M46.1 Sakroiliitis – Ursachen, Symptome & Therapie
M46.1 ist der ICD-10-Code für Sakroiliitis (nicht anderweitig klassifiziert) – eine Entzündung der Kreuzbein-Darmbein-Gelenke, die starke Rückenschmerzen verursachen kann.
Wissenswertes über "M46.1"
M46.1 ist der ICD-10-Code für Sakroiliitis (nicht anderweitig klassifiziert) – eine Entzündung der Kreuzbein-Darmbein-Gelenke, die starke Rückenschmerzen verursachen kann.
Was ist M46.1 – Sakroiliitis?
M46.1 ist der Diagnosecode nach ICD-10 für Sakroiliitis, eine Entzündung des Sakroiliakalgelenks (SIG). Dieses Gelenk verbindet das Kreuzbein (Os sacrum) mit dem Darmbein (Os ilium) und ist ein wesentlicher Bestandteil des Beckenrings. Eine Entzündung in diesem Bereich kann zu erheblichen Schmerzen im unteren Rücken, im Gesäß und in den Beinen führen.
Ursachen
Eine Sakroiliitis kann durch verschiedene Grunderkrankungen oder äußere Einflüsse ausgelöst werden:
- Entzündlich-rheumatische Erkrankungen: Vor allem die Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew) ist häufig mit einer Sakroiliitis verbunden. Auch andere Spondyloarthropathien wie reaktive Arthritis oder Psoriasisarthritis kommen in Frage.
- Infektionen: Bakterielle Infektionen (z. B. durch Staphylococcus aureus, Tuberkulose oder Brucellose) können das Sakroiliakalgelenk betreffen.
- Traumata: Verletzungen oder Überlastungen des Beckens können eine Entzündung auslösen.
- Schwangerschaft: Die veränderte Belastung des Beckens während der Schwangerschaft kann zu einer Reizung des Sakroiliakalgelenks führen.
- Degenerative Veränderungen: Verschleiß des Gelenks kann ebenfalls Entzündungsreaktionen hervorrufen.
Symptome
Die typischen Beschwerden bei M46.1 umfassen:
- Schmerzen im unteren Rücken und Gesäß, oft einseitig oder beidseitig
- Schmerzen, die in die Hüfte, den Oberschenkel oder das Bein ausstrahlen können
- Morgensteifigkeit, die sich mit Bewegung bessert
- Schmerzzunahme bei langem Sitzen oder Stehen
- Druckschmerz über dem Sakroiliakalgelenk
- Bei infektiöser Ursache: Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl
Diagnose
Die Diagnose einer Sakroiliitis erfolgt durch eine Kombination aus:
- Klinische Untersuchung: Spezifische Provokationstests wie der FABER-Test oder der Kompressionstest des Beckens können auf eine Beteiligung des Sakroiliakalgelenks hinweisen.
- Bildgebung: Röntgenaufnahmen können in späteren Stadien Veränderungen zeigen. Die MRT (Magnetresonanztomographie) ist das empfindlichste Verfahren zur Frühdiagnose und zeigt entzündliche Veränderungen bereits vor strukturellen Schäden.
- Labordiagnostik: Entzündungsmarker wie CRP und BSG sowie der HLA-B27-Gentest können zur Abklärung beitragen.
- Mikrobiologische Untersuchungen: Bei Verdacht auf eine infektiöse Sakroiliitis werden Blutkulturen oder Gelenkpunktionen durchgeführt.
Behandlung
Die Therapie richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache:
Medikamentöse Therapie
- Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac sind die erste Wahl zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung.
- Kortikosteroide können lokal (intraartikulare Injektion) oder systemisch eingesetzt werden.
- Bei entzündlich-rheumatischer Grunderkrankung: Biologika (z. B. TNF-alpha-Inhibitoren) oder krankheitsmodifizierende Medikamente.
- Bei infektiöser Sakroiliitis: Antibiotika entsprechend dem Erreger.
Physio- und Bewegungstherapie
- Gezielte physiotherapeutische Übungen zur Stärkung der Rumpfmuskulatur und Verbesserung der Beweglichkeit
- Wärmeanwendungen zur Muskelentspannung
Weitere Maßnahmen
- Intraartikulare Injektionen mit Kortison oder PRP (platächenreiches Plasma)
- Radiofrequenzablation bei chronischen Fällen
- In seltenen Fällen operative Versteifung (Sakroiliakalfusion)
Quellen
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI): ICD-10-GM, Kapitel XIII – M46.1 Sakroiliitis, anderenorts nicht klassifiziert. DIMDI, Köln.
- Rudwaleit M. et al.: The development of Assessment of SpondyloArthritis international Society classification criteria for axial spondyloarthritis. Annals of the Rheumatic Diseases, 2009; 68(6): 770–776.
- Braun J., Sieper J.: Ankylosing spondylitis. The Lancet, 2007; 369(9570): 1379–1390.
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