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Epidermis – Aufbau, Funktion und Erkrankungen

Die Epidermis ist die äußerste Schicht der menschlichen Haut. Sie schützt den Körper vor Umwelteinflüssen und reguliert den Wasserhaushalt.

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Wissenswertes über "Epidermis"

Die Epidermis ist die äußerste Schicht der menschlichen Haut. Sie schützt den Körper vor Umwelteinflüssen und reguliert den Wasserhaushalt.

Was ist die Epidermis?

Die Epidermis (auch Oberhaut genannt) ist die oberste und dünnste Schicht der menschlichen Haut. Sie bildet die direkte Grenze zwischen dem Körper und der Außenwelt. Mit einer Dicke von nur 0,03 bis 2 Millimetern – je nach Körperstelle – erfüllt sie lebenswichtige Schutz- und Regulationsfunktionen. Die Haut besteht aus drei Hauptschichten: der Epidermis, der Dermis (Lederhaut) und der Subkutis (Unterhaut). Die Epidermis liegt ganz außen und ist die einzige Schicht, die direkt mit der Umgebung in Kontakt steht.

Aufbau der Epidermis

Die Epidermis ist ein mehrschichtiges Plattenepithel und besteht hauptsächlich aus vier bis fünf Zellschichten, die von innen nach außen als folgende bezeichnet werden:

  • Stratum basale (Basalschicht): Die innerste Schicht, in der neue Hautzellen (Keratinozyten) gebildet werden. Hier befinden sich auch die Melanozyten, die das Farbpigment Melanin produzieren.
  • Stratum spinosum (Stachelzellschicht): Die Zellen sind hier über feine Verbindungen miteinander verzahnt und bilden ein stabiles Netzwerk.
  • Stratum granulosum (Körnerzellschicht): Die Zellen beginnen abzusterben und setzen Lipide frei, die zur Barrierefunktion beitragen.
  • Stratum lucidum (Glänzende Schicht): Diese Schicht kommt nur an dickerer Haut vor, zum Beispiel an den Handflächen und Fußsohlen.
  • Stratum corneum (Hornschicht): Die äußerste Schicht, bestehend aus abgestorbenen, verhornten Zellen (Korneozyten). Sie bildet die eigentliche Schutzbarriere.

Zelltypen der Epidermis

In der Epidermis kommen verschiedene Zelltypen vor, die jeweils spezifische Aufgaben erfüllen:

  • Keratinozyten: Sie machen etwa 90 % aller Epidermiszellen aus und produzieren das strukturgebende Protein Keratin.
  • Melanozyten: Sie synthetisieren Melanin, das die Haut vor UV-Strahlung schützt und die Hautfarbe bestimmt.
  • Langerhans-Zellen: Immunzellen, die Krankheitserreger erkennen und eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr der Haut spielen.
  • Merkel-Zellen: Spezialisierte Sinneszellen, die auf leichten Druck und Berührung reagieren.

Funktionen der Epidermis

Die Epidermis erfüllt zahlreiche wichtige Aufgaben für den Organismus:

  • Schutzbarriere: Sie schützt den Körper vor mechanischen Einwirkungen, Krankheitserregern, chemischen Substanzen und UV-Strahlung.
  • Regulierung des Wasserverlustes: Die Lipidschicht der Hornhaut verhindert ein übermäßiges Austrocknen des Körpers.
  • Immunabwehr: Durch Langerhans-Zellen und andere Immunmechanismen werden Fremdstoffe und Erreger abgewehrt.
  • Sinneswahrnehmung: über spezialisierte Zellen nimmt die Epidermis Berührung und Druck wahr.
  • Regeneration: Die Epidermis erneuert sich kontinuierlich. Alle 25 bis 30 Tage wird die gesamte Hornschicht ersetzt.

Häufige Erkrankungen der Epidermis

Verschiedene Erkrankungen können die Epidermis betreffen und ihre Funktion beeinträchtigen:

  • Psoriasis (Schuppenflechte): Eine chronisch-entzündliche Erkrankung, bei der sich Hautzellen zu schnell teilen und die Haut sich schuppt.
  • Ekzem / Neurodermitis: Eine Entzündungsreaktion der Haut, die mit Juckreiz, Rötung und trockener Haut einhergeht.
  • Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom: Bösartige Tumore, die von Zellen der Epidermis ausgehen.
  • Ichthyosis: Eine genetisch bedingte Störung der Verhornung, bei der die Haut trocken und schuppig wird.
  • Akne: Eine häufige Erkrankung, bei der Überkornifizierung und Überproduktion von Talg zu Entzündungen führen.

Diagnose und Untersuchung

Erkrankungen der Epidermis werden häufig durch eine klinische Untersuchung durch einen Dermatologen diagnostiziert. Zusätzlich können folgende Methoden eingesetzt werden:

  • Dermatoskopie: Vergrößerte Betrachtung von Hautveränderungen mit einem speziellen Lichtgerät.
  • Hautbiopsie: Entnahme einer kleinen Gewebeprobe zur mikroskopischen Untersuchung.
  • Patch-Test: Nachweis von Kontaktallergien durch Auftragen von Testsubstanzen auf die Haut.

Behandlung von Erkrankungen der Epidermis

Die Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Erkrankung und kann folgende Ansätze umfassen:

  • Topische Präparate wie Kortisonsalben, Feuchtigkeitscremes oder Keratolytika
  • Systemische Medikamente wie Retinoide, Immunsuppressiva oder Biologika
  • Lichttherapie (Phototherapie) bei entzündlichen Erkrankungen
  • Chirurgische Eingriffe bei Hauttumoren

Quellen

  1. Fritsch, P. - Dermatologie und Venerologie für das Studium. Springer Medizin Verlag, 2. Auflage, 2012.
  2. Moll, I. - Duale Reihe Dermatologie. Georg Thieme Verlag, 8. Auflage, 2016.
  3. World Health Organization (WHO) - Skin diseases: Overview and burden. WHO Technical Report, 2023. Verfügbar unter: https://www.who.int

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