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Infiltrat – Definition, Ursachen & Behandlung

Ein Infiltrat ist eine Ansammlung von Flüssigkeit, Zellen oder Substanzen in Körpergewebe. Es entsteht häufig bei Entzündungen, Infektionen oder Tumoren.

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Wissenswertes über "Infiltrat"

Ein Infiltrat ist eine Ansammlung von Flüssigkeit, Zellen oder Substanzen in Körpergewebe. Es entsteht häufig bei Entzündungen, Infektionen oder Tumoren.

Was ist ein Infiltrat?

Der Begriff Infiltrat bezeichnet in der Medizin eine anomale Ansammlung von Substanzen – wie Flüssigkeit, Blutzellen, Eiter oder Tumorzellen – innerhalb eines Körpergewebes. Dieses Phänomen tritt auf, wenn Stoffe aus Blutgefäßen oder Nachbargeweben in das umliegende Gewebe eindringen und sich dort ablagern. Der Begriff leitet sich vom lateinischen infiltrare („eindringen“) ab und wird in verschiedenen medizinischen Fachgebieten verwendet.

Arten von Infiltraten

Infiltrate werden nach ihrer Zusammensetzung und Ursache klassifiziert:

  • Entzündliches Infiltrat: Ansammlung von Immunzellen (z. B. Leukozyten, Lymphozyten) als Reaktion auf eine Infektion oder Entzündung.
  • Pulmonales Infiltrat: Einlagerung von Flüssigkeit, Eiter oder Zellen in das Lungengewebe, häufig sichtbar im Röntgenbild bei Lungenentzündung (Pneumonie).
  • Tumorinfiltrat: Eindringen von Krebszellen in benachbarte Gewebe oder lymphatische Strukturen.
  • Leukozäres Infiltrat: Einwanderung von weißen Blutkörperchen in infiziertes oder entzündetes Gewebe.
  • Fettige Infiltration: Einlagerung von Fettgewebe in Organe wie die Leber (Fettleber, Steatose).

Ursachen

Infiltrate können durch verschiedene Erkrankungen und Prozesse entstehen:

  • Bakterielle, virale oder pilzbedingte Infektionen (z. B. Pneumonie, Tuberkulose)
  • Autoimmunerkrankungen und chronische Entzündungen
  • Tumoren und Metastasen
  • Herzinsuffizienz mit Stauung und Flüssigkeitsaustritt
  • Allergische Reaktionen
  • Stoffwechselerkrankungen (z. B. Fettleber bei übermäßigem Alkoholkonsum oder Adipositas)

Symptome

Die Symptome eines Infiltrats hängen stark von seiner Lokalisation und Ursache ab:

  • Lunge: Husten, Atemnot, Fieber, Brustschmerzen
  • Haut und Weichteile: Rötung, Schwellung, Druckschmerz, Wärme
  • Leber: meist symptomlos im Frühstadium, später Druckgefühl im Oberbauch, Müdigkeit
  • Allgemein: Fieber, Abgeschlagenheit, erhöhte Entzündungswerte im Blut

Diagnose

Die Diagnose eines Infiltrats erfolgt durch verschiedene Untersuchungsmethoden:

  • Bildgebung: Röntgen, CT (Computertomografie) oder MRT liefern Hinweise auf Lage und Ausdehnung des Infiltrats. Besonders beim pulmonalen Infiltrat ist das Röntgenbild der erste diagnostische Schritt.
  • Laboruntersuchungen: Blutbild, Entzündungsparameter (CRP, Leukozyten), mikrobiologische Kulturen
  • Biopsie: Gewebeentnahme zur feingeweblichen (histologischen) Untersuchung, besonders bei Verdacht auf Tumorinfiltration
  • Bronchoskopie: Bei Lungeninfiltraten zur direkten Untersuchung der Atemwege

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache:

  • Infektiöses Infiltrat: Antibiotika, Virostatika oder Antimykotika je nach Erreger
  • Entzündliches Infiltrat: Entzündungshemmende Medikamente, z. B. Kortikosteroide oder nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR)
  • Tumorinfiltrat: Chirurgie, Strahlentherapie, Chemotherapie oder gezielte Tumortherapie
  • Fettige Infiltration: Lifestylemodifikation, Gewichtsreduktion, Alkoholverzicht

Quellen

  1. Pschyrembel Klinisches Wörterbuch. 268. Auflage. De Gruyter, Berlin 2023.
  2. Herold G. et al.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2023.
  3. World Health Organization (WHO): Pneumonia Fact Sheet. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/pneumonia (Zugriff 2024).

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