICD-10-Code K90.9 steht für intestinale Malabsorption, nicht näher bezeichnet. Dieser Diagnosecode wird verwendet, wenn ein Patient unter einer Störung der Nährstoffaufnahme im Darm leidet, die keiner spezifischeren Kategorie zugeordnet werden kann. Malabsorption bedeutet, dass der Dünndarm wichtige Nährstoffe wie Fette, Kohlenhydrate, Proteine, Vitamine und Mineralstoffe nicht ausreichend aus der Nahrung aufnehmen kann.

Ursachen

Die intestinale Malabsorption kann viele verschiedene Ursachen haben. Häufige Grunderkrankungen, die zu einer Malabsorption führen können, sind:

  • Zöliakie: Eine Unverträglichkeit gegenüber Gluten, die die Darmschleimhaut schädigt.
  • Morbus Crohn: Eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung.
  • Chronische Pankreatitis: Eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, die die Produktion von Verdauungsenzymen vermindert.
  • Kurzdarmsyndrom: Zu wenig funktionsfähige Darmfläche nach einer Operation.
  • Laktasemangel: Fehlen des Enzyms zur Verdauung von Milchzucker.
  • Bakterielle Überwucherung des Dünndarms (SIBO): Übermäßiges Wachstum von Bakterien im Dünndarm.
  • Tropensprue: Eine infektiös bedingte Malabsorptionserkrankung in tropischen Regionen.

Symptome

Die Beschwerden bei intestinaler Malabsorption können je nach Schweregrad und betroffenen Nährstoffen sehr unterschiedlich sein. Typische Symptome sind:

  • Chronische Durchfälle oder Steatorrhö (fettreiche, übel riechende Stühle)
  • Blähungen und Bauchschmerzen
  • Ungewollter Gewichtsverlust
  • Müdigkeit und allgemeine Schwäche
  • Zeichen von Nährstoffmangel wie Anämie, Knochenabbau (Osteoporose), Vitamin-D-Mangel oder Zinkmangel
  • Ödeme durch Eiweißmangel

Diagnose

Die Diagnose einer intestinalen Malabsorption erfordert eine sorgfältige Abklärung. Typische diagnostische Maßnahmen umfassen:

  • Blutuntersuchungen: Bestimmung von Vitaminen, Mineralstoffen, Albumin, Blutbild und Entzündungsparametern.
  • Stuhluntersuchungen: Nachweis von erhöhtem Fettgehalt im Stuhl (Steatorrhö).
  • Atemtests: Z.B. Laktose-Atemtest oder H2-Atemtest bei Verdacht auf bakterielle Überwucherung.
  • Endoskopie mit Biopsie: Spiegelung des Dünndarms und Gewebeentnahme zur Beurteilung der Darmschleimhaut.
  • Bildgebung: Ultraschall, MRT oder CT des Bauchs zur Darstellung von Darmabnörmitäten.

Behandlung

Die Therapie richtet sich primär nach der zugrunde liegenden Ursache. Allgemeine Behandlungsansätze umfassen:

  • Diätanpassungen: Z.B. glutenfreie Ernährung bei Zöliakie oder laktosearme Kost bei Laktasemangel.
  • Enzympräparate: Substitution fehlender Verdauungsenzyme, z.B. Pankreasenzyme bei Pankreasinsuffizienz.
  • Nährstoffsubstitution: Gezielte Ergänzung von Vitaminen und Mineralstoffen (z.B. Eisen, Vitamin B12, Vitamin D, Kalzium).
  • Antibiotika: Bei bakterieller Überwucherung des Dünndarms.
  • Immunsuppressiva oder Biologika: Bei entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn.
  • Parenterale Ernährung: Bei schwerer Malabsorption ggf. Zufuhr von Nährstoffen über die Vene.

Quellen

  1. World Health Organization (WHO): ICD-10 Version 2019, Code K90.9 – Intestinal malabsorption, unspecified. who.int
  2. Kasper, D.L. et al. (Hrsg.): Harrison's Principles of Internal Medicine, 20. Auflage. McGraw-Hill Education, 2018.
  3. Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS): Diagnostik und Therapie der Zöliakie, 2021. AWMF-Register-Nr. 021-021.

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