M76.0 Glutaeus-medius-Tendinitis – Ursachen & Therapie
M76.0 ist der ICD-10-Code für die Glutaeus-medius-Tendinitis, eine Reizung der Sehne des mittleren Gesäßmuskels. Sie verursacht Schmerzen im Hüftbereich.
Wissenswertes über "M76.0"
M76.0 ist der ICD-10-Code für die Glutaeus-medius-Tendinitis, eine Reizung der Sehne des mittleren Gesäßmuskels. Sie verursacht Schmerzen im Hüftbereich.
Definition und ICD-10-Code M76.0
M76.0 bezeichnet gemäß der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-10) die Glutaeus-medius-Tendinitis – eine Entzündung oder Überlastungsreaktion der Sehne des Musculus glutaeus medius, des mittleren Gesäßmuskels. Dieser Muskel ist entscheidend für die Stabilisierung des Beckens beim Gehen und Stehen. Eine Reizung seiner Sehne führt zu zum Teil erheblichen Schmerzen im seitlichen Hüftbereich.
Ursachen
Die Glutaeus-medius-Tendinitis entsteht häufig durch mechanische Überlastung oder wiederholte Belastungen der Hüfte. Typische Ursachen sind:
- Überlastung durch Sport oder intensive körperliche Aktivität (z. B. Laufen, Wandern, Radfahren)
- Beckenfehstellung oder Beinlängendifferenz
- Muskuläre Dysbalancen im Hüft- und Beckenbereich
- Degenerative Veränderungen der Sehne im Rahmen des Alterungsprozesses
- Entzündliche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis oder Psoriasisarthritis
- Langandauerndes Sitzen oder Stehen auf hartem Untergrund
Symptome
Das Leitsymptom der Glutaeus-medius-Tendinitis ist ein Schmerz im seitlichen Hüftbereich, der in den Oberschenkel ausstrahlen kann. Typische Beschwerden umfassen:
- Schmerzen beim Gehen, Treppensteigen oder beim Liegen auf der betroffenen Seite
- Druckschmerz über dem Trochanter major (seitlicher Knochenvorsprung des Oberschenkelknochens)
- Schwäche oder Instabilität beim Einbeinstand
- Verstärkung der Beschwerden nach längerem Sitzen oder nach dem Aufstehen aus dem Bett
Die Symptome können akut auftreten oder sich schleichend über Wochen und Monate entwickeln.
Diagnose
Die Diagnose der Glutaeus-medius-Tendinitis erfolgt klinisch und bildgebend:
- Körperliche Untersuchung: Prüfung von Schmerzlokalisation, Beweglichkeit und Muskelkraft; typisch ist ein Druckschmerz am Trochanter major
- Ultraschall (Sonographie): Darstellung von Sehnenverdickungen, Kalkeinlagerungen oder Einrissen
- MRT (Magnetresonanztomographie): Detaillierte Beurteilung des Sehnengewebes und möglicher Teilrupturen
- Röntgen: Ausschluss knöcherner Veränderungen oder Kalkablagerungen
Behandlung
Die Therapie richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung und umfasst konservative sowie in seltenen Fällen operative Ansätze:
Konservative Behandlung
- Schonung und Entlastung der betroffenen Hüfte
- Physiotherapie: Kräftigung der Glutealmuskulatur, Dehnung der umliegenden Muskelgruppen und Verbesserung der Beckenstatik
- Entzündungshemmende Medikamente (NSAR, z. B. Ibuprofen oder Diclofenac) zur Schmerzreduktion
- Kortikosteroid-Injektionen in die Umgebung der Sehne bei starken Beschwerden
- Stosswellentherapie bei chronischen Verläufen
- Kälte- oder Wärmetherapie zur Linderung akuter Beschwerden
Operative Behandlung
In seltenen Fällen, bei vollständigen Sehnenrissen oder fehlendem Ansprechen auf konservative Therapie, kann ein operativer Eingriff zur Sehnenrekonstruktion notwendig werden.
Verlauf und Prognose
Bei konsequenter Behandlung und gezieltem Aufbautraining ist die Prognose der Glutaeus-medius-Tendinitis in der Regel gut. Viele Patienten sprechen gut auf Physiotherapie und konservative Maßnahmen an. Chronische Verläufe sind möglich, wenn die Erkrankung unbehandelt bleibt oder die Belastung nicht reduziert wird.
Quellen
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI): ICD-10-GM Version 2024, Code M76.0 – Glutaeus-medius-Tendinitis.
- Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC): Erkrankungen des Bewegungsapparates – Tendinopathien der Hüfte.
- Grimaldi A, Mellor R, Hodges P et al.: Gluteal Tendinopathy: A Review of Mechanisms, Assessment and Management. Sports Medicine. 2015;45(8):1107–1119.
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