S52.5 – Fraktur des distalen Radius | ICD-10
S52.5 bezeichnet nach ICD-10 eine Fraktur des distalen Radius – ein häufiger Knochenbruch am Handgelenk, oft durch Sturz auf die ausgestreckte Hand.
Wissenswertes über "S52.5"
S52.5 bezeichnet nach ICD-10 eine Fraktur des distalen Radius – ein häufiger Knochenbruch am Handgelenk, oft durch Sturz auf die ausgestreckte Hand.
Was bedeutet die Diagnose S52.5?
Der ICD-10-Code S52.5 steht für eine Fraktur des distalen Endes des Radius, also einen Knochenbruch am unteren Ende der Speiche (Radius) – dem Unterarmknochen, der direkt an das Handgelenk angrenzt. Dies ist eine der häufigsten Frakturen im menschlichen Körper und betrifft vor allem ältere Menschen sowie Kinder und sportlich aktive Personen.
Ursachen
Die häufigste Ursache für eine distale Radiusfraktur ist ein Sturz auf die ausgestreckte Hand (sog. FOOSH-Mechanismus: Fall on Outstretched Hand). Weitere Ursachen sind:
- Sportunfälle (z. B. beim Radfahren, Skifahren oder Inline-Skaten)
- Verkehrsunfälle
- Osteoporose (erhöhte Knochenbruchanfälligkeit bei älteren Menschen, insbesondere Frauen nach der Menopause)
- Direkte Gewalteinwirkung auf das Handgelenk
Symptome
Typische Zeichen einer distalen Radiusfraktur sind:
- Starke Schmerzen im Bereich des Handgelenks
- Schwellung und Blutergüsse am Handgelenk und der Handfläche
- Sichtbare Fehlstellung des Handgelenks (z. B. Bajonett-Stellung oder Gabel-Stellung)
- Eingeschränkte Beweglichkeit des Handgelenks und der Finger
- Taubheitsgefühl oder Kribbeln (bei Begleitverletzungen von Nerven)
Wichtige Frakturtypen unter S52.5
Unter dem Code S52.5 werden verschiedene Frakturformen zusammengefasst, die je nach Lokalisation und Ausprägung unterschiedliche Behandlungen erfordern:
- Colles-Fraktur: Häufigster Typ; das distale Radiusfragment ist nach dorsal (handrückenseitig) verschoben.
- Smith-Fraktur: Das Fragment ist nach volar (handflachenseitig) verschoben – auch als „umgekehrte Colles-Fraktur“ bezeichnet.
- Barton-Fraktur: Betrifft den Gelenkrand des Radius und geht häufig mit einer Handgelenkluxation einher.
Diagnose
Die Diagnose einer distalen Radiusfraktur (S52.5) erfolgt in der Regel durch:
- Körperliche Untersuchung: Beurteilung von Schmerz, Schwellung und Fehlstellung
- Röntgenaufnahme: Standardmethode zur Darstellung des Bruchs (in zwei Ebenen)
- Computertomographie (CT): Bei komplexen oder gelenknahen Frakturen zur genauen Beurteilung der Fragmentstellung
- MRT: Gelegentlich bei Verdacht auf Begleitverletzungen von Bändern oder Sehnen
Behandlung
Konservative Therapie
Bei stabilen, nicht oder wenig verschobenen Frakturen kann eine konservative Behandlung erfolgen:
- Ruhigstellung in einer Unterarmgipsschiene oder einem Kunststoffcast für etwa 4–6 Wochen
- Gegebenenfalls vorherige Reposition (manuelle Begradigung des Knochens) in Lokalbetäubung oder Kurznarkose
- Regelmäßige röntgenologische Kontrollen zur Überwachung der Stellung
Operative Therapie
Bei instabilen, stark verschobenen oder gelenknahen Frakturen wird häufig eine Operation empfohlen:
- Plattenosteosynthese: Einsetzen einer Metallplatte mit Schrauben zur Stabilisierung der Fragmente (Standardverfahren bei komplexen Frakturen)
- Kirschner-Drähte: Perkutane Fixierung bei einfacheren Frakturen
- Fixateur externe: Externe Stabilisierung durch einen außen angebrachten Spannrahmen, z. B. bei offenen Frakturen
Rehabilitation
Nach Abschluss der Ruhigstellungsphase ist eine physiotherapeutische Nachbehandlung essenziell, um Beweglichkeit und Kraft des Handgelenks wiederherzustellen. Die vollständige Erholung kann je nach Schwere der Fraktur mehrere Monate dauern.
Komplikationen
Mögliche Komplikationen einer distalen Radiusfraktur umfassen:
- Arthrose des Handgelenks bei Gelenkbeteiligung
- Karpaltunnelsyndrom durch Druck auf den Nervus medianus
- Sehnenreizung oder -ruptur (insbesondere der Strecksehnen)
- Komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS, früher Morbus Sudeck)
- Fehlheilung (Malunion) mit dauerhafter Fehlstellung des Handgelenks
Quellen
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): ICD-10-GM Version 2024, Kapitel XIX – S52.5 Fraktur des distalen Endes des Radius.
- Krettek C., Aschemann D. (Hrsg.): Lagerungstechniken im Operationssaal. Springer Medizin Verlag, 2. Aufl. – Kapitel Handgelenk und distaler Radius.
- Arora R. et al.: Complications following internal fixation of unstable distal radius fracture with a palmar locking-plate. Journal of Orthopaedic Trauma, 2007; 21(5):316–322.
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